Deutsche Tageszeitung - Kroatien: Zehntausende gehen wegen illegaler Giftmülldeponie auf die Straße

Kroatien: Zehntausende gehen wegen illegaler Giftmülldeponie auf die Straße


Kroatien: Zehntausende gehen wegen illegaler Giftmülldeponie auf die Straße
Kroatien: Zehntausende gehen wegen illegaler Giftmülldeponie auf die Straße / Foto: © AFP

Aus Protest gegen die illegale Entsorgung giftigen Mülls sind in Kroatiens Hauptstadt Zagreb zehntausende Menschen auf die Straße gegangen. Die Demonstranten forderten am Samstagabend die sofortige Beseitigung der Abfälle, die im vergangenen Jahr in einer der unberührtesten Regionen des Landes entdeckt worden waren. Im August war ein Bericht veröffentlicht worden, in dem vor den Gefahren des Giftmülls gewarnt wurde.

Textgröße ändern:

Unter den etwa 35.000 Tonnen Müll, die in Gospic in der westlichen Region Lika gefunden worden waren, befanden sich medizinische Abfälle und Elektronikschrott. Lika ist bekannt für unberührte Wälder und Flüsse, dort befinden sich mehrere Nationalparks.

Die Behörden ermitteln gegen zehn Verdächtige und vier Unternehmen, die den Müll aus Slowenien, Italien und Deutschland importiert und dann zusammen mit medizinischen Abfällen aus Kroatien illegal abgeladen haben sollen.

In dem im August veröffentlichten Bericht der Ermittler heißt es, dass sich die Verunreinigung des Bodens schon über die illegale Deponie hinaus ausgebreitet habe, was ein "erhebliches Risiko für die Umwelt und die Gesundheit der Menschen" darstelle.

Die Demonstration am Samstag stand unter dem Motto "Marsch für Lika, Marsch für Kroatien" und wurde von Präsident Zoran Milanovic, der Opposition und viele Prominenten und Nichtregierungsorganisationen unterstützt. Die Organisatoren fordern, dass die Behörden innerhalb von 20 Tagen einen konkreten Plan zur Beseitigung des Mülls in den kommenden drei Monaten vorlegen, sowie die Bestrafung der Verantwortlichen.

Der konservative Regierungschef Andrej Plenkovic hatte unlängst angekündigt, dass die Deponie bis Mitte Oktober abgedeckt und anschließend abgeräumt werden soll.

(Y.Leyard--DTZ)

Empfohlen

Mindestens 28 Todesopfer bei Einsturz von Schuldach in Pakistan

Mindestens 27 Schüler und ihr Lehrer sind beim Einsturz eines Schuldaches in Pakistan ums Leben gekommen. Mehr als 30 weitere Menschen wurden nach Medizinerangaben verletzt, als das Dach der Schule in Peshawar im Norden des Landes am Donnerstagmorgen einstürzte. Weitere Schüler seien möglicherweise noch unter den Trümmern eingeschlossen, sagte ein Sprecher des Rettungsdienstes.

Maradonas Familie fordert hohe Haftstrafen für Medizinerteam

Im Prozess um den Tod des argentinischen Fußball-Idols Diego Maradona hat dessen Familie langjährige Gefängnisstrafen für dessen Ärzte und Pfleger gefordert. Der Anwalt von zwei Töchtern des vor knapp sechs Jahren zwei Wochen nach einer Hirn-Operation gestorbenen Star-Fußballers warf dem Medizinerteam am Mittwoch (Ortszeit) vor Gericht Mord vor. Sechs der sieben Angeklagten sollten für bis zu 15 Jahre hinter Gitter, weil sie einen "mythologischen Held" getötet hätten, sagte der Anwalt Fernando Burlando.

Urteil wegen mutmaßlicher iranischer Anschlagspläne in Hamburg erwartet

In einem Prozess um mutmaßliche Vorbereitungen für iranische Anschläge auf deutsch-jüdische Vertreter wird am Donnerstag (11.00 Uhr) vor dem Hamburger Oberlandesgericht das Urteil erwartet. Angeklagt sind ein mutmaßlicher iranischer Geheimagent und ein mutmaßlich von ihm angeworbener Komplize. Sie waren laut Anklage auf den Präsidenten des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, und den Vorsitzenden der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, den Grünen-Politiker Volker Beck, angesetzt.

AFP-Interview: Friedensnobelpreisträgerin Pillay empfiehlt Trump Lektion im Völkerrecht

Friedensnobelpreisträgerin Navi Pillay sieht in den US-Sanktionen gegen den Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) eine gezielte Retourkutsche Washingtons. Dies sei eine "Reaktion darauf, dass der Preis nicht an Präsident (Donald) Trump vergeben wurde", sagte die 85-jährige Südafrikanerin in einem Interview mit der Nachrichtenagentur AFP am Mittwoch. Darin bezeichnete sie die Sanktionen als "illegal" und empfahl dem US-Präsidenten eine Lektion im Völkerrecht.

Textgröße ändern: