Deutsche Tageszeitung - US-Republikaner wollen früheren Corona-Berater Fauci vor Gericht stellen lassen

US-Republikaner wollen früheren Corona-Berater Fauci vor Gericht stellen lassen


US-Republikaner wollen früheren Corona-Berater Fauci vor Gericht stellen lassen
US-Republikaner wollen früheren Corona-Berater Fauci vor Gericht stellen lassen / Foto: © AFP/Archiv

Die US-Republikaner wollen den bekannten Immunologen und früheren Corona-Regierungsberater Anthony Fauci wegen Missachtung des Kongresses vor Gericht stellen lassen. Ein Ausschuss des von den Republikanern von US-Präsident Donald Trump kontrollierten Senats stimmte am Donnerstag für ein entsprechendes Vorgehen.

Textgröße ändern:

Der 85-jährige Fauci hatte sich vergangene Woche bei einer Anhörung geweigert, auf vielfach feindlich gesinnte Fragen republikanischer Senatoren zu antworten. Der pensionierte Wissenschaftler berief sich dabei auf den fünften US-Verfassungszusatz, demzufolge sich niemand selbst belasten muss.

Fauci ist seit der Corona-Pandemie eine Hassfigur des rechten Lagers. Hintergrund sind unter anderem seine damaligen Empfehlungen zum Tragen von Corona-Schutzmasken, für Lockdowns und für Impfungen. Die Republikaner werfen Fauci ohne jeden Beleg auch eine Vertuschung der Ursachen der Corona-Pandemie vor - und eine Mitfinanzierung von Forschung in China, die angeblich zu der Pandemie geführt habe.

Trumps Vorgänger Joe Biden von der Demokratischen Partei hatte Fauci am letzten Tag seiner Amtszeit im Januar 2025 vorsorglich umfassend begnadigt, um ihn vor künftiger Strafverfolgung zu schützen. Fauci fürchtet trotzdem, dass die Republikaner versuchen könnten, Strafverfahren gegen ihn zu erwirken.

Der 85-Jährige äußerte vergangene Woche die Vermutung, dass der republikanische Senator Rand Paul ihn vorgeladen hatte, um ihn wegen Meineids "hinter Gitter zu bringen", wenn er sich bei der Befragung vor dem Senat versehentlich in Widersprüche verstricke. Auf Anraten seiner Anwälte lehnte er es deswegen bei der Anhörung ab, Fragen zu beantworten.

Die Republikaner argumentieren, Fauci könne sich wegen Bidens Begnadigung nicht zusätzlich auf den fünften Verfassungszusatz berufen. Ob dies tatsächlich so ist, ist eine komplizierte juristische Frage, über die womöglich die Gerichte entscheiden müssen.

Nach dem Votum des Senatsausschusses vom Donnerstag, Fauci wegen Missachtung des Kongresses vor Gericht zu stellen, müsste eigentlich noch der gesamte Senat zu der Frage abstimmen. Die Republikaner wollen diesen Schritt aber umgehen und die Aufforderung zu einem Strafverfahren gegen Fauci direkt an das Justizministerium schicken.

(A.Nikiforov--DTZ)

Empfohlen

Social-Media-Sucht: Tiktok wendet Prozess in USA durch 100-Millionen-Vergleich ab

Die Videoplattform Tiktok hat mit einem Vergleich einen für Montag geplanten Prozess im US-Bundesstaat Alabama wegen mutmaßlich mangelhaften Schutzes Minderjähriger vor Social-Media-Sucht abgewendet. Wie Generalstaatsanwalt Steve Marshall am Freitag (Ortszeit) mitteilte, soll das Unternehmen im Rahmen der Einigung mindestens 100 Millionen Dollar zahlen und die tägliche Nutzungszeit für junge Nutzer auf zwei Stunden begrenzen.

Social-Media-Sucht: Tiktok in den USA ab Montag erstmals vor Gericht

Die Videoplattform Tiktok soll sich ab Montag erstmals vor einem US-Gericht verantworten. Bei dem Verfahren in Montgomery im Bundesstaat Alabama geht es um den Vorwurf, Tiktok schütze Kinder und Jugendliche nicht ausreichend vor Social-Media-Sucht. Ähnliche geplante Gerichtsprozesse - unter anderem in Los Angeles - hatte Tiktok mit außergerichtlichen Vergleichen abgewendet.

US-Justiz: Pentagon darf Sanktionen gegen Anthropic aufrecht erhalten

Im Konflikt mit dem US-Verteidigungsministerium um seine Einstufung als "Sicherheitsrisiko" hat das US-Unternehmen Anthropic eine juristische Niederlage erlitten. Ein US-Berufungsgericht in Washington bestätigte am Freitag die Maßnahmen gegen das Unternehmen durch das Pentagon. Zwar habe Anthropic nicht in böser Absicht gehandelt. In den USA obliege es aber dem "Präsidenten und dem Verteidigungsminister, zu entscheiden, wie die Risiken gegeneinander abgewogen werden", fügte Richter Gregory Katsas hinzu.

Papst Leo XIV. grüßt von Papamobil aus Menschenmengen in Paris

Papst Leo XIV. hat von seinem Papamobil aus jubelnde Menschenmengen in der französischen Hauptstadt Paris gegrüßt. Nach einer rund zweieinhalb Kilometer langen Fahrt zwischen dem Viertel Montparnasse und dem Place Saint-Michel kam der Pontifex am Freitagnachmittag an der Kathedrale Notre-Dame an, wie Journalisten der Nachrichtenagentur AFP beobachteten. Leo XIV. ist der erste Papst, der das Pariser Wahrzeichen seit seiner Wiedereröffnung im Dezember 2024 nach dem verheerenden Brand besucht.

Textgröße ändern: