Deutsche Tageszeitung - Gesetzlich Versicherte müssen im Schnitt 42 Tage auf Facharzttermin warten

Gesetzlich Versicherte müssen im Schnitt 42 Tage auf Facharzttermin warten


Gesetzlich Versicherte müssen im Schnitt 42 Tage auf Facharzttermin warten
Gesetzlich Versicherte müssen im Schnitt 42 Tage auf Facharzttermin warten / Foto: © AFP/Archiv

Gesetzlich Versicherte mussten 2024 länger auf einen Facharzttermin warten als noch vor einigen Jahren. Das geht aus Antworten des Bundesgesundheitsministeriums auf eine Kleine Anfrage der Linken hervor, die der "Rheinischen Post" (Mittwochsausgabe) vorlag. Laut einer Versichertenbefragung, auf die sich die Bundesregierung beruft, betrug die Wartezeit im Jahr 2024 im Schnitt 42 Tage. Zum Vergleich: 2019 waren es noch 33 Tage.

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Die Zahlen beziehen sich auf Versicherte der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV), die mindestens einen Tag auf Facharzttermine gewartet haben.

Zugleich stiegen die jährlichen GKV-Ausgaben für offene Sprechstunden bei Ärzten rasant. Die extrabudgetäre Vergütung für Leistungen im Rahmen offener Sprechstunden kletterte im Jahr 2023 auf rund 814 Millionen Euro. Zum Vergleich: 2022 waren es noch 547 Millionen Euro, im Jahr 2020 rund 291 Millionen Euro.

Hintergrund ist, dass bestimmte Ärzte mindestens fünf Stunden pro Woche als offene Sprechstunden ohne vorherige Terminvereinbarung anbieten müssen. Dafür bekommen sie zusätzliches Geld in Form einer extrabudgetären Vergütung, was zu einem besseren Zugang zur ärztlichen Versorgung für GKV-Versicherte führen soll.

Die Regelungen für eine bessere Versorgung und schnellere Termine seien "ein Rohrkrepierer", sagte die Linken-Bundestagsabgeordnete Julia-Christina Stange, Sprecherin für ambulante Versorgung, der "Rheinischen Post". "Sie kosten die gesetzlich Versicherten mehr Geld bei schlechterer Leistung", sagte Stange. "Anstatt aber endlich durchzugreifen und zu prüfen, wie sich die Versorgung tatsächlich entwickelt, verschließt die Regierung fest die Augen."

(M.Dorokhin--DTZ)

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