Deutsche Tageszeitung - RKI-Analyse: Rund 1,4 Millionen Menschen in Deutschland mit Demenzdiagnose

RKI-Analyse: Rund 1,4 Millionen Menschen in Deutschland mit Demenzdiagnose


RKI-Analyse: Rund 1,4 Millionen Menschen in Deutschland mit Demenzdiagnose
RKI-Analyse: Rund 1,4 Millionen Menschen in Deutschland mit Demenzdiagnose / Foto: © AFP/Archiv

Rund 1,4 Millionen Menschen sind in Deutschland nach aktuellen Daten von Demenz betroffen. Im Jahr 2022 lebten 2,8 Prozent der über 40-Jährigen mit der Diagnose Demenz, wie das Robert-Koch-Institut (RKI) am Montag in Berlin berichtete. Frauen sind dabei stärker betroffen als Männer.

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2022 war bei 3,3 Prozent der Frauen und bei 2,4 Prozent der Männer eine Demenzerkrankung diagnostiziert. Mit dem Alter nimmt die Häufigkeit der Demenzerkrankungen generell stark zu – bei den über 65-Jährigen hatten 6,9 Prozent eine solche Diagnose.

In Ostdeutschland und im Osten Bayerns lag die Zahl der Krankheitsfälle den Daten zufolge zudem höher als in anderen Regionen. Dabei könnten der Studie zufolge Demenzrisikofaktoren wie Diabetes, Bluthochdruck und Fettleibigkeit, die in den vergangenen Jahrzehnten regional ungleich verteilt und in Ostdeutschland häufiger waren, eine wichtige Rolle spielen.

Zwar zeigte sich zwischen 2017 und 2022 eine leicht abnehmende Tendenz bei der Zahl der Demenzerkrankungen in Deutschland. Die Experten rechnen aber damit, dass durch den demografischen Wandel und die älter werdende Bevölkerung die Zahl der Betroffenen steigen wird.

Forscherinnen und Forscher des RKI und des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (Wido) analysierten darüber hinaus Daten zur Häufigkeit von Parkinson. 2022 lebten in Deutschland danach fast 300.000 Menschen mit einer diagnostizierten Parkinsonkrankheit. Das waren 0,61 Prozent der 40-Jährigen. Männer waren dabei etwas häufiger betroffen (0,66 Prozent) als Frauen (0,57 Prozent).

Auch die Häufigkeit der Parkinsonkrankheit nimmt mit dem Alter kontinuierlich zu. Bei den über 65-Jährigen sind demnach 1,42 Prozent betroffen. Seit 2017 zeigt sich eine leicht abnehmende Tendenz.

Demenz und Parkinson sind die beiden häufigsten neurodegenerativen Erkrankungen. Demenz ist durch einen fortschreitenden irreversiblen Verfall von Hirnstrukturen gekennzeichnet, der mit einem Abbau kognitiver Fähigkeiten wie beispielsweise Gedächtnis, Sprache, Aufmerksamkeit und Konzentration, aber auch mit Veränderungen der Persönlichkeit, der Emotionen und der sozialen Kompetenzen einhergeht. Die Entstehung der Erkrankung verläuft schleichend und ist bislang nicht heilbar.

Andere Schätzungen gehen von 1,6 Millionen bis 1,8 Millionen Demenzkranken in Deutschland aus und liegen damit höher als die aktuellen RKI-Zahlen. Dies kann den Experten zufolge an den unterschiedlich strengen Definitionen einer Demenzdiagnose liegen.

Bei Parkinson degenerieren Nervenzellen im Gehirn, die den Botenstoff Dopamin produzieren. In der Folge kommt es zu Störungen vor allem in der Motorik. Typisch sind Muskelsteife und ein Zittern. Es kann zudem etwa zu Blasen- und Verdauungsstörungen, Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen, Depressionen und Stürzen kommen. Die Zahlen basieren demnach auf Daten der AOK-Versicherten und wurden im "Journal of Health Monitoring" veröffentlicht.

(U.Beriyev--DTZ)

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