Deutsche Tageszeitung - Drosten blickt skeptisch auf aktuelle Corona-Politik

Drosten blickt skeptisch auf aktuelle Corona-Politik


Drosten blickt skeptisch auf aktuelle Corona-Politik
Drosten blickt skeptisch auf aktuelle Corona-Politik

Der Berliner Virologe Christian Drosten ist vom aktuellen staatlichen Vorgehen in der Corona-Pandemie ernüchtert. Er traue der Politik "ein konsequentes Handeln im Moment nicht mit Sicherheit zu", sagt er der "Zeit" laut Vorabmeldung vom Mittwoch. "Gerade die aktuellen Entscheidungen, die neue große Uneinigkeit, haben mich da noch weniger zuversichtlich gemacht."

Textgröße ändern:

Drosten war in der Pandemie zu einem der bekanntesten Wissenschaftler Deutschlands geworden. Er ist Direktor des Instituts für Virologie an der Berliner Charité. Drosten sitzt auch im Corona-Expertenrat der Bundesregierung.

Der Podcast "Das Coronavirus-Update" mit Drosten und seiner Fachkollegin Sandra Ciesek endet in diesem Monat. "Ich gestehe, ich war derjenige, der gesagt hat: Ich schaffe es nicht mehr", sagte Drosten dazu der "Zeit". "Ich brauche Zeit für die Forschung. Ich habe ein Institut zu leiten."

Wenn sich große Probleme in der Corona-Lage auftäten, "werde ich wieder aktiver", versicherte Drosten zugleich. "Dafür brauche ich aber keinen Podcast. Ich kann in einem Interview einfach meine Meinung sagen."

(M.Dylatov--DTZ)

Empfohlen

Koalition debattiert weiter über Pflegereform - Kosten steigen derweil weiter

Die Koalition debattiert weiter über Details einer Strukturreform der Pflegeversicherung - die Kosten steigen derweil weiter. Die Durchschnittslöhne in der Pflege legten in diesem Jahr abermals zu: um 3,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf nun 24,50 Euro pro Stunde. Dies geht aus Berechnungen des Spitzenverbands der Gesetzlichen Krankenkassen (GKV) hervor, die am Donnerstag veröffentlicht wurden. Der Verband mahnte eine rasche Umsetzung von Reformen an, um einen weiteren Anstieg der von den Versicherten zu zahlenden Eigenanteile zu bremsen.

Eineinhalb Millionen Betroffene: Leopoldina fordert bessere Therapien bei Long-Covid

Auch mehrere Jahre nach dem Ende der Coronapandemie gibt es Experten zufolge erhebliche Versorgungslücken bei der Behandlung von Spätfolgen wie Long-Covid. Betroffene würden nach wie vor falsch diagnostiziert und fänden keine ausreichenden Therapiemöglichkeiten bei Ärzten und in Hochschulambulanzen, erklärte die Wissenschaftsakademie Leopoldina in einer am Donnerstag veröffentlichten Stellungsnahme zu postinfektiösen Erkrankungen.

Linnemann weist Pflege-Forderungen der SPD zurück: Kostendeckel wäre "gefährlich"

Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann (CDU) hat die Forderung des Koalitionspartners SPD nach einer Deckelung der Eigenanteile bei der Pflege kategorisch zurückgewiesen. "Ein Deckel ist ja hochgradig gefährlich", sagte Linnemann am Mittwochabend im "heute journal" des ZDF. "Das muss man einfach so sagen." Ein solcher Deckel würde dazu führen, "dass die Kosten weiter ausarten", warnte der Minister.

Bundeskabinett beschließt Pflegereform - aber weiter Kritik

Bis zuletzt hatten Union und SPD um die Pflegereform gerungen, nun wurde sie im Bundeskabinett verabschiedet. Sie blieb dabei größtenteils so, wie sie Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann (CDU) geplant hatte. Dieser sprach am Mittwoch von einem "ersten wichtigen Schritt" zur Stabilisierung des Pflegesystems. Die Hauptforderungen der SPD blieben hingegen unberücksichtigt - um sie soll sich eine neue Kommission kümmern.

Textgröße ändern: