Deutsche Tageszeitung - Mindestens sieben Tote bei Schiffsunglück vor Küste Nordzyperns

Mindestens sieben Tote bei Schiffsunglück vor Küste Nordzyperns


Mindestens sieben Tote bei Schiffsunglück vor Küste Nordzyperns
Mindestens sieben Tote bei Schiffsunglück vor Küste Nordzyperns / Foto: © AFP

Bei einem Schiffsunglück vor der Küste Nordzyperns sind am Sonntag mindestens sieben Menschen ums Leben gekommen. Der Regierungschef von Nordzypern, Ünal Üstel, sagte im türkischen Staatssender TRT, von den 267 Menschen an Bord der Fähre seien 237 inzwischen von Rettungskräften in Sicherheit gebracht worden, 23 Menschen würden noch vermisst. Nach Angaben des türkischen Innenministeriums ereignete sich das Unglück 6,5 Kilometer vor der Küste der nur von der Türkei anerkannten Republik Nordzypern.

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Üstel erklärte, die Fähre sei kurz nach dem Auslaufen aus dem nordzyprischen Hafen Kyrenia gekentert. Das Schiff sollte in den südtürkischen Hafen Tasucu fahren. Die Unglücksursache war zunächst unklar. Ein Passgier berichtete von einer Explosion, durch die der Bug des Schiffes gesunken sei.

Bilder in türkischen TV-Sendern zeigten das umgekippte und teilweise untergegangene Schiff und zahlreiche Passagiere in Schwimmwesten, die auf den orangefarbenen Rumpf geklettert sind. Auch mehrere an dem Rettungseinsatz beteiligte Boote, darunter Privatboote, sind zu sehen. Das Wetter ist den Aufnahmen zufolge sonnig.

Das türkische Innenministerium erklärte auf X, dass sechs Militärschiffe an dem Einsatz beteiligt seien und dass das Schiff zu sinken drohe. Später teilte die nordzyprische Regierung mit, das Schiff sei nun "komplett gesunken".

Ein Passagier im Alter von etwa 50 Jahren berichtete nach seiner Rettung von einer "Explosion" im vorderen Teil des Schiffes, wo er gesessen hatte. "Der Bug ist explodiert, (das Schiff) hat versucht, zu wenden. Und die Seitenscheiben sind explodiert. Wasser floss ins Schiff", sagte er im türkischen Fernsehen.

Dem Kapitän warf er vor, als erster gesprungen zu sein "ohne etwas zu organisieren". Er selbst habe eineinhalb Stunden im Wasser verbracht, bevor er gerettet werden konnte.

Das nordzyprische Gesundheitsministerium erklärte, es würden "alle notwendigen Vorkehrungen getroffen, um eine schnelle Reaktion der Rettungs- und Gesundheitsdienste zu gewährleisten". Die Krankenhäuser in der Region seien benachrichtigt worden und in Bereitschaft.

Zypern ist seit 1974 geteilt. Die Türkei ist der einzige Staat, der die 1983 ausgerufene Türkische Republik Nordzypern anerkennt. Die griechischsprachige Republik Zypern im südlichen Teil der Insel ist seit 2004 EU-Mitglied.

Der türkische Vizepräsident Cevdet Yilmaz erklärte im Onlinedienst X: "Wir leisten jede erforderliche Unterstützung bei den Such- und Rettungsmaßnahmen." Der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdogan wird am Montag in Nordzypern erwartet, um dort den im Oktober neu gewählten Präsidenten Tufan Erhürman zu treffen.

(U.Kabuchyn--DTZ)

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