Deutsche Tageszeitung - Waldbrände in Südwesteuropa: Sorge vor neuer Hitzewelle - Erste Evakuierte kehren zurück

Waldbrände in Südwesteuropa: Sorge vor neuer Hitzewelle - Erste Evakuierte kehren zurück


Waldbrände in Südwesteuropa: Sorge vor neuer Hitzewelle - Erste Evakuierte kehren zurück
Waldbrände in Südwesteuropa: Sorge vor neuer Hitzewelle - Erste Evakuierte kehren zurück / Foto: © AFP

Im Kampf gegen die verheerenden Waldbrände blicken die Einsatzkräfte mit Sorge auf eine neue Hitzewelle: Für Frankreich erwarteten die Meteorologen bereits ab Dienstag, für Spanien ab Mittwoch sengende Temperaturen, teils von mehr als 40 Grad. Die Feuerwehr im Südwesten Frankreichs sah sich im Vorfeld der neuen Hitze in der "Offensive" gegen die Flammen, in Spanien hob die Regierung Evakuierungsanordnungen für 13 Gemeinden auf.

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Nachdem ein Waldbrand nahe Bordeaux in den vergangenen Tagen 42.000 Hektar Fläche verwüstet hat und rund 220.000 Menschen in Sicherheit gebracht werden mussten, war die Situation dort am Dienstag "stabil", wie die Behörden mitteilten. Die Bewohner dreier zuvor evakuierter Orte in der Nähe der Großstadt Bordeaux können nach Hause zurückkehren, wenn sie es wünschen. Eine neue Evakuierung sei aber nicht ausgeschlossen, erklärte die zuständige Präfektin in der Gironde.

Im Laufe des Dienstags seien die Flammen an 14 Stellen erneut ausgebrochen, die durch das Feuer vernichtete Fläche habe sich aber nicht vergrößert: Dort habe es bereits zuvor gebrannt. Mehrere nächtliche Brandentwicklungen nördlich von Le Porge und nördlich von Cap-Ferret konnten unter Kontrolle gebracht werden. Den Angaben zufolge sind Helfer weiterhin damit beschäftigt, "Brandschneisen zu schlagen, um eine Ausbreitung des Feuers zu verhindern".

Es wurde allerdings auch eine neue Evakuierungsaufforderung für rund 4000 Touristen im Badeort Lacanau westlich von Bordeaux herausgegeben. Sie würden nach Carcans und Castelnau-de-Médoc geleitet, erklärte die Präfektur. Im südlich der Gironde gelegenen Département Landes konnten hingegen 15.000 Menschen in ihre Häuser zurückkehren. Dies betrifft auch die Gäste eines Campingplatzes.

Die Situation in Frankreich könnte sich angesichts der neuen Hitzewelle allerdings verschärfen: Der französische Wetterdienst prognostizierte Temperaturen von bis zu 40 Grad ab Dienstag mit trockenem Wind.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hatte am Montag bei einem Besuch eines Krisenzentrums der Einsatzkräfte in Bordeaux von den heftigsten Waldbränden im Land seit Ende des Zweiten Weltkrieges gesprochen.

Zur Unterstützung im Kampf gegen die Waldbrände hatte die Bundeswehr am Montag zwei Transporthubschrauber und Feuerlöschmaterial in den Südwesten Frankreichs entsandt. Am Dienstag war einem Medienbericht zufolge weitere Hilfe aus Deutschland unterwegs. Der MDR berichtete, das Löschflugzeug "Hexe" aus dem Harz sollte in Richtung Bordeaux aufbrechen.

Auch in Spanien wurde eine neue Hitzewelle erwartet, sie soll am Mittwoch beginnen und laut dem Wetterdienst bis zum Ende der Woche dauern. Die Höchstwerte können demnach auf bis zu 42 Grad steigen.

Regierungschef Sánchez zeigte sich am Dienstag dennoch optimistisch. "Wir schaffen es tatsächlich, das Blatt zu wenden, und wir können im Kampf gegen diese Brände allmählich Licht am Ende des Tunnels erkennen", sagte er zu Reportern. Allerdings müssten alle Vorsichtsmaßnahmen eingehalten werden - "insbesondere in den komplexen Tagen und Stunden, die vor uns liegen".

Die Behörden hoben am Dienstag die Evakuierungsaufforderung für 13 Gemeinden in den Regionen Madrid und Kastilien und León auf. Die Präsidentin der Region Madrid, Isabel Díaz Ayuso, äußerte sich optimistisch. Die Lage "bei den Waldbränden bessert sich allmählich", erklärte sie. "Wir können heute optimistischer sein und mit der Planung der sicheren Rückkehr der Bewohner in mehrere Gemeinden beginnen."

Im evakuierten Ort Navas del Rey sahen AFP-Reporter verkohlte Trümmer, Asche und ausgebrannte Autos. Nach einer ersten Schätzung der Gemeindeverwaltung wurden rund 50 Häuser durch die Flammen zerstört und weitere 50 beschädigt.

Unter den Rückkehrern waren auch Maria Paz Bolaños und ihre Familie. Zu ihrer großen Erleichterung fand die 62-Jährige das Anwesen nur leicht angesengt vor. Es sei "ein Wunder", dass das Feuer offenbar "genau an dieser Stelle gestoppt hat".

Der Bürgermeister der nahegelegenen Gemeinde Pelayos de la Presa, António Sin, sagte dagegen, der Anblick vor Ort gleich einem "Kriegsgebiet".

Nach Angaben des spanischen Innenministeriums wurden bislang rund 63.000 Menschen vor den Flammen in Sicherheit gebracht. Waldbrände westlich der Hauptstadt Madrid haben bereits 77.000 Hektar Land verwüstet.

(L.Barsayjeva--DTZ)

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