Deutsche Tageszeitung - Nach CSD-Anschlag: Regierung legt Zehn-Punkte-Plan gegen islamistischen Terrorismus vor

Nach CSD-Anschlag: Regierung legt Zehn-Punkte-Plan gegen islamistischen Terrorismus vor


Nach CSD-Anschlag: Regierung legt Zehn-Punkte-Plan gegen islamistischen Terrorismus vor
Nach CSD-Anschlag: Regierung legt Zehn-Punkte-Plan gegen islamistischen Terrorismus vor / Foto: © AFP

Nach dem Anschlag auf den Christopher Street Day (CSD) in Berlin hat die Bundesregierung einen Zehn-Punkte-Plan mit Strafverschärfungen gegen islamistischen Terrorismus vorgestellt. Wie Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) und Justizministerin Stefanie Hubig (SPD) am Mittwoch mitteilten, sollen der Straftatbestand des Verbreitens von Propagandamitteln ausgeweitet und ein neuer Straftatbestand für das Sammeln von Spenden geschaffen werden. Zudem sollen die elektronische Fußfessel bei Gefährdern regelmäßig zur Anwendung kommen und Taten mit Messern als Verbrechen geahndet werden.

Textgröße ändern:

Der Zehn-Punkte-Plan gegen islamistischen Terrorismus solle noch am Mittwoch im Bundeskabinett "in Eckpunkten beschlossen" werden und dann in die gesetzgeberische Umsetzung gehen, sagte Dobrindt vor Journalisten im Kanzleramt. Hubig betonte, der "brutale Anschlag auf den Berliner CSD" habe erneut gezeigt, dass islamistischer Terrorismus eine "wirklich ernste Gefahr" sei.

Mit der Hochstufung von Körperverletzungen mit gefährlichen Gegenständen wie Messern zu Verbrechen würden solche Taten künftig "mit mindestens einem Jahr Freiheitsstrafe" geahndet, sagte Dobrindt. Neben der Fußfessel will die Bundesregierung auch auf einen stärkeren Einsatz von Präventivgewahrsam bei Gefährdern dringen. Dazu will sie sich "für einheitliche, effektive Standards in Bund und Ländern" einsetzen, wie es in dem Zehn-Punkte-Plan heißt.

Länder sollen zur frühzeitigen Ermittlung und Aufklärung von Gefährdungen darüber hinaus auch befugt werden, im Einzelfall "relevante Verkehrsdaten sichern zu lassen, um deren Verlust zu verhindern und eine spätere Erhebung zu ermöglichen", heißt es in dem Papier weiter. Bei Entscheidungen über Bewährungsstrafen sollen zudem Sicherheitsinteressen der Allgemeinheit stärker berücksichtigt werden. Darüber hinaus soll der Informationsfluss zwischen Sicherheitsbehörden und Justiz zur Gefahrenabwehr verbessert werden.

Schließlich sieht das Maßnahmenpaket auch eine Stärkung der Prävention vor. Genannt wird hier auch eine stärkere Verantwortung digitaler Plattformen für extremistische Inhalte, Bildungsarbeit und "soziale Prävention in muslimischen Communities". Schließlich nennt der Plan auch verstärkte Bemühungen zur Deradikalisieurng im Verbund mit Ländern und Kommunen.

Bei dem CSD-Anschlag vom 25. Juli hatte ein 21-Jähriger in Berlin einen Lieferwagen in eine Menschenmenge gefahren. Danach attackierte er weitere Opfer mit einer Machete. Eine Frau aus Polen wurde getötet, 31 weitere Menschen wurden verletzt.

(V.Sørensen--DTZ)

Empfohlen

Anklage gegen IS-Mitglied in Frankfurt am Main erhoben

Weil er sich der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) angeschlossen haben soll, hat die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main Anklage gegen einen 26-Jährigen erhoben. Ihm wird die Mitgliedschaft in einer ausländischen Terrororganisation vorgeworfen, wie die Behörde am Mittwoch mitteilte. Dmnach soll er sich bereits als Jugendlicher ab Dezember 2014 vom IS militärisch haben ausbilden lassen.

Von der Leyen kündigt europäischen "Plan für Hitzewellen" an

Vor dem Hintergrund der diesjährigen Rekordtemperaturen und Waldbrände hat EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen den Klimawandel als einen der "Wendepunkte unserer Zeit" bezeichnet. "Europa kann und muss bei seinen Klimazielen Kurs halten", forderte von der Leyen in ihrer Rede zur Lage der Union am Mittwoch im EU-Parlament. Zudem werde die Kommission einen "europäischen Plan für Hitzewellen vorstellen", sagte sie.

24 Jahre nach Mord an Baggersee in Niedersachsen: Drei weitere Männer verurteilt

24 Jahre nach dem Tod eines 27-Jährigen durch Schüsse in der Nähe eines Baggersees im niedersächsischen Buxtehude sind drei weitere Männer verurteilt worden. Das Landgericht Stade sprach sie des Mordes schuldig, wie eine Sprecherin am Mittwoch mitteilte. Zwei der Angeklagten wurden zu lebenslänglichen Freiheitsstrafen verurteilt, der dritte zu einer Jugendstrafe von acht Jahren. Ein vierter Mann war bereits im Oktober 2025 zu lebenslanger Haft verurteilt worden.

ADAC-Bilanz: Mehr als 128.000 Staus auf Autobahnen in diesjährigen Sommerferien

Während den Sommerferien in Deutschland zwischen Ende Juni und Mitte September hat es mehr und etwas längere Staus gegeben. In dem Zeitraum wurden gut 128.850 Staus auf den Autobahnen gezählt, wie der ADAC am Mittwoch in München mitteilte. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum waren das etwa acht Prozent mehr. Alle Staus zusammen ergaben demnach eine Strecke von rund 217.730 Kilometern. Die gesamte Staudauer stieg leicht um ein Prozent auf etwa 124.260 Stunden.

Textgröße ändern: