Deutsche Tageszeitung - Ausgangssperre in Frankreich wird offenbar bis in den Mai verlängert

Ausgangssperre in Frankreich wird offenbar bis in den Mai verlängert


Ausgangssperre in Frankreich wird offenbar bis in den Mai verlängert
Ausgangssperre in Frankreich wird offenbar bis in den Mai verlängert / Foto: ©

Trotz positiver Entwicklung bei der Zahl der Covid-19-Todesfälle haben sich die Franzosen am Montag auf eine weitere Verlängerung der Ausgangssperre einstellen müssen. Präsident Emmanuel Macron wollte am Abend eine Fernsehansprache halten, in der er nach Informationen der Nachrichtenagentur AFP eine Verlängerung der Beschränkungen bis in den Mai hinein verkünden wollte. Für die Franzosen besteht seit dem 17. März eine strikte Ausgangssperre.

Textgröße ändern:

Macron befürworte eine deutliche Verlängerung der Ausgangssperre, sagten Vertraute des Präsidenten der Nachrichtenagentur AFP. Er wolle eine Frist nennen, die ihm genügend Zeit lasse, erste Lockerungen ins Auge zu fassen, über die "weiteren Anstrengungen" zu entscheiden und Pläne für das "Frankreich danach" zu entwerfen. Die Ausgangssperre dürfte somit "mindestens bis nach dem langen Wochenende um den 8. Mai" andauern, sagten die Vertrauten voraus.

Frankreich ist eines der am schwersten von der Pandemie betroffenen Länder in Europa. Die Zahl der Corona-Toten stieg am Sonntag auf insgesamt 14.393. Binnen 24 Stunden seien 315 Menschen im Krankenhaus an den Folgen des Virus gestorben, teilten die Behörden mit. Dies seien 30 Patienten weniger als am Vortag. Auch die Zahl der Patienten, die auf der Intensivstation lagen, sank den vierten Tag in Folge.

Die Menschen in Frankreich dürfen derzeit lediglich das Haus verlassen, wenn sie Lebensmittel einkaufen, zum Arzt gehen, ihren Hund spazieren führen oder allein joggen wollen. Für die Arbeit das Haus verlassen dürfen nur Menschen, denen keine Heimarbeit möglich ist. Ein Bußgeld von mindestens 135 Euro riskieren alle, die sich weiter als einen Kilometer vom Wohnort entfernen, um Sport zu machen oder mit Kindern spazieren zu gehen.

Die Sonntagszeitung "Journal du Dimanche" berichtete im Vorfeld der Fernsehansprache, Macron wolle die Schulen erst wieder im September öffnen. Dazu sagten die Vertrauten des Präsidenten AFP, zur Öffnung der Schulen gebe es noch keine Entscheidung. Auch wurde nicht damit gerechnet, dass der Staatschef konkrete Maßnahmen wie etwa eine allgemeine Atemschutzmasken-Pflicht oder die Erfassung von Erkrankten verkünden wird. Doch dürfte er zu der Frage von Grenzschließungen Stellung nehmen, auch wenn das Thema erst beim nächsten virtuellen EU-Gipfel Ende April ansteht. Die Fernsehansprache am Ostermontag ist bereits die vierte seit Beginn der Corona-Krise.

Inmitten der schweren Krise erlaubte es das Innenministerium am Samstag, dass die Franzosen künftig ihr Haus verlassen dürfen, um ein Haustier aus einem Tierheim aufzunehmen. "Es wurde beschlossen, dass für Fahrten zur Adoption von Tieren aus Tierheimen Toleranz gewährt wird", teilte das Innenministerium in Paris mit. Das Ministerium reagierte damit auf einen Aufruf des Tierschutzvereins SPA. Der Verein, der vor drei Wochen seine mehr als 60 Tierheime schließen musste, hatte die Regierung um eine Ausnahmegenehmigung gebeten, da in zahlreichen überfüllten Tierheimen tausende Tiere auf ein neues Zuhause warteten.

Unterdessen kehrte der Flugzeugträger "Charles de Gaulle" vorzeitig in den Hafen der südfranzösischen Stadt Toulon zurück, nachdem 50 Marinesoldaten positiv auf das Coronavirus getestet worden waren. Nach Angaben der Präfektur sollen alle 1900 Soldaten an Bord des atomar betriebenen Flugzeugträgers und seiner Begleit-Fregatte an Land in eine zweiwöchige Quarantäne gebracht und getestet werden. Die "Charles de Gaulle" sollte ursprünglich erst am 23. April nach Toulon zurückkehren. Das Flaggschiff der französischen Marine hatte zuletzt die internationale Koalition gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) unterstützt.

(P.Vasilyevsky--DTZ)

Empfohlen

Attacke nach Granatenwurf auf Friedhof: Weiterer Mann in Stuttgart verurteilt

Nach einem Handgranatenwurf im Zusammenhang mit einem seit rund zwei Jahren andauernden Bandenkrieg hat das Landgericht Stuttgart einen Mann zu fünf Jahren Haft wegen versuchten Totschlags und gefährlicher Körperverletzung verurteilt. Einem Gerichtssprecher zufolge sah es die zuständige Kammer am Donnerstag als erwiesen an, dass er den zu einer verfeindeten Gruppierung gehörenden Werfer der Granate im Juni vergangenen Jahres attackiert und gemeinsam mit weiteren Männern schwer verletzt hatte.

34-Jähriger ertränkte Bekannten im Berliner Fluss Wuhle - zehnjährige Haftstrafe

Wegen der Tötung eines Bekannten ist ein 34-jähriger Mann in Berlin zu einer Freiheitsstrafe von zehn Jahren verurteilt worden. Damit blieb das Landgericht um ein Jahr unter der Forderung der Staatsanwaltschaft, wie eine Gerichtssprecherin am Donnerstag mitteilte. Die Verteidigung hatte eine Freiheitsstrafe von vier Jahren und sieben Monaten gefordert.

Lange Haftstrafen für Männer nach Millionendiebstahl aus Schließfach in Berlin

Nach einem spektakulären Diebstahl von Schmuck, Uhren und Bargeld in Millionenhöhe aus einer Schließfachanlage in Berlin müssen die Täter für mehrere Jahre in Haft. Das Landgericht Berlin verurteilte die Männer am Donnerstag zu Freiheitsstrafen zwischen dreieinhalb und acht Jahren. Sie hätten durch die Tat vor eineinhalb Jahren nicht nur wirtschaftlichen, sondern auch immateriellen Schaden etwa durch den Diebstahl von Familienschmuckstücken verursacht, sagte der Vorsitzende Richter Michael Mattern in seiner Urteilsbegründung.

International gesuchter Totschläger an Frankfurter Flughafen festgenommen

Die Bundespolizei hat am Flughafen in Frankfurt am Main einen international gesuchten mutmaßlichen Totschläger festgenommen. Er soll für einen Totschlag in Südkorea verantwortlich gewesen sein, wie die Beamten am Donnerstag mitteilten. Seit 2020 war er mit einem internationalen Haftbefehl gesucht worden.

Textgröße ändern: