Deutsche Tageszeitung - Grüne fordern von Ministerin Warken mehr Tempo bei elektronischer Patientenakte

Grüne fordern von Ministerin Warken mehr Tempo bei elektronischer Patientenakte


Grüne fordern von Ministerin Warken mehr Tempo bei elektronischer Patientenakte
Grüne fordern von Ministerin Warken mehr Tempo bei elektronischer Patientenakte / Foto: © AFP/Archiv

Angesichts der schleppenden Einführung der elektronischen Patientenakte warnen die Grünen vor einem Scheitern des Digitalisierungsprojekts und fordern von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) ein rasches Eingreifen. "Jährlich verlieren wir eine große Anzahl an Menschenleben durch den niedrigen Digitalisierungsgrad unseres Gesundheitssystems", sagte der Grünen-Gesundheitsexperte Janosch Dahmen der "Augsburger Allgemeinen" (Montagausgabe). Die CDU-Ministerin müsse das Projekt "ePA" als Chefsache mit viel mehr Tempo vorantreiben.

Textgröße ändern:

Die elektronische Patientenakte sei ein Versprechen "auf bessere Versorgung, mehr Sicherheit und ein Ende der Zettelwirtschaft", sagte der Grünen-Politiker. Doch diese Hoffnung drohe enttäuscht zu werden, wenn die Einführung unter Warken nun ins Stocken gerate.

Dahmen kritisierte, dass nach Angaben der großen Krankenkassen AOK, Techniker und Barmer nach Start des Angebots im April bislang offenbar weniger als drei Prozent der 70 Millionen angelegten elektronischen Patientenakten in der Praxis genutzt würden. Die geringe Nutzung der Akten liege nicht an Ablehnung, "sondern weil die relevanten Inhalte fehlen", betonte der Gesundheitspolitiker. "Die versprochenen Anwendungen wie Laborwerte, Arztbriefe oder Impfpass müssen endlich kommen - sonst bleibt die ePA ein leeres Versprechen."

Auch beim Schutz sensibler Daten müsse das Bundesgesundheitsministerium rasch für Nachbesserungen sorgen. "Versicherte müssen steuern können, wer was sieht", forderte Dahmen. "Und in Praxen und Kliniken muss glasklar geregelt sein: Zugriff nur für direkt Beteiligte - jeder Zugriff muss dokumentiert sein." Die Ampel-Koalition habe mit dem Gesetz in der vergangenen Legislaturperiode alle nötigen Voraussetzungen für eine sichere und patientenfreundliche Nutzung geschaffen. "Jetzt liegt es an der neuen Ministerin, dieses Versprechen mit konsequenter Umsetzung nun auch endlich einzulösen."

(M.Dylatov--DTZ)

Empfohlen

Kritik an Linnemann-Äußerungen zu möglichen Leistungskürzungen in der Pflege

Sozialverbände und Patientenschützer haben die Ankündigung von Gesundheitsminister Carsten Linnemann (CDU) zu möglichen Leistungskürzungen in der Pflege kritisiert. "Pflegebedürftige und ihre Angehörigen brauchen Verlässlichkeit und nicht die Gewissheit, dass am Ende ohnehin gekürzt wird", sagte die Vorsitzende des Sozialverband VdK, Verena Bentele, der "Rheinischen Post" (Freitagausgabe). Sie forderte von Linnemann, die von ihm gerade eingesetzte Expertenkommission zur Pflegereform "unabhängig" arbeiten zu lassen.

Zahl der Organspenden in Deutschland bis Ende September 2026 leicht gestiegen

Die Zahl der Organspenden ist in Deutschland in den ersten neun Monaten leicht gestiegen. Von Januar bis Ende September spendeten 772 Menschen Organe nach ihrem Tod, wie die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) am Donnerstag in Frankfurt am Main mitteilte. Das sind 3,8 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

Statistik: Mehr Patienten im vergangenen Jahr in Krankenhäusern behandelt

Die Zahl der Behandlungsfälle in Deutschlands Krankenhäusern ist im vergangenen Jahr gestiegen. 2025 wurden insgesamt 17,7 Millionen Patientinnen und Patienten vollstationär in Kliniken versorgt, das waren 203.000 oder 1,2 Prozent mehr als im Vorjahr, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Mittwoch mitteilte.

Kongo meldet mehr als 10.000 Ebola-Fälle und Tausende Tote

Kongo meldet mehr als 10.000 Ebola-Fälle und Tausende Tote. 4887 Menschen sind den Angaben nach seit Bekanntwerden des Ausbruchs Mitte Mai an Ebola gestorben.

Textgröße ändern: