Deutsche Tageszeitung - WHO: Impfungen haben seit 1974 mindestens 154 Millionen Menschenleben gerettet

WHO: Impfungen haben seit 1974 mindestens 154 Millionen Menschenleben gerettet


WHO: Impfungen haben seit 1974 mindestens 154 Millionen Menschenleben gerettet
WHO: Impfungen haben seit 1974 mindestens 154 Millionen Menschenleben gerettet / Foto: © AFP

Impfungen haben in den vergangenen 50 Jahren nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) mindestens 154 Millionen Menschenleben gerettet. Am meisten von den Impfungen hätten Säuglinge profitiert, erklärte die WHO am Mittwoch. "Dank dieser Impfstoffe hat ein Kind, das heute geboren wird, eine um 40 Prozent höhere Wahrscheinlichkeit, seinen fünften Geburtstag zu erleben, als ein Kind, das vor 50 Jahren geboren wurde", sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus.

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Tedros nannte Impfstoffe die "mächtigste Erfindung der Geschichte". Einst gefürchtete Krankheiten würden durch sie vermeidbar. "Die Pocken wurden ausgerottet, die Kinderlähmung steht kurz vor der Ausrottung, und mit der neueren Entwicklung von Impfstoffen gegen Krankheiten wie Malaria und Gebärmutterhalskrebs verschieben wir die Grenzen von Krankheiten immer weiter."

In einer in der Fachzeitschrift "Lancet" veröffentlichten Studie nahm die WHO eine umfassende Analyse der Auswirkungen von 14 Impfstoffen vor, die im Rahmen des Erweiterten Impfprogramms (EPI) eingesetzt werden, das im nächsten Monat sein 50-jähriges Bestehen feiert. Der Studie zufolge wurden in den letzten fünf Jahrzehnten 101 Millionen Säuglinge durch Immunisierung gerettet.

Den Angaben zufolge hatte der Impfstoff gegen Masern - eine hochansteckende Viruserkrankung, die vor allem Kinder befällt - die größte Wirkung. Diese Impfung zeichne für 60 Prozent der geretteten Leben verantwortlich, heißt es in der Studie.

Die WHO rief zudem am Mittwoch zusammen mit der UN-Kinderhilfswerk Unicef, der Impfallianz Gavi und der Bill-und-Melinda-Gates-Stiftung die Kampagne "Humanly Possible" ("Menschenmöglich") ins Leben. Damit sollen Impfprogramme auf der ganzen Welt ausgeweitet werden.

Die Bemühungen um eine breitere Versorgung mit Impfstoffen stoßen zunehmend auf Impfgegner und Verschwörungstheorien, die in den Onlinediensten kursieren. Dies zeigte sich insbesondere während der Corona-Pandemie, hat aber auch negative Auswirkungen auf die Verhinderung von Masernausbrüchen.

2022 wurden weltweit mehr als neun Millionen Masernfälle gemeldet, 136.000 Kinder starben an der Krankheit. "Der Masernimpfstoff ist ein sicherer und hochwirksamer Impfstoff", betonte die WHO-Impfbeauftragte Kate O'Brien. Die Anstrengungen gegen "eines der ansteckendsten Viren, mit denen Menschen infiziert werden", müssten verstärkt werden.

(L.Barsayjeva--DTZ)

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