Deutsche Tageszeitung - TK-Umfrage: Jeder Dritte mit Gesundheitssystem nicht zufrieden

TK-Umfrage: Jeder Dritte mit Gesundheitssystem nicht zufrieden


TK-Umfrage: Jeder Dritte mit Gesundheitssystem nicht zufrieden
TK-Umfrage: Jeder Dritte mit Gesundheitssystem nicht zufrieden / Foto: © AFP/Archiv

Fast jeder oder jede Dritte ist einer Umfrage zufolge mit dem deutschen Gesundheitssystem nicht zufrieden. Laut einer am Mittwoch in Hamburg vorgestellten Forsa-Befragung für die Techniker Krankenkasse (TK) verdreifachte sich die Unzufriedenheit binnen vier Jahren. Während 2021 zehn Prozent der Befragten angaben, mit dem Gesundheitswesen nicht zufrieden zu sein, sind es aktuell 30 Prozent.

Textgröße ändern:

Insgesamt 70 Prozent der Befragten sind demnach zufrieden oder sehr zufrieden mit dem Gesundheitssystem. Nachdem der Anteil zwischen 2014 und 2021 stetig gewachsen war, "kehrt sich der Trend um", wie TK-Chef Jens Baas erklärte. Er verwies auf eine seit Jahren steigende finanzielle Belastung der Versicherten und zunehmende Klagen über lange Wartezeiten für Arzttermine.

Der Umfrage zufolge sind 38 Prozent mit dem Angebot an Facharztpraxen weniger zufrieden oder unzufrieden - 2017 waren das noch 27 Prozent. 62 Prozent beklagen Wartezeiten auf Facharzttermine, 2017 waren dies 50 Prozent. Mit 94 Prozent rechnet die große Mehrheit der Befragten außerdem damit, dass die Krankenkassenbeiträge weiter steigen werden.

Baas forderte von der neuen Bundesregierung, die "Beitragsspirale" zu stoppen. "Die Beiträge sind auf über 17 Prozent gestiegen, und Ende des Jahrzehnts werden sie bei 20 Prozent sein, wenn nichts passiert", warnte er.

(O.Tatarinov--DTZ)

Empfohlen

Arbeitgeber fordern "Ausgabenmoratorium" bei gesetzlicher Krankenversicherung

Vor der Veröffentlichung der Empfehlungen zur Reform der gesetzlichen Krankenversicherung hat Arbeitgeber-Präsident Rainer Dulger eine Begrenzung der Ausgaben angemahnt. "Wir haben heute schon die teuerste Gesundheitsversorgung Europas - allerdings ohne die entsprechende Qualität“, sagte der Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) der "Welt am Sonntag". Er forderte ein "Ausgabenmoratorium", um den weiteren Anstieg der Beiträge für Arbeitnehmer und Arbeitgeber kurzfristig zu stoppen.

Bundestag macht Weg frei für leichtere "Überkreuz"-Nierenspenden

Nierenspenden durch lebende Personen sollen künftig leichter möglich sein. Der Bundestag beschloss am Donnerstag eine Gesetzesänderung, wonach Lebendspenden von Nieren hierzulande künftig auch zwischen zwei unterschiedlichen Paaren "überkreuz" im Regelfall zugelassen werden. Dies soll den Kreis möglicher Organspenderinnen und -spender erheblich vergrößern.

GKV-Finanzen: Kassen fordern "entschlossenes politisches Handeln"

Vor dem Hintergrund von Milliardendefiziten in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) haben die Kassen "entschlossenes politisches Handeln" gefordert. "Bringen Sie noch vor dem Sommer ein Gesetz auf den Weg, damit die Maßnahmen spätestens im Jahr 2027 greifen", appellierte der Verwaltungsrat des GKV-Spitzenverbands am Donnerstag an die Politik. "Weitere Beitragssatzerhöhungen sind für die Beitragszahlenden nicht mehr tragbar und wären zudem Gift für die Wirtschaft!"

Klingbeil-Rede bringt Bewegung in Reformdebatten von Union und SPD

In die Reformdebatten von Union und SPD kommt zunehmend Bewegung. Nach der Grundsatzrede von SPD-Chef Lars Klingbeil ist die Debatte darüber voll entbrannt, wie Belastungen durch Entlastungen an anderer Stelle ausgeglichen werden könnten und umgekehrt. Kritik kommt parteiübergreifend an Überlegungen für eine Anhebung der Mehrwertsteuer.

Textgröße ändern: