Deutsche Tageszeitung - Mann muss nach Brandanschlag auf Berliner Kältebus in Psychiatrie

Mann muss nach Brandanschlag auf Berliner Kältebus in Psychiatrie


Mann muss nach Brandanschlag auf Berliner Kältebus in Psychiatrie
Mann muss nach Brandanschlag auf Berliner Kältebus in Psychiatrie / Foto: © AFP/Archiv

Nach einem Brandanschlag auf mehrere Busse der Berliner Kältehilfe für Obdachlose ist am Donnerstag ein Mann wegen einer der Taten verurteilt worden. Das Berliner Landgericht sah es als erwiesen an, dass der 43-Jährige eines der Fahrzeuge am 1. Januar 2026 mit Benzin übergoss und anzündete. Wegen einer psychischen Erkrankung gilt er jedoch als schuldunfähig. Die Kammer ordnete die Unterbringung in der Psychiatrie an.

Textgröße ändern:

Der Beschuldigte leide einem Sachverständigengutachten zufolge seit vielen Jahren unter paranoider Schizophrenie, sagte der Vorsitzender Richter Willi Thoms in seiner Urteilsbegründung. Er leide unter Verfolgungswahn, deshalb sei davon auszugehen, dass seine Steuerungsfähigkeit bei Ausübung der Tat aufgehoben war.

Die Brandstiftung an sich sei unstrittig, betonte Thoms. So habe der Beschuldigte nicht nur gestanden, ein Zeuge habe ihn auch teilweise beobachtet. Außerdem habe er das Feuerzeug noch bei sich gehabt und es seien Benzinanhaftungen festgestellt worden. Der Wagen sei durch den Brand unbenutzbar geworden, so Thoms. Der verursachte Schaden lag bei 70.000 Euro.

Es sei davon auszugehen, dass der 43-Jährige weitere Straftaten wie Brandstiftung oder Gewaltdelikte begehe, wenn er unbehandelt bleibe, so Thoms. In dem psychiatrischen Krankenhaus werde ihm nun mit Medikamenten und Therapie geholfen. Noch fehle es bei dem Wohnungslosen aber an Krankheitseinsicht.

Der Brandanschlag auf den Kältebus am 1. Januar war bereits der zweite innerhalb kurzer Zeit. Bereits in der Nacht zum 28. Dezember 2025 brannte ein Bus der Kältehilfe, wobei auch ein danebenstehendes Fahrzeug beschädigt wurde. Ein Zusammenhang zwischen beiden Taten konnte aber nicht nachgewiesen werden.

(P.Vasilyevsky--DTZ)

Empfohlen

Nach Angriff auf SPD-Politiker Ecke in Dresden: Drei Angeklagte kommen vor Gericht

Knapp drei Jahre nach dem Angriff auf den SPD-Europaabgeordneten Matthias Ecke in Dresden kommen drei Tatverdächtige vor Gericht. Das Amtsgericht der sächsischen Landeshauptstadt ließ die Anklage der Staatsanwaltschaft zu, wie es am Freitag mitteilte. Ecke war im Mai 2024 beim Aufhängen von Wahlplakaten angegriffen und dabei so schwer verletzt worden, dass er operiert werden musste.

Sonderermittlerin soll mutmaßliche Gruppenvergewaltigung an US-Eliteuni untersuchen

Rund zwei Jahre nach einer mutmaßlichen Gruppenvergewaltigung an der US-Eliteuniversität Cornell hat der Bundesstaat New York eine Sonderermittlerin berufen. Gouverneurin Kathy Hochul betraute die New Yorker Generalstaatsanwältin Letitia James mit dem Fall. Beide wollten am Freitag vor die Presse treten.

Bayern: Mehr als sechs Jahre Haft für Syrer wegen Einschleusens von Ausländern

Wegen der mehrfachen Schleusung von illegalen Einwanderern ist ein 32-jähriger Syrer in Bayern zu einer Freiheitsstrafe von sechs Jahren und zwei Monaten verurteilt worden. Das Landgericht Traunstein sprach ihn unter anderem des banden- und gewerbsmäßigen Einschleusens von Ausländern schuldig, wie ein Gerichtssprecher am Freitag mitteilte. In das Strafmaß wurde auch ein Urteil vom April mit einbezogen.

Mutter von Drillingen erstochen - Ehemann in Osnabrück wegen Mordes verurteilt

Weil er seine Frau erstochen haben soll, soll ein Mann aus Niedersachsen lange ins Gefängnis. Das Landgericht Osnabrück verurteilte ihn am Freitag nach Angaben eines Sprechers wegen Mordes und verhängte eine lebenslange Freiheitsstrafe. Der Mann hatte demnach im Prozess gestanden, seine Frau, eine Mutter von Drillingen, getötet zu haben.

Textgröße ändern: