Deutsche Tageszeitung - "Spiegel": Haftbefehl gegen AfD-Politiker Krah wegen Satiriker Böhmermann

"Spiegel": Haftbefehl gegen AfD-Politiker Krah wegen Satiriker Böhmermann


"Spiegel": Haftbefehl gegen AfD-Politiker Krah wegen Satiriker Böhmermann
"Spiegel": Haftbefehl gegen AfD-Politiker Krah wegen Satiriker Böhmermann / Foto: © AFP/Archiv

Das Amtsgericht Chemnitz hat einem Medienbericht zufolge einen Haftbefehl gegen den AfD-Bundestagsabgeordneten Maximilian Krah erlassen. Grund sei ein Rechtsstreit zwischen ihm und dem ZDF-Satiriker Jan Böhmermann, wie der "Spiegel" am Donnerstag berichtete. Der Politiker der rechtsextremen AfD war gegen Böhmermann vorgegangen, weil dieser in seinem Podcast eine Zuschrift vorgelesen hatte, der zufolge Krah auf dem Oktoberfest 200 Champagnerflaschen bestellt habe.

Textgröße ändern:

Laut dem vom "Spiegel" zitierten Gerichtsurteil argumentierte Krah, dies könnte sich auf sein Persönlichkeitsrecht auswirken. Krah habe das Verfahren verloren - unter anderem, weil Böhmermann kurz nach Erscheinen direkt ergänzt hatte, dass es sich lediglich um "rund 50" Flaschen gehandelt habe. Doch der AfD-Mann zahlt die Prozesskosten laut "Spiegel"-Informationen nicht.

Zunächst musste Böhmermann demnach rund 5000 Euro mittels eines Vollstreckungsverfahrens eintreiben, aktuell seien weitere 296,26 Euro offen. Eine Gerichtsvollzieherin habe Mitte Juli einen Termin zur Vermögensauskunft angesetzt, doch Krah sei nicht erschienen. Das Amtsgericht Chemnitz wollte sich zunächst nicht äußern, da es sich um ein nicht-öffentliches Verfahren handle.

"Deutschland ist ein Rechtsstaat, und es kann nicht sein, dass sich ein Bundestagsabgeordneter und Volljurist seinen gesetzlichen Verpflichtungen entzieht", sagt Böhmermanns Anwalt Sebastian Gorski. Krah sagte auf Anfrage des "Spiegel", er sei überrascht, dass "ständig Forderungen nachgeschoben" würden, sein Anwalt werde sie prüfen. Böhmermann halte er für "einen Widerling", da zahle er "nur widerwillig".

(U.Beriyev--DTZ)

Empfohlen

Antisemitischer Anschlag mit sieben Toten in München von 1970 aufgeklärt

56 Jahre nach einem Brandanschlag auf ein jüdisches Altersheim in München mit sieben Toten im Jahr 1970 ist der mutmaßliche Täter identifiziert. Es handelt sich um einen bereits 2020 gestorbenen Mann aus dem rechten Milieu, wie die Generalstaatsanwaltschaft in der bayerischen Landeshauptstadt am Donnerstag mitteilte. Neue Ermittlungsergebnisse sprächen "deutlich für eine Täterschaft" - auch wenn der Fall wegen seines Tods nicht abschließend geklärt werden könne.

Schwere Unwetter in mehreren Bundesländern - Frau von Baum erschlagen

Mehrere Bundesländer sind am Mittwochabend von schweren Unwettern getroffen worden, bei denen mindestens ein Mensch starb und weitere Menschen verletzt wurden. Bei dem Todesopfer handele es sich um eine 58-jährige Frau, die gemeinsam mit einer weiteren Spaziergängerin bei einer überdachten Sitzgruppe Schutz vor dem Unwetter gesucht habe, teilte das Polizeipräsidium im rheinland-pfälzischen Koblenz am Donnerstagmorgen mit.

Schweres Unwetter in Rheinland-Pfalz - Eine Frau von Baum erschlagen

Rheinland-Pfalz ist am Mittwochabend von einem schweren Unwetter heimgesucht worden, bei dem mindestens ein Mensch ums Leben kam. Bei dem Todesopfer handele es sich um eine 58-jährige Frau, die gemeinsam mit einer weiteren Spaziergängerin bei einer überdachten Sitzgruppe Schutz vor dem Unwetter gesucht habe und trotzdem von einem Baum erschlagen worden sei, teilte das Polizeipräsidium Koblenz am Donnerstagmorgen mit.

DDR-Fluchtpläne in Verhör verraten: Rehabilitierung trotzdem möglich

Ein Mann, der sich vor seiner geplanten Flucht aus der DDR selbst anzeigte und weitere Namen nannte, kann trotzdem rehabilitiert werden. Wie das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig am Mittwoch entschied, verstieß der ehemalige DDR-Bürger nicht gegen die Grundsätze der Menschlichkeit. Denn er habe lediglich versucht, sich vor der ihm drohenden Verfolgung zu schützen. (Az. 8 C 8.25)

Textgröße ändern: