Deutsche Tageszeitung - Drei Immunforscher aus den USA und Japan mit Medizin-Nobelpreis geehrt

Drei Immunforscher aus den USA und Japan mit Medizin-Nobelpreis geehrt


Drei Immunforscher aus den USA und Japan mit Medizin-Nobelpreis geehrt
Drei Immunforscher aus den USA und Japan mit Medizin-Nobelpreis geehrt / Foto: © AFP

Die drei Immunforscher Mary E. Brunkow und Fred Ramsdell aus den USA sowie Shimon Sakaguchi aus Japan erhalten in diesem Jahr den Nobelpreis für Medizin. Die drei würden "für ihre Entdeckungen zur peripheren Immuntoleranz geehrt", teilte das Nobel-Komitee am Montag in Stockholm mit.

Textgröße ändern:

Bei dem diesjährigen Medizin-Nobelpreis gehe es "um die Art und Weise, wie wir unser Immunsystem kontrollieren, um gegen alle erdenklichen Mikroben zu kämpfen und dabei Autoimmunkrankheiten zu verhindern", erklärte Marie Wahren-Herlenius, Professorin am Karolina-Institut.

"Das starke Immunsystem des Organismus muss reguliert werden, sonst droht es unsere eigenen Organe anzugreifen", betonte das Nobel-Komitee. Die diesjährigen Nobelpreisträger hätten die "Wächter des Immunsystems identifiziert, die regulatorischen T-Zellen, die verhindern, dass die Immunzellen unseren eigenen Körper angreifen".

"Ihre Entdeckungen haben die Grundlage für ein neues Forschungsgebiet gelegt und die Entwicklung neuer Behandlungsmethoden vorangetrieben, zum Beispiel für Krebs und Autoimmunkrankheiten", betonte das Nobel-Komitee.

Die Preisträger erhalten eine Urkunde, eine Medaille und elf Millionen Kronen (rund 998.000 Euro) Preisgeld.

(M.Dorokhin--DTZ)

Empfohlen

Koalition debattiert weiter über Pflegereform - Kosten steigen derweil weiter

Die Koalition debattiert weiter über Details einer Strukturreform der Pflegeversicherung - die Kosten steigen derweil weiter. Die Durchschnittslöhne in der Pflege legten in diesem Jahr abermals zu: um 3,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf nun 24,50 Euro pro Stunde. Dies geht aus Berechnungen des Spitzenverbands der Gesetzlichen Krankenkassen (GKV) hervor, die am Donnerstag veröffentlicht wurden. Der Verband mahnte eine rasche Umsetzung von Reformen an, um einen weiteren Anstieg der von den Versicherten zu zahlenden Eigenanteile zu bremsen.

Eineinhalb Millionen Betroffene: Leopoldina fordert bessere Therapien bei Long-Covid

Auch mehrere Jahre nach dem Ende der Coronapandemie gibt es Experten zufolge erhebliche Versorgungslücken bei der Behandlung von Spätfolgen wie Long-Covid. Betroffene würden nach wie vor falsch diagnostiziert und fänden keine ausreichenden Therapiemöglichkeiten bei Ärzten und in Hochschulambulanzen, erklärte die Wissenschaftsakademie Leopoldina in einer am Donnerstag veröffentlichten Stellungsnahme zu postinfektiösen Erkrankungen.

Linnemann weist Pflege-Forderungen der SPD zurück: Kostendeckel wäre "gefährlich"

Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann (CDU) hat die Forderung des Koalitionspartners SPD nach einer Deckelung der Eigenanteile bei der Pflege kategorisch zurückgewiesen. "Ein Deckel ist ja hochgradig gefährlich", sagte Linnemann am Mittwochabend im "heute journal" des ZDF. "Das muss man einfach so sagen." Ein solcher Deckel würde dazu führen, "dass die Kosten weiter ausarten", warnte der Minister.

Bundeskabinett beschließt Pflegereform - aber weiter Kritik

Bis zuletzt hatten Union und SPD um die Pflegereform gerungen, nun wurde sie im Bundeskabinett verabschiedet. Sie blieb dabei größtenteils so, wie sie Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann (CDU) geplant hatte. Dieser sprach am Mittwoch von einem "ersten wichtigen Schritt" zur Stabilisierung des Pflegesystems. Die Hauptforderungen der SPD blieben hingegen unberücksichtigt - um sie soll sich eine neue Kommission kümmern.

Textgröße ändern: