Deutsche Tageszeitung - Gericht in Kroatien genehmigt Auslieferung von ukrainischem Nord-Stream-Verdächtigen

Gericht in Kroatien genehmigt Auslieferung von ukrainischem Nord-Stream-Verdächtigen


Gericht in Kroatien genehmigt Auslieferung von ukrainischem Nord-Stream-Verdächtigen
Gericht in Kroatien genehmigt Auslieferung von ukrainischem Nord-Stream-Verdächtigen / Foto: © DANISH DEFENCE/AFP/Archiv

Ein Gericht in Kroatien hat die Auslieferung eines Ukrainers genehmigt, dem in Deutschland eine Beteiligung an den Anschlägen auf die Nord-Stream-Gasleitungen in der Ostsee vorgeworfen wird. Wie der Anwalt von Wolodymyr Z., Ljubo Pavasovic Viskovic, am Donnerstag mitteilte, erging der Gerichtsbeschluss bereits am 18. September. Der Anwalt kündigte an, Berufung gegen die Entscheidung des Gerichts der Adriastadt Pula einzulegen.

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Z. soll nach Überzeugung der Bundesanwaltschaft vor vier Jahren zusammen mit anderen Tauchern die Sprengsätze an den Gasleitungen angebracht haben. Er wird von der Bundesanwaltschaft des gemeinschaftlichen Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion, der verfassungsfeindlichen Sabotage sowie der Zerstörung von Bauwerken dringend verdächtigt.

Der 1979 geborene Z. war Mitte August auf Grundlage eines europäischen Haftbefehls festgenommen worden. Berichten zufolge wurde er bei Dreharbeiten für einen Hollywoodfilm gefasst, der von dem Anschlag auf die Pipeline inspiriert ist. Seither sitzt er in Untersuchungshaft. Dem "Spiegel" zufolge soll Z. das Filmteam beraten haben.

Die Nord-Stream-Leitungen waren für den Transport von russischem Gas nach Deutschland gebaut worden. Bei den Anschlägen im September 2022 wurden sie schwer beschädigt. Sie waren zu dem Zeitpunkt nicht in Betrieb- Russland hatte die Gaslieferungen über Nord Stream 1 bereits kurz zuvor gestoppt, mutmaßlich als Reaktion auf die westlichen Sanktionen wegen des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine. Nord Stream 2 ging nie in Betrieb.

Die deutschen Ermittler vermuten einen ukrainischen Plan hinter den Anschlägen. Die Ukraine bestreitet das. Kiew habe sich "niemals offiziell an irgendeiner Operation beteiligt, die mit der Sprengung von Nord Stream zu tun hatte", sagte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj im August.

Ein erster Prozess in dem Fall gegen den ehemaligen ukrainischen Offizier Serhii K. soll am 14. Oktober in Hamburg beginnen.

(L.Barsayjeva--DTZ)

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