Deutsche Tageszeitung - Bundesinstitut: Bislang rund 330.000 Menschen in Organspenderegister verzeichnet

Bundesinstitut: Bislang rund 330.000 Menschen in Organspenderegister verzeichnet


Bundesinstitut: Bislang rund 330.000 Menschen in Organspenderegister verzeichnet
Bundesinstitut: Bislang rund 330.000 Menschen in Organspenderegister verzeichnet / Foto: © AFP/Archiv

Mehr als ein Jahr nach dem Start des Organspenderegisters haben dort mehr als 330.000 Menschen ihre Erklärung zur Organ- und Gewebespende abgegeben. In mehr als 90 Prozent der Fälle dokumentierten sie ihre Zustimmung für eine Organspende im Todesfall, wie das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte am Donnerstag in Bonn mitteilte.

Textgröße ändern:

Etwa acht von zehn (84 Prozent) der bislang im Register verzeichneten Menschen sprechen sich demnach vollumfassend für eine Organspende aus. Rund sechs Prozent schließen einzelne Organe oder Gewebe wie beispielsweise die Haut oder die Hornhaut im Auge aus, und 0,9 Prozent beschränken die Spende auf bestimmte Organe. Organe wie Leber und Niere werden am häufigsten zur Spende freigegeben.

7,4 Prozent dokumentierten im Register hingegen ihren Widerspruch gegen eine Organspende. 1,6 Prozent übertragen diese Entscheidung im Fall ihres Tods auf einen anderen Menschen.

Vor allem ältere Menschen erklären im Register demnach ihren Widerspruch, sie wollen also keine Organe spenden. Das betrifft knapp 19 Prozent der über 80-Jährigen. Im Vergleich dazu widersprechen weniger als fünf Prozent der unter 40-Jährigen einer Organspende. Jüngere Menschen schließen dafür deutlich häufiger einzelne Organe oder Gewebe von einer Spende aus - bei den unter 30-Jährigen ist das jeder Zehnte.

Im Organspenderegister kann seit März 2024 jeder Mensch seine Entscheidung für oder gegen eine Organ- und Gewebespende online dokumentieren. Zu finden ist das Portal unter www.organspende-register.de. Die Abgabe einer Erklärung für oder gegen eine Organspende ist auch über die Apps der Krankenkassen möglich. Dokumentiert werden kann die Spendenbereitschaft zudem mit einem Organspendeausweis oder in einer Patientenverfügung.

In Deutschland stehen nach Angaben der Deutschen Stiftung Organspende mehr als 8200 Menschen auf den Wartelisten für ein Spenderorgan. Im vergangenen Jahr spendeten 953 Menschen nach ihrem Tod Organe für die Transplantation, was der Stiftung zufolge immer noch zu wenig ist.

(M.Dylatov--DTZ)

Empfohlen

Cyberangriff auf Berliner Charité: Kontaktdaten abgegriffen

Die Berliner Charité ist Opfer eines Cyberangriffs geworden. Dabei wurden Daten von Mitarbeitenden, Studierenden und externen Kontakten abgegriffen, wie die Klinik am Freitag mitteilte. Sensible Daten seien nicht betroffen, hieß es. "Die Krankenversorgung war und ist durch den Vorfall nicht beeinträchtigt."

Kassen-Zusatzbeiträge sollen 2027 stabil bleiben - bei 2,9 Prozent

Der Zusatzbeitrag für die Krankenversicherung bleibt im kommenden Jahr stabil. Im Schnitt soll er bei 2,9 Prozent liegen: Diesen Wert legte das Bundesgesundheitsministerium am Freitag fest. Der Satz sei in den vergangenen Jahren immer weiter gestiegen, "diese Entwicklung haben wir jetzt gestoppt", erklärte Gesundheitsminister Carsten Linnemann (CDU). Über die exakte Höhe des kassenindividuellen Zusatzbeitragssatzes entscheiden die Krankenkassen selbst.

Kritik an Linnemann-Äußerungen zu möglichen Leistungskürzungen in der Pflege

Sozialverbände und Patientenschützer haben die Ankündigung von Gesundheitsminister Carsten Linnemann (CDU) zu möglichen Leistungskürzungen in der Pflege kritisiert. "Pflegebedürftige und ihre Angehörigen brauchen Verlässlichkeit und nicht die Gewissheit, dass am Ende ohnehin gekürzt wird", sagte die Vorsitzende des Sozialverband VdK, Verena Bentele, der "Rheinischen Post" (Freitagausgabe). Sie forderte von Linnemann, die von ihm gerade eingesetzte Expertenkommission zur Pflegereform "unabhängig" arbeiten zu lassen.

Zahl der Organspenden in Deutschland bis Ende September 2026 leicht gestiegen

Die Zahl der Organspenden ist in Deutschland in den ersten neun Monaten leicht gestiegen. Von Januar bis Ende September spendeten 772 Menschen Organe nach ihrem Tod, wie die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) am Donnerstag in Frankfurt am Main mitteilte. Das sind 3,8 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

Textgröße ändern: