Deutsche Tageszeitung - Umwelthilfe übergibt Unterschriften für Böllerverbot

Umwelthilfe übergibt Unterschriften für Böllerverbot


Umwelthilfe übergibt Unterschriften für Böllerverbot

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat am Montag in Berlin mehr als eine Million Unterschriften für ein Böllerverbot an das Bundesinnenministerium übergeben. "Wir wollen ein Verkaufs- und Anwendungsverbot", sagte die DUH-Expertin für Luftreinhaltung, Hanna Rhein, der Nachrichtenagentur AFP. Eine weitere Petition der Gewerkschaft der Polizei (GdP) für ein Böllerverbot wurde bis Montagmittag sogar von 3,25 Millionen Menschen unterstützt, ein später gestarteter Aufruf des Netzwerks Campact von 439.000 Menschen.

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Der von einem Bündnis der DUH mit 65 weiteren Organisationen initiierte Offene Brief an Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) wurde laut Rhein von 1.035.809 Menschen unterstützt. "Ganz viele Menschen" in Deutschland wollten, dass die private Böllerei zu Silvester aufhöre, sagte Rhein. Sie bedauerte, dass Dobrindt den Brief nicht persönlich habe entgegennehmen wollen, sondern sich durch einen Abteilungsleiter vertreten ließ.

Gefordert wird in dem Schreiben eine Änderung der Sprengstoffverordnung, "damit wir nicht noch einmal eine solche Horrornacht erleben müssen", wie Rhein sagte. Sie verwies auf die extremen Feinstaubwerte an Silvester, was gerade für Menschen mit Vorerkrankungen ein "massives Problem" sei, etwa für Millionen Asthmaerkrankte.

Bei Tieren sorge die nächtliche Böllerei für "extreme Stress- und Panikreaktionen", argumentierte Rhein weiter. Dies betreffe Wildtiere und Haustiere ebenso wie Nutztiere und ende für viele von ihnen tödlich. Zudem lande in der Silvesternacht viel Müll in der Umwelt, der häufig schädliche Chemikalien enthalte. "Wir fordern rauschende Feste zu Silvester", sagte Rhein, aber ein "Pyrotechnik-Komplettverbot". Städte und Gemeinde sollten stattdessen Alternativen wie Licht- und Lasershows anbieten.

"Nach den Ereignissen und den vielen Toten und Verletzten zu diesem Silvesterfest steht Minister Dobrindt vor seinem persönlichen Debakel", erklärte DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch. Er hätte es in der Hand gehabt, durch ein Böllerverbot "viele der Todesfälle und der unzähligen verletzten Menschen und zerstörten Wohnungen und Häuser zu vermeiden, aber er hat versagt".

(V.Sørensen--DTZ)

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