Deutsche Tageszeitung - Hausärzte fordern mehr staatliches Engagement für höhere Impfquote

Hausärzte fordern mehr staatliches Engagement für höhere Impfquote


Hausärzte fordern mehr staatliches Engagement für höhere Impfquote
Hausärzte fordern mehr staatliches Engagement für höhere Impfquote / Foto: © AFP/Archiv

Die deutschen Hausärzte fordern stärkere Anstrengungen des Staates, um rechtzeitig vor dem Winter die Corona-Impfquote zu steigern. Die Impfstofflieferungen müssten "endlich verlässlich stattfinden" und es dürfe nicht ständig zu Verschiebungen kommen, sagte der Vorsitzende des Deutschen Hausärzteverbandes, Markus Beier, den Zeitungen der Funke Mediengruppe. "Außerdem warten wir nach wie vor auf die lange angekündigte Impfkampagne."

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Bislang habe sich erst knapp ein Viertel der über 60-Jährigen für eine vierte Impfung entschieden. Hier herrsche ein "sehr hoher Nachholbedarf", mahnte der Ärztevertreter.

Mit Blick auf die Impfempfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) zu den neuen Omikron-Impfstoffen äußerte sich Beier zufrieden: "Das schafft Vertrauen und ist eine Voraussetzung dafür, das Thema Corona-Impfungen noch aktiver in die Bevölkerung zu tragen."

Dass es bisher keine ausdrückliche Stiko-Empfehlung zu den angepassten Impfstoffen gab, habe bei einigen Patienten zu Zurückhaltung geführt. Einige hätten auch auf den an BA.4/BA.5 angepassten Impfstoff warten wollen. Hier schaffe die Stiko nun Klarheit: Die Unterschiede zwischen den verschiedenen angepassten Impfstoffen seien sehr gering. "Wer mit dem Booster dran ist, sollte sich diesen jetzt abholen und nicht taktieren", sagte Beier.

Die Ständige Impfkommission (Stiko) hatte die an die Omikron-Varianten angepassten Corona-Impfstoffe am Dienstag als Auffrischungsimpfung empfohlen. Vorrangiges Ziel bleibe "die Verhinderung schwerer Covid-19-Verläufe", erklärte das Gremium.

Entscheidender als die Wahl des konkreten Impfstoffs ist nach Ansicht der Impfexperten aber, dass sich die Menschen überhaupt impfen und sich insbesondere boostern lassen.

Beier sieht auch nach der Zulassung der angepassten Impfstoffe keine Notwendigkeit, erneut Impfzentren hochzufahren. Parallelstrukturen brauche es in Zeiten, in denen Ressourcen und Geld gespart werden müssten, "definitiv nicht mehr", sagte er den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND).

(Y.Ignatiev--DTZ)

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