Deutsche Tageszeitung - Schwimm-Legende Michael Phelps hat neue Mission gefunden

Schwimm-Legende Michael Phelps hat neue Mission gefunden


Schwimm-Legende Michael Phelps hat neue Mission gefunden
Schwimm-Legende Michael Phelps hat neue Mission gefunden / Foto: © AFP

Einst reiste Schwimm-Legende Michael Phelps um die Welt, um eine Medaille nach der anderen zu gewinnen - heute reist er durch die ganze Welt, um auf die Bedeutung der mentalen Gesundheit von Athleten aufmerksam zu machen. "Ich ziehe es vor, ein Leben retten zu können, statt eine neue Goldmedaille zu gewinnen", sagt er im Interview mit der Nachrichtenagentur AFP in Paris.

Textgröße ändern:

Zu viele Olympia-Teilnehmer hätten Suizid begangen. "Ich will nicht noch mehr Mitglieder meiner olympischen Familie verlieren", sagt er.

Jahrelang verheimlichte der einstige "Hai" von Baltimore seine Depressionen. Erstmals litt Phelps während der Olympischen Spiele in Athen im Jahr 2004 darunter. Trotzdem brachte er damals acht Medaillen mit nach Hause, sechs davon in Gold. Sein erfolgreiche Laufbahn dauerte bis zu den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro 2016.

"Wettkämpfe austragen war das, was ich wollte. Ich war ein Hai, ich habe im Wasser Blut gerochen, und ich habe weiter gemacht", erzählt er. Damals habe er sich davor gefürchtet, sein Leiden zuzugeben. Er fürchtete, dass seine Gegner dies als Zeichen der Schwäche ausgelegt und sie einen Vorteil daraus gezogen hätten. "Ich habe eine Phase durchlebt, in der ich nicht mehr leben wollte", gibt er zu.

Phelps, der auch an einer Dokumentation über die mentale Gesundheit von Sportlerinnen und Sportlern mitwirkte, würdigt die japanische Tennisspielerin Naomi Osaka und die US-Kunstturnerin Simone Biles für ihre Offenheit. "Ich muss Naomi gratulieren", sagte er AFP. Sie habe auf Online-Plattformen in ihren eigenen Worten geschildert, was sie durchmache. "Das ist nicht leicht."

Simone Biles habe auf dem Höhepunkt ihrer Karriere wegen mentaler Probleme den Wettkampf abgebrochen. "Das zeigt, wie unerwartet eine mentale Krankheit kommt. Es kann einfach so auftauchen", sagte er mit einem Fingerschnippen.

Seine Frau Nicole könne bestätigen, dass es bei ihm Tage gebe, "an denen ich aufwache und mich großartig fühle, und am nächsten Tag wache ich auf und bin ein komplett anderer Mensch". Es gehe für ihn darum, sein Gleichgewicht zu finden.

(V.Sørensen--DTZ)

Empfohlen

Arbeitgeber fordern "Ausgabenmoratorium" bei gesetzlicher Krankenversicherung

Vor der Veröffentlichung der Empfehlungen zur Reform der gesetzlichen Krankenversicherung hat Arbeitgeber-Präsident Rainer Dulger eine Begrenzung der Ausgaben angemahnt. "Wir haben heute schon die teuerste Gesundheitsversorgung Europas - allerdings ohne die entsprechende Qualität“, sagte der Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) der "Welt am Sonntag". Er forderte ein "Ausgabenmoratorium", um den weiteren Anstieg der Beiträge für Arbeitnehmer und Arbeitgeber kurzfristig zu stoppen.

Bundestag macht Weg frei für leichtere "Überkreuz"-Nierenspenden

Nierenspenden durch lebende Personen sollen künftig leichter möglich sein. Der Bundestag beschloss am Donnerstag eine Gesetzesänderung, wonach Lebendspenden von Nieren hierzulande künftig auch zwischen zwei unterschiedlichen Paaren "überkreuz" im Regelfall zugelassen werden. Dies soll den Kreis möglicher Organspenderinnen und -spender erheblich vergrößern.

GKV-Finanzen: Kassen fordern "entschlossenes politisches Handeln"

Vor dem Hintergrund von Milliardendefiziten in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) haben die Kassen "entschlossenes politisches Handeln" gefordert. "Bringen Sie noch vor dem Sommer ein Gesetz auf den Weg, damit die Maßnahmen spätestens im Jahr 2027 greifen", appellierte der Verwaltungsrat des GKV-Spitzenverbands am Donnerstag an die Politik. "Weitere Beitragssatzerhöhungen sind für die Beitragszahlenden nicht mehr tragbar und wären zudem Gift für die Wirtschaft!"

Klingbeil-Rede bringt Bewegung in Reformdebatten von Union und SPD

In die Reformdebatten von Union und SPD kommt zunehmend Bewegung. Nach der Grundsatzrede von SPD-Chef Lars Klingbeil ist die Debatte darüber voll entbrannt, wie Belastungen durch Entlastungen an anderer Stelle ausgeglichen werden könnten und umgekehrt. Kritik kommt parteiübergreifend an Überlegungen für eine Anhebung der Mehrwertsteuer.

Textgröße ändern: