Deutsche Tageszeitung - Bluttat mit sechs Toten in Stade: Verdächtiger begeht in Gefängnis Suizid

Bluttat mit sechs Toten in Stade: Verdächtiger begeht in Gefängnis Suizid


Bluttat mit sechs Toten in Stade: Verdächtiger begeht in Gefängnis Suizid
Bluttat mit sechs Toten in Stade: Verdächtiger begeht in Gefängnis Suizid / Foto: © AFP/Archiv

Rund drei Wochen nach der Bluttat mit sechs Toten in einer Jugendhilfeeinrichtung in Stade hat der in Untersuchungshaft sitzende Tatverdächtige Suizid begangen. Der Mann sei am Dienstagmorgen in seiner Einzelzelle in der Justizvollzugsanstalt Bremervörde leblos gefunden worden, teilte das niedersächsische Justizministerium in Hannover mit. Hinweise auf ein Fremdverschulden lägen aktuell nicht vor, es sei von Suizid auszugehen.

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Ein Mitarbeiter der Justizvollzugsanstalt entdeckte den 45-Jährigen demnach gegen 06.05 Uhr "im Rahmen der morgendlichen Lebend- und Vollzähligkeitskontrolle in seinem Einzelhaftraum". Er habe bereits keine Körpertemperatur mehr aufgewiesen. Ein hinzugerufener Notarzt habe wenig später den Tod des Beschuldigten "durch Strangulation" festgestellt. Die Ermittlungen zu konkreten Todesumständen liefen.

Nach Ministeriumsangaben war die Justizvollzugsanstalt bereits mit der Formulierung eines "umfassenden Sofortberichts" befasst, Angehörige des Verdächtigen und Hinterbliebenen der Getöteten wurden informiert. Auch der zuständige Landtagsunterausschuss sei bereits unterrichtet worden.

Der 45-Jährige soll vor drei Wochen in einer Jugendhilfeeinrichtung in Stade während eines sogenannten Hilfeplangesprächs sechs Beschäftigte der Einrichtung und des Jugendamts erschossen haben. Hintergrund der Tat war nach Ermittlererkenntnissen mutmaßlich ein Sorgerechtsstreit.

In der Einrichtung waren demnach die drei Monate alte Tochter des Verdächtigen sowie die 34-jährige Kindsmutter untergebracht. Der Mann wurde unmittelbar nach der Tat auf der Flucht von Einsatzkräften der Polizei festgenommen und befand sich seitdem in Untersuchungshaft. Ihm wurde von den Ermittlern ein mutmaßlicher sechsfacher Mord vorgeworfen.

Gemeinsam mit dem Verdächtigen war nach früheren Ermittlerangaben eine 65-Jährige festgenommen worden. Sie soll das Auto gesteuert haben, in dem der Mann am 29. Juni vom Tatort floh. Demnach hat die Frau enge Verbindungen zur Familie des Beschuldigten. Einem Bericht der "Bild" zufolge soll es sich um die Patentante der Tochter des Manns handeln.

Dem Bericht zufolge liefen auch Ermittlungen gegen die 65-Jährige sowie die 34-jährige Kindsmutter. Mögliche Tatbeteiligungen der beiden Frauen sowie konkrete Abläufe und Hintergründe seien aber Gegenstand laufender Ermittlungen, schrieb die Zeitung unter Berufung auf die Ermittler.

Der Schusswaffenangriff hatte bundesweit für Entsetzen gesorgt, auch Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier versicherten die Betroffenen ihres Mitgefühls. Bei den Getöteten handelte es sich um jeweils drei Mitarbeitende der Hilfseinrichtung sowie des Jugendamts - vier Frauen und zwei Männer.

(W.Budayev--DTZ)

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