Deutsche Tageszeitung - Mehr als 30 Jahre nach Raubmord in Supermarkt in Tönisvorst: Verdächtiger gefasst

Mehr als 30 Jahre nach Raubmord in Supermarkt in Tönisvorst: Verdächtiger gefasst


Mehr als 30 Jahre nach Raubmord in Supermarkt in Tönisvorst: Verdächtiger gefasst
Mehr als 30 Jahre nach Raubmord in Supermarkt in Tönisvorst: Verdächtiger gefasst / Foto: © AFP/Archiv

Mehr als 30 Jahre nach einem Raubmord in einem Supermarkt im nordrhein-westfälischen Tönisvorst haben Ermittler einen Tatverdächtigen festgenommen. Weitere Details wollen die Staatsanwaltschaft Krefeld und die Polizei am Dienstag bei einer Pressekonferenz in Mönchengladbach bekanntgeben, wie sie am Montag mitteilten. Am 25. Januar 1995 war die 24-jährige Leiterin einer Filiale des Discounters Lidl in Tönisvorst im Kreis Viersen erdrosselt worden, dann raubten der oder die Täter den Tresor aus.

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Ende September berichtete die Polizei von neuen DNA-Spuren in dem Fall, die zu dem Täter oder den Tätern führen könnten. Anders als vor 30 Jahren stehen für die Auswertung der Spuren heute demnach moderne Methoden zur Verfügung.

Die Polizei nahm damals eine Vielzahl von DNA-Proben. Rettungskräfte, Polizeibeamte sowie Menschen aus dem persönlichen und dem beruflichen Umfeld von Sonja K. gaben eine Speichelprobe ab. Darunter waren auch Lieferanten, Ladendetektive und Reinigungskräfte.

Bislang unbekannte Täter waren an jenem Januarmorgen des Jahres 1995 in die Filiale eingedrungen, um Bargeld zu stehlen. Sie fesselten und knebelten die Filialleiterin Sonja K., die vor der Eröffnung des Geschäfts Waren einräumte. Sie wurde erdrosselt und starb noch vor Ort. Aus dem Tresor raubten die Täter dann mehrere tausend Mark.

Ein Schlüsselbund unter anderem mit dem Schlüssel zum Haupteingang und zum Tresor, den das Opfer bei sich trug, sind seit der Tat verschwunden. Die Ermittler gingen bislang davon aus, dass mehrere Täter gemeinschaftlich handelten, ihnen die Filiale bekannt war und sie von den internen Abläufen wussten.

Die Ermittler suchten bislang auch erfolglos nach zwei Jugendlichen, die sich damals vor dem Eingang des Supermarkts aufgehalten haben sollen. Die Eltern des Opfers starben nach Polizeiangaben mittlerweile. Die beiden Brüder des Opfers hoffen demnach noch, dass der Fall aufgeklärt wird.

Der Fall gilt als Cold Case, also als lange zurückliegende Tat. Die Polizei Mönchengladbach nahm in ähnlichen Fällen die Ermittlungen zu ungeklärten Tötungsdelikten aus den vergangenen Jahrzehnten in Zusammenarbeit mit dem Landeskriminalamt Nordrhein-Westfalen und der zuständigen Staatsanwaltschaft wieder auf.

(G.Khurtin--DTZ)

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