Deutsche Tageszeitung - Nach gescheiterter Hinrichtung: UN-Kommissar Türk fordert Gnade für Christa Pike

Nach gescheiterter Hinrichtung: UN-Kommissar Türk fordert Gnade für Christa Pike


Nach gescheiterter Hinrichtung: UN-Kommissar Türk fordert Gnade für Christa Pike
Nach gescheiterter Hinrichtung: UN-Kommissar Türk fordert Gnade für Christa Pike / Foto: © AFP/Archiv

Nach der fehlgeschlagenen Hinrichtung einer Frau im US-Bundesstaat Tennessee hat UN-Menschenrechtskommissar Volker Türk Gnade für Christa Pike gefordert. "Die Todesstrafe hat in keiner Gesellschaft einen Platz", erklärte Türk am Donnerstag im Onlinedienst X. Er appellierte an die Behörden, auf die Hinrichtung der zum Tode verurteilten Mörderin zu verzichten.

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Pike hatte am Mittwoch (Ortszeit) zwei Versuche überlebt, sie per Giftspritze zu töten. Nach Angaben ihrer Anwälte wurde die 50-Jährige danach in einem Krankenhaus behandelt. Über ihren Zustand war vorerst nichts bekannt. Ein Gnadengesuch hatte der Gouverneur von Tennessee kurz zuvor abgelehnt. Der Oberste Gerichtshof in Washington kippte zudem einen Aufschub der geplanten Hinrichtung - der ersten einer Frau in Tennessee seit mehr als 200 Jahren.

Das UN-Menschenrechtsbüro erklärte dazu: "Der Fall von Christa Pike macht eine Vielzahl von Gründen deutlich, warum die Todesstrafe abgeschafft werden sollte. Das anhaltende körperliche und seelische Leiden durch mehrere gescheiterte Hinrichtungsversuche ist verabscheuungswürdig und grausam." Zudem seien wichtige Fragen zu einem fairen Verfahren ungeklärt.

Die Hinrichtung ist auch in den USA umstritten: Pike hatte 1995 ihre 19-jährige Klassenkameradin Colleen Slemmer geschlagen und getötet und wurde deshalb wegen Mordes verurteilt. Ihre Anwälte forderten aber eine Begnadigung, weil sie die Tat im Alter von nur 18 Jahren beging und als Opfer langjährigen sexuellen Missbrauchs unter psychischen Problemen litt.

Türk erklärte weiter, er sei grundsätzlich "besorgt über den Anstieg der Hinrichtungen" in den USA. Ihre Zahl ist seit dem erneuten Amtsantritt von Präsident Donald Trump Anfang 2025 sprunghaft gestiegen. Der Rechtspopulist hatte dazu aufgerufen, die Kapitalstrafe häufiger zu verhängen. Im vergangenen Jahr wurden nach Angaben des Death Penalty Information Center 47 Menschen hingerichtet, der höchste Stand seit 2009. In diesem Jahr waren es bereits 28.

(B.Izyumov--DTZ)

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