Deutsche Tageszeitung - Umfrage: 42 Prozent der mittelständischen Unternehmen von Materialknappheit betroffen

Umfrage: 42 Prozent der mittelständischen Unternehmen von Materialknappheit betroffen


Umfrage: 42 Prozent der mittelständischen Unternehmen von Materialknappheit betroffen
Umfrage: 42 Prozent der mittelständischen Unternehmen von Materialknappheit betroffen / Foto: © AFP/Archiv

Kleine und mittlere Unternehmen haben laut einer Umfrage der Förderbank KfW weiterhin große Schwierigkeiten bei der Beschaffung von Material. 42 Prozent der Unternehmen gaben an, nicht alle benötigten Materialien beziehen zu können, das waren sechs Prozentpunkte weniger als im vergangenen September, wie die KfW am Montag erklärte. Der Rückgag war jedoch hauptsächlich auf den Dienstleistungssektor zurückzuführen, der vergleichsweise wenig von Vorleistungen abhängig ist.

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In anderen Wirtschaftszweigen war die Situation demnach deutlich angespannter: So lag der Anteil der von Materialknappheit betroffenen Unternehmen im verarbeitenden Gewerbe und im Bau weiterhin bei 78 Prozent, im Groß- Einzelhandel stieg der Anteil seit September um fünf Prozentpunkte auf 68 Prozent. Besonders stark betroffen waren die rund 3,8 Millionen mittelständischen Unternehmen, die Vorprodukte aus dem Ausland bezogen: Acht von zehn dieser Unternehmen hatten mit Materialknappheit zu kämpfen.

Die gestörten Lieferketten führten zudem in 23 Prozent der mittelständischen Unternehmen zu einem erhöhten Beschaffungsaufwand, 22 Prozent berichteten von Beeinträchtigungen bei der Produktion. 21 Prozent konnten nach eigenen Angaben Liefertermine nicht einhalten, elf Prozent begannen, eigene Lagerbestände aufzubauen. Neun Prozent der Mittelständler mussten bereits Aufträge ablehnen. Auf die Beschäftigung hatten die Herausforderungen hingegen in lediglich drei Prozent der Unternehmen negative Auswirkungen.

Die Unternehmen reagierten auf die angespannte Lage laut KfW zumeist mit Preisanpassungen. Jedes vierte mittelständische Unternehmen hatte laut Umfrage zuletzt die Preise erhöht. Die Lieferengpässe blieben neben den hohen Energiepreisen somit "ein wesentlicher Inflationstreiber", erklärte die KfW weiter.

Die Schwierigkeiten machten sich demnach auch in den Auslandsumsätzen der deutschen Mittelständler bemerkbar. Nachdem diese im ersten Pandemiejahr 2020 um elf Prozent auf 533 Milliarden Euro eingebrochen waren, erwartet die KfW für das Jahr 2021 einen Anstieg um sechs Prozent auf 566 Milliarden Euro. Das Vorkrisenniveau wurde somit nicht erreicht. Die Entwicklung für das laufende Jahr sei "schwer abzuschätzen". Der Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine berge die Gefahr eines "starken Wirtschaftsabschwungs" in Europa, warnte die KfW.

Die Erhebung basiert auf Daten des KfW-Mittelstandspanels und zwei Sonderbefragungen zum Thema Lieferengpässe. Am Mittelstandspanel beteiligen sich jährlich bis zu 15.000 deutsche Unternehmen, die Daten für die Sonderbefragungen wurden im September 2021 und im März 2022 erhoben.

(U.Kabuchyn--DTZ)

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