Deutsche Tageszeitung - Drei Männer wegen Mordes an drei Surf-Touristen in Mexiko schuldig gesprochen

Drei Männer wegen Mordes an drei Surf-Touristen in Mexiko schuldig gesprochen


Drei Männer wegen Mordes an drei Surf-Touristen in Mexiko schuldig gesprochen
Drei Männer wegen Mordes an drei Surf-Touristen in Mexiko schuldig gesprochen / Foto: © AFP

Zweieinhalb Jahre nach der Ermordung von drei Surf-Touristen aus den USA und Australien sind in Mexiko drei Männer schuldig gesprochen worden. Ein Gericht in Ensenada erklärte am Freitag (Ortszeit), die Angeklagten hätten die Gewalttat arglistig und mit Vorsatz begangen. Das Strafmaß gegen sie soll kommenden Freitag verkündet werden. Die Staatsanwaltschaft hatte 210 Jahre Haft gefordert, auch wenn die Höchststrafe in dem betreffenden Bundesstaat Baja California bei 60 Jahren liegt.

Textgröße ändern:

Im April 2024 waren die 30 und 33 Jahre alten Brüder Jake und Callum Robinson aus Australien und ihr 30 Jahre alter Freund Jack Carter Rhoad aus den USA während eines Surf-Urlaubs in Baja California verschwunden. Wenige Tage später wurden ihre Leichen verborgen an einer Steilküste gefunden. Sie wiesen Schusswunden am Kopf auf.

Die drei Männer, die nun schuldig gesprochen wurden, sind die mutmaßlichen Komplizen der bereits zu 20 Jahren Haft verurteilten Drahtzieherin des Verbrechens. Die Frau hatte in ihrem Prozess gestanden, die Männer zu dem Raubüberfall angestiftet zu haben, der zum Mord an den Surfern führte. "Sie haben gute Handys und gute Reifen" an ihrem Wagen, sagte sie nach eigener Aussage zu ihrem Freund und den zwei Mitangeklagten.

Die Eltern der Robinson-Brüder waren zu dem einmonatigen Prozess nach Mexiko gereist. Nach dem Schuldspruch brach die Mutter Debra Robinson in Tränen aus. Am letzten Verhandlungstag hatte sie gesagt, am meisten schmerze sie, dass ihre Söhne "in ihren letzten Stunden" mit "solch einer Grausamkeit" behandelt worden seien.

"Wenn auch kein Urteil unsere Jungs je zurückbringen oder unseren Herzschmerz über ihren Verlust mildern kann", sei der Schuldspruch "ein wichtiger Schritt in Richtung Gerechtigkeit", erklärte der Vater Martin Robinson nun im Namen der Familie.

Das Verbrechen hatte in den Heimatländern der Opfer Erschütterung und Trauer ausgelöst. Der Bundesstaat Baja California im Nordwesten Mexikos umfasst den nördlichen Teil der gleichnamigen Halbinsel Baja California und zählt zu den besonders von Drogenkriminalität betroffenen mexikanischen Bundesstaaten. Touristen sind meist aber nicht von der Gewalt betroffen.

(M.Travkina--DTZ)

Empfohlen

Schweres Erdbeben in Panama: Staatschef spricht von "großer Katastrophe"

Ein Erdbeben der Stärke 7,7 hat in Panama schwere Schäden verursacht. Staatschef José Raúl Mulino sprach am Freitag (Ortszeit) von einer "großen Katastrophe", durch die ganze Straßenzüge eingestürzt seien. Opfer wurden zunächst nicht gemeldet. Das Beben hatte sich in geringer Tiefe in der zentralen Provinz Herrera ereignet und auch die Menschen in der rund 200 Kilometer entfernten Hauptstadt Panama-Stadt in Panik versetzt.

Panamas Staatschef: Erdbeben ist eine "große Katastrophe"

Nach dem schweren Erdbeben in Panama hat der Präsident des mittelamerikanischen Landes, José Raúl Mulino, von einer "großen Katastrophe" gesprochen. "Die Katastrophe, mit der wir uns konfrontiert sehen, ist groß", sagte der Staatschef am Freitag (Ortszeit) vor Journalisten. Nach dem Beben der Stärke 7,7 gebe es Straßen, die "komplett eingestürzt" seien. Opfer wurden zunächst nicht gemeldet.

Menschenrechtsbeauftragter der Bundesregierung fordert weltweite Abkehr von Todesstrafe

Inmitten von Kontroversen über Hinrichtungen in den USA hat der Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Lars Castellucci (SPD), auf die Abschaffung der Todesstrafe überall in der Welt gedrungen. "Die Todesstrafe ist mit der Würde des Menschen unvereinbar, denn sie ist eine unmenschliche und besonders grausame Form der Bestrafung", erklärte Castellucci am Samstag zum Welttag gegen die Todesstrafe. Deutschland und alle anderen EU-Mitgliedstaaten lehnten die Todesstrafe "unter allen Umständen" ab.

US-Politiker und UNO fordern Verzicht auf geplante Liveübertragung einer Hinrichtung

In den USA wächst der Druck auf Verteidigungsminister Pete Hegseth, auf die angekündigte Liveübertragung der Hinrichtung eines zum Tode verurteilten Attentäters zu verzichten. US-Vizepräsident JD Vance äußerte am Freitag Zweifel und sagte, er werde sich einen Livestream nicht anschauen. Republikaner wie auch Demokraten im Kongress erklärten, eine öffentliche Hinrichtung erinnere an autoritäre Regierungen und Extremisten. Das UN-Menschenrechtskommissariat sprach von einer Art "Folter".

Textgröße ändern: