Deutsche Tageszeitung - Umfrage: Besorgnis über gesundheitsschädliche Umweltprobleme sinkt

Umfrage: Besorgnis über gesundheitsschädliche Umweltprobleme sinkt


Umfrage: Besorgnis über gesundheitsschädliche Umweltprobleme sinkt
Umfrage: Besorgnis über gesundheitsschädliche Umweltprobleme sinkt / Foto: © AFP/Archiv

Vor gesundheitsschädlichen Umweltproblemen fürchten sich einer Umfrage zufolge heute weniger Menschen als noch vor einigen Jahren. Die Besorgnis über den Klimawandel sank von 2020 bis Ende 2024 um rund 13 Prozentpunkte, wie eine Befragung des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (Wido) in Berlin laut Mitteilung vom Mittwoch ergab. Mit Blick auf Luftverschmutzung sank die Besorgnis um etwa elf Punkte.

Textgröße ändern:

Während 2020 noch knapp 79 Prozent der Befragten angaben, dass ihnen der Klimawandel Sorgen bereite, waren es Ende 2024 demnach nur noch rund 66 Prozent. Beim Thema Luftverschmutzung sank der Wert von rund 56 Prozent im Jahr 2020 auf rund 45 Prozent im Jahr 2024.

Gleichzeitig stieg der Anteil derer, die Umweltprobleme für übertrieben halten, um zehn Prozentpunkte auf 29 Prozent. Der Umweltschutz bleibt aber für viele von hoher Bedeutung – rund 84 Prozent bewerteten ihn demnach als "wichtig" oder "sehr wichtig".

Der Trend der sinkenden Besorgnis zeigt sich demnach auch in der persönlichen Wahrnehmung von gesundheitlichen Beeinträchtigungen. 2020 gaben noch 40 Prozent an, sich gesundheitlich stark oder sehr stark belastet zu fühlen. 2024 waren es nur noch 27 Prozent. Zwei Drittel gaben an, sich kaum oder gar nicht betroffen zu fühlen.

Am häufigsten sorgen sich Menschen den Angaben zufolge über Mikroplastik (79 Prozent), Gewässerverschmutzung (75 Prozent) und Verlust der Artenvielfalt (70 Prozent). Jüngere Menschen unter 30 Jahren sind besonders besorgt über den Klimawandel (81 Prozent).

Wie die Umfrage weiter ergab, sank auch das Wissen über Gefahren durch Luftverschmutzung. Eine Gesundheitsgefahr durch verschmutzte Luft sahen 2020 rund 68 Prozent, 2024 hingegen nur noch 54 Prozent. Dabei gebe es aber deutliche Unterschiede im Bildungsgrad: Höher gebildete Menschen fühlen sich demnach häufiger beeinträchtigt.

Ein gegenteiliger Trend zeigte sich laut der Umfrage bei Hitzeproblemen. 33 Prozent fühlten sich durch Hitze stark beeinträchtigt. Dagegen waren es bei einer Vorgängerbefragung von 2021 nur 25 Prozent gewesen. Chronisch Kranke gaben demnach deutlich häufiger an, unter Hitze zu leiden.

Wido-Geschäftsführer Jürgen Klauber erklärte, dass es eine wachsende Lücke "zwischen der realen und wachsenden Gefährdung durch Klimawandel und Umweltveränderungen auf der einen Seite und einer Abnahme der wahrgenommenen gesundheitlichen Gefahren in der Bevölkerung andererseits" gebe. Klauber mahnte, die Menschen müssten "noch besser als bisher über Gesundheitsgefahren durch Umwelteinflüsse informiert werden".

Die Vorstandsvorsitzende des AOK-Bundesverbands, Carola Reimann, erklärte: "Die Ergebnisse der Befragung machen sehr deutlich, dass das Bewusstsein in der Bevölkerung für die gesundheitlichen Risiken durch Umweltprobleme aktuell zurückgeht." Damit dürfe sich aber niemand "nicht abfinden". "Wir müssen unsere Anstrengungen verstärken, um die Risikowahrnehmung und das Problembewusstsein der Menschen zu schärfen", betonte Reimann.

Für den sogenannten Widomonitor wurden im November 2024 rund 3000 Erwachsene im Internet befragt. Die Befragung erfolgte durch das Forsa-Institut.

(V.Sørensen--DTZ)

Empfohlen

Umfrage: Vier von Fünf finden Vorsorge wichtig – doch nur jeder Zweite geht hin

Vier von fünf Versicherten halten Gesundheitsvorsorge für wichtig, doch nur knapp jeder zweite geht auch regelmäßig zu Untersuchungen. Das zeigt eine Umfrage des Instituts Yougov im Auftrag des Ärzteportals Doctolib, deren Ergebnisse der Nachrichtenagentur AFP am Mittwoch vorlagen. Die Studie spricht von einem "Präventions-Paradox".

Gesetzlich Versicherte müssen im Schnitt 42 Tage auf Facharzttermin warten

Gesetzlich Versicherte mussten 2024 länger auf einen Facharzttermin warten als noch vor einigen Jahren. Das geht aus Antworten des Bundesgesundheitsministeriums auf eine Kleine Anfrage der Linken hervor, die der "Rheinischen Post" (Mittwochsausgabe) vorlag. Laut einer Versichertenbefragung, auf die sich die Bundesregierung beruft, betrug die Wartezeit im Jahr 2024 im Schnitt 42 Tage. Zum Vergleich: 2019 waren es noch 33 Tage.

Zahnarzt-Kosten: Vorstoß von CDU-Wirtschaftsrat stößt auch in Union auf Ablehnung

Mit seinem Vorschlag, Zahnarzt-Behandlungen aus dem Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen zu streichen, stößt der Wirtschaftsrat der CDU auch innerhalb der Partei auf breite Kritik. Vor den anstehenden Landtagswahlen warnten führende CDU-Politiker davor, die Bürgerinnen und Bürger mit derartigen Forderungen zu vergraulen. Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) erteilte dem Vorstoß des CDU-nahen Unternehmerverbandes eine kategorische Absage.

Warken schließt Streichung der Erstattung von Zahnarztleistungen aus

Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) hat die Forderung abgelehnt, Zahnarztleistungen nicht mehr durch die gesetzliche Krankenversicherung zu erstatten. Diese werde "nicht umgesetzt", erklärte Warken am Montag in Berlin. "Das schließe ich aus, denn es wäre eine Abkehr des Kerngedankens unseres Solidarsystems". Zudem widerspreche dies "dem Ziel, Prävention zu stärken".

Textgröße ändern: