Deutsche Tageszeitung - US-Berufungsgericht bestätigt Aussetzung von Trumps umstrittenen Ballsaal-Plänen

US-Berufungsgericht bestätigt Aussetzung von Trumps umstrittenen Ballsaal-Plänen


US-Berufungsgericht bestätigt Aussetzung von Trumps umstrittenen Ballsaal-Plänen
US-Berufungsgericht bestätigt Aussetzung von Trumps umstrittenen Ballsaal-Plänen / Foto: © AFP/Archiv

US-Präsident Donald Trump hat bei seinem umstrittenen Ballsaal-Projekt neben dem Weißen Haus eine weitere juristische Schlappe hinnehmen müssen. Ein Bundesberufungsgericht bestätigte am Freitag die im April von einem Richter angeordnete Aussetzung der Bauarbeiten. Es begründete sein Urteil mit der fehlenden Zustimmung des Kongresses und gab der US-Regierung zwei Wochen Zeit, um gegebenenfalls den Obersten Gerichtshof anzurufen.

Textgröße ändern:

Konkret argumentierte das Berufungsgericht des District of Columbia, dieser Stopp der Bauarbeiten habe "nichts" mit der Sinnhaftigkeit des Projekts selbst zu tun. Er sei vielmehr darauf zurückzuführen, dass der US-Präsident die Arbeiten ohne vorherige Zustimmung des Kongresses in Angriff genommen habe.

Die Richter erklärten, die Regierung habe "keine uneingeschränkte Befugnis", das Weiße Haus "neu zu gestalten, umzugestalten und umzubauen, um den persönlichen Wünschen eines Präsidenten gerecht zu werden".

Der Ballsaal-Bau gilt als eines von Trumps Prestige-Projekten. Der US-Präsident hatte den gesamten historischen Ostflügel des Weißen Hauses im Oktober vergangenen Jahres überraschend abreißen lassen, um Platz dafür zu schaffen. Der Ballsaal soll nach dem Willen des Rechtspopulisten mit viel Gold, Marmor, Stuck und üppigen Lüstern ausgestaltet werden und Platz für 1000 Gäste bieten.

Später kam heraus, dass der bereits existierende Präsidenten-Schutzraum unter dem früheren Ostflügel zugleich zu einem modernen Bunker ausgebaut wird - über diesem soll der Ballsaal errichtet werden. Der Ballsaal wird laut Trump durch private Spenden finanziert. Das dafür veranschlagte Budget beläuft sich mittlerweile auf 400 Millionen Dollar (rund 346 Millionen Euro).

Der Ballsaal beschäftigt seit Monaten die Gerichte: Nach Kritik einer vom Kongress beauftragten Denkmalschützer-Organisation hatte ein Gericht den Ballsaal-Bau im April gestoppt, Trump legte dagegen Berufung ein.

Der Richter hatte damals entschieden, dass für die Bauarbeiten die Zustimmung des Kongresses nötig sei. Für den Weiterbau des Bunkers gab er jedoch grünes Licht. Dies bestätigten nun auch die Berufungsrichter.

Trump plant nach eigenen Worten, Washington "schöner und sicherer zu machen". Bei seinen Ballsaal-Plänen argumentiert der 80-Jährige, dadurch verbesserten sich die Sicherheit des Weißen Hauses sowie der Hauptstadt. Dabei verweist er unter anderem darauf, dass das Gebäude auch eine Drohnenplattform aufnehmen soll.

(V.Varonivska--DTZ)

Empfohlen

Social-Media-Sucht: Tiktok wendet Prozess in USA durch 100-Millionen-Vergleich ab

Die Videoplattform Tiktok hat mit einem Vergleich einen für Montag geplanten Prozess im US-Bundesstaat Alabama wegen mutmaßlich mangelhaften Schutzes Minderjähriger vor Social-Media-Sucht abgewendet. Wie Generalstaatsanwalt Steve Marshall am Freitag (Ortszeit) mitteilte, soll das Unternehmen im Rahmen der Einigung mindestens 100 Millionen Dollar zahlen und die tägliche Nutzungszeit für junge Nutzer auf zwei Stunden begrenzen.

Social-Media-Sucht: Tiktok in den USA ab Montag erstmals vor Gericht

Die Videoplattform Tiktok soll sich ab Montag erstmals vor einem US-Gericht verantworten. Bei dem Verfahren in Montgomery im Bundesstaat Alabama geht es um den Vorwurf, Tiktok schütze Kinder und Jugendliche nicht ausreichend vor Social-Media-Sucht. Ähnliche geplante Gerichtsprozesse - unter anderem in Los Angeles - hatte Tiktok mit außergerichtlichen Vergleichen abgewendet.

US-Justiz: Pentagon darf Sanktionen gegen Anthropic aufrecht erhalten

Im Konflikt mit dem US-Verteidigungsministerium um seine Einstufung als "Sicherheitsrisiko" hat das US-Unternehmen Anthropic eine juristische Niederlage erlitten. Ein US-Berufungsgericht in Washington bestätigte am Freitag die Maßnahmen gegen das Unternehmen durch das Pentagon. Zwar habe Anthropic nicht in böser Absicht gehandelt. In den USA obliege es aber dem "Präsidenten und dem Verteidigungsminister, zu entscheiden, wie die Risiken gegeneinander abgewogen werden", fügte Richter Gregory Katsas hinzu.

Papst Leo XIV. grüßt von Papamobil aus Menschenmengen in Paris

Papst Leo XIV. hat von seinem Papamobil aus jubelnde Menschenmengen in der französischen Hauptstadt Paris gegrüßt. Nach einer rund zweieinhalb Kilometer langen Fahrt zwischen dem Viertel Montparnasse und dem Place Saint-Michel kam der Pontifex am Freitagnachmittag an der Kathedrale Notre-Dame an, wie Journalisten der Nachrichtenagentur AFP beobachteten. Leo XIV. ist der erste Papst, der das Pariser Wahrzeichen seit seiner Wiedereröffnung im Dezember 2024 nach dem verheerenden Brand besucht.

Textgröße ändern: