Deutsche Tageszeitung - RKI: Psychische Gesundheit in Pandemie verschlechtert

RKI: Psychische Gesundheit in Pandemie verschlechtert


RKI: Psychische Gesundheit in Pandemie verschlechtert
RKI: Psychische Gesundheit in Pandemie verschlechtert / Foto: © AFP/Archiv

Nach einer leichten Verbesserung zu Beginn der Coronapandemie hat sich die psychische Gesundheit von Erwachsenen in Deutschland in späteren Wellen verschlechtert. Darauf deuten erste Befunde einer Untersuchung des Robert-Koch-Instituts (RKI) hin, die am Dienstag in Berlin veröffentlicht wurden. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler befragten monatlich zunächst 1000 Menschen, seit diesem Jahr sind es jeden Monat 3000.

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Depressive Symptome wie Interessenverlust und Niedergeschlagenheit gingen demnach im Frühling und Sommer 2020 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zurück. Zwischen März und September 2019 seien elf Prozent der Bevölkerung über dem Schwellenwert belastet gewesen, zwischen März und September 2020 nur neun Prozent, berichtet das RKI.

Im gleichen Zeitraum 2021 sei der Anteil dann auf 13 Prozent gestiegen und zwischen März und Juni dieses Jahres sogar auf 17 Prozent. Diese Entwicklung ziehe sich durch alle Geschlechter, Bildungs- und Altersgruppen. Besonders betroffen seien Frauen, junge Erwachsene und ältere Menschen über 65 Jahre.

Auch die Entwicklung von Angstsymptomen weise auf eine Verschlechterung der psychischen Gesundheit hin. So hätten zwischen März und September 2021 noch sieben Prozent der Befragten eine auffällige Belastung durch Angst angegeben, zwischen März und Juni 2022 seien es schon elf Prozent gewesen. Gleichzeitig sei der Anteil derjenigen gesunken, die ihre psychische Gesundheit als sehr gut oder ausgezeichnet einschätzten - von 44 auf 40 Prozent.

Die Entwicklung erfordere "Wachsamkeit bei Akteurinnen und Akteuren aus Politik, Gesundheitsversorgung und -förderung sowie Prävention", erklärte das RKI. Es bestehe der Bedarf nach weiterer Beobachtung. "Durch die RKI-Daten lassen sich Trends frühzeitig erkennen und Handlungsbedarf für Forschung, Praxis und Politik identifizieren", erklärte RKI-Präsident Lothar Wieler.

Bei den Ergebnissen handelt es sich um einen sogenannten Preprint, sie sind also noch nicht von unabhängigen Gutachtern bewertet. Das RKI wies darauf hin, dass mit dem Ukraine-Krieg, der Klimakrise und saisonalen Schwankungen weitere Geschehnisse Einfluss auf die kollektive psychische Gesundheit haben könnten.

(V.Sørensen--DTZ)

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