Deutsche Tageszeitung - Nach Geiselnahme in Berliner Supermarkt: Entscheidung über Haftbefehl erwartet

Nach Geiselnahme in Berliner Supermarkt: Entscheidung über Haftbefehl erwartet


Nach Geiselnahme in Berliner Supermarkt: Entscheidung über Haftbefehl erwartet
Nach Geiselnahme in Berliner Supermarkt: Entscheidung über Haftbefehl erwartet / Foto: © AFP/Archiv

Nach der Befreiung einer als Geisel genommenen Frau in einem Berliner Supermarkt sind die Ermittlungen von Landeskriminalamt und Staatsanwaltschaft angelaufen. Am Sonntagnachmittag stand die gerichtliche Entscheidung über einen Haftbefehl für den mutmaßlichen Täter noch aus, wie ein Polizeisprecher sagte. Der Mann soll die Supermarkt-Mitarbeiterin am Freitagabend gegen 22.00 Uhr im Ortsteil Marienfelde in seine Gewalt gebracht haben.

Textgröße ändern:

Sie wurde die ganze Nacht über festgehalten. Erst am Samstagmorgen gelang es einem Spezialeinsatzkommando der Polizei, den Täter zu überwältigen. Dabei wurde der Täter gegen 09.20 Uhr mit Hilfe eines Distanz-Elektroimpulsgeräts, eines sogenannten Tasers, außer Gefecht gesetzt, wie Polizeisprecher Florian Nath am Samstag mitteilte.

Die Frau wurde befreit. Sie habe einen Schock erlitten und sei zur medizinischen Untersuchung in eine Klinik gebracht worden. Auch der Geiselnehmer wurde leicht verletzt und ärztlich behandelt. Schwerer verletzt wurde laut Polizei jedoch niemand.

Die Beamten waren während der Nacht mit einem Großaufgebot vor Ort, das Gebiet um den Supermarkt wurde abgesperrt. Sie standen immer wieder mit dem Mann in Kontakt, wie sie mitteilten. Dieser habe eine Reihe von Forderungen gestellt.

"Die waren aber so ausgefallen, dass man schon annehmen musste, es handelt sich nicht um einen weit vorbereiteten, ausgeklügelten Tatplan", sagte Nath dem Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB). Die Forderungen hätten sich immer wieder verändert.

(A.Stefanowych--DTZ)

Empfohlen

Tennessee: US-Gericht setzt erste Hinrichtung einer Frau seit 200 Jahren aus

Aufschub in letzter Minute: Ein US-Bundesgericht hat am Mittwoch die Hinrichtung der ersten Frau im Bundesstaat Tennessee seit mehr als 200 Jahren kurzfristig ausgesetzt. Die verurteilte Mörderin Christa Pike sollte per Giftspritze hingerichtet werden.

Ärmelkanal-Unglück mit 31 Toten: Schleuser zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt

Knapp fünf Jahre nach einem Bootsunglück auf dem Ärmelkanal mit mindestens 31 Toten hat ein Gericht in Paris am Mittwoch 13 Männer zu Haftstrafen von bis zu zehn Jahren verurteilt. Sechs von ihnen wurden der fahrlässigen Tötung schuldig gesprochen. Einer der Angeklagten wurde freigesprochen. Das bislang größte bekannte Bootsunglück von Migranten auf dem Ärmelkanal sei eine "beispiellose Katastrophe, verursacht von einzelnen, die unter Missachtung von Menschenleben von Geldgier getrieben waren", hieß es in der Urteilsbegründung. Ein weiteres Verfahren gegen sieben französische Soldaten, die im Verdacht unterlassener Hilfeleistung stehen, läuft noch.

Milliardenklage nach abgesagter Übernahme von VW durch Porsche scheitert endgültig

17 Jahre nach der gescheiterten Übernahme von Volkswagen durch Porsche ist eine Musterklage von Anlegern gegen die Autobauer endgültig gescheitert. Der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe bestätigte nach Angaben vom Mittwoch das Urteil des Oberlandesgerichts Celle, das Porsche 2022 Recht gegeben hatte. Es ging in dem Verfahren um die Frage, ob Porsche bei den Informationen für den Kapitalmarkt 2008 verwerflich handelte. (Az. II ZB 21/22)

Mehr als hundert Objekte durchsucht: Bundesweite Razzia in Reinigungsgewerbe

Bei einer großangelegten Razzia im Reinigungsgewerbe sind am Mittwoch mehr als hundert Wohnungen, Unterkünfte, Firmen und Hotels in ganz Deutschland durchsucht worden. Dabei wurden zehn Haftbefehle vollstreckt, wie das Hauptzollamt Berlin mitteilte. Außerdem wurde ein Großteil der zuvor angeordneten Vermögensarreste in einer Gesamthöhe von 106 Millionen Euro vollstreckt.

Textgröße ändern: