Deutsche Tageszeitung - Seniorin aus Frust erstochen: Lebenslage Haft für 56-Jährigen in Aachen

Seniorin aus Frust erstochen: Lebenslage Haft für 56-Jährigen in Aachen


Seniorin aus Frust erstochen: Lebenslage Haft für 56-Jährigen in Aachen
Seniorin aus Frust erstochen: Lebenslage Haft für 56-Jährigen in Aachen / Foto: © AFP/Archiv

Wegen eines tödlichen Messerangriffs auf eine 88-Jährige auf offener Straße ist ein Mann vom Landgericht Aachen zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Der Angeklagte wurde am Freitag unter anderem des Mordes schuldig gesprochen, wie eine Gerichtssprecherin sagte. Darüber hinaus ordnete das Gericht die anschließende Sicherungsverwahrung an. Bei der 88-Jährigen handelte es sich demnach um ein Zufallsopfer.

Textgröße ändern:

Der 56-Jährige hatte der Seniorin laut den Urteilsfeststellungen im April in der Aachener Innenstadt mit einem Messer in den Bauch gestochen. Sie starb später an ihren Verletzungen. Er soll die 88-Jährige unter anderen aus Frustration über seine Lebenssituation getötet haben.

Am Tattag soll der 56-Jährige zunächst in einem Restaurant gewesen sein, ohne seine Rechnung bezahlen zu wollen. Nach einem Streit mit Mitarbeitern soll er die Gaststätte verlassen und sich mit einem Fleischermesser in der Hand zwei jungen Frauen genähert haben, ehe er sich wieder von ihnen entfernte.

Später soll er dann zwei zufällig vorbeikommende ältere Frauen angerempelt und einer von ihnen, der 88-Jährigen, in den Bauch gestochen haben. Der Mann nahm dabei laut Urteil den Tod der Frau billigend in Kauf. Die 88-Jährige musste notoperiert werden, starb aber rund einen Monat später an den Folgen ihrer Verletzungen.

Zum Motiv stellte das Gericht fest, dass der Angeklagte aus Verärgerung über den Streit im Restaurant und aus Frustration über seine Lebenssituation gehandelt habe - unter anderem wegen Arbeitslosigkeit und früherer Haftstrafen. Er habe diese Frustration an einem Zufallsopfer loswerden wollen.

Mit dem Urteil folgte das Gericht im Wesentlichen der Forderung der Staatsanwaltschaft. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

(A.Stefanowych--DTZ)

Empfohlen

Vor Präsidentenwahl in Brasilien: Polizei untersucht möglichen Sprengsatz vor Oberstem Gericht

Drei Tage vor Beginn der Präsidentschaftswahl in Brasilien ist vor dem höchsten Gericht des Landes womöglich ein Sprengsatz abgestellt geworden. Die Polizei untersuche den vor dem Gerichtsgebäude in der Hauptstadt Brasília abgestellten Rucksack, teilte der Oberste Gerichtshof am Donnerstag (Ortszeit) mit. Nach Angaben der Polizei wurde ein Verdächtiger festgenommen.

Fehlgeschlagene Hinrichtung von US-Todeskandidatin: Rufe nach Aus für Todesstrafe

Nach der fehlgeschlagenen Hinrichtung einer US-Todeskandidatin dringen Menschenrechtler auf die Abschaffung der Todesstrafe in den Vereinigten Staaten. Nach Amnesty International erklärte auch UN-Menschenrechtskommissar Volker Türk am Donnerstag: "Die Todesstrafe hat in keiner Gesellschaft einen Platz." Türk forderte Gnade für die verurteilte Mörderin Christa Pike, die zwei Giftspritzen überlebt hatte.

Schülerproteste in Frankreich: Regierung gibt Linkspopulisten Mitschuld

Angesichts der gewaltsamen Schülerproteste hat die französische Regierung der linkpopulistische Partei LFI eine Mitschuld für die Ausschreitungen gegeben. Die Protestbewegung sei "ein organisiertes Manöver der LFI und ihrer linksextremen Verbündeten", erklärte das Amt das Premierministers unter Berufung auf den Inlandsgeheimdienst am Donnerstag. Bis zum Nachmittag war es in zahlreichen Städten zu teils heftigen Ausschreitungen gekommen; es gab größere Brände und auch Angriffe auf Schulpersonal und Sicherheitskräfte.

Mehr als 13 Jahre Haft wegen Mordes für Narkosearzt in Hessen

Mehr als fünf Jahre nach dem Tod eines Mädchens bei einer Zahnbehandlung hat das Landgericht Frankfurt am Main einen Narkosearzt in einem neuen Prozess zu 13 Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt. Schuldig gesprochen wurde der 69-Jährige wegen Mordes, wie ein Gerichtssprecher am Donnerstag mitteilte. Die Kammer sah es als erwiesen an, dass er elementare Hygienestandards missachtet hatte.

Textgröße ändern: