Deutsche Tageszeitung - Zuzahlungen gesetzlich Versicherter deutlich gestiegen

Zuzahlungen gesetzlich Versicherter deutlich gestiegen


Zuzahlungen gesetzlich Versicherter deutlich gestiegen
Zuzahlungen gesetzlich Versicherter deutlich gestiegen / Foto: © POOL/AFP

Die Zuzahlungen gesetzlich Versicherter für Medikamente oder Krankenhausbehandlungen haben in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Dies geht aus der Antwort des Bundesgesundheitsministerium auf eine schriftliche Frage des Linken-Abgeordneten Ates Gürpinar hervor, die der Nachrichtenagentur AFP am Montag vorlag. Demnach stiegen die jährlichen Zuzahlungen der Versicherten von insgesamt 4,46 Milliarden Euro 2021 auf rund 5,18 Milliarden Euro im vergangenen Jahr an.

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Den größten Teil machten davon 2025 mit über 2,6 Milliarden Euro die Zuzahlungen für Arzneimittel aus. Dahinter folgten laut Bundesregierung die Eigenbeteiligungen der Versicherten für Heilmittel (rund eine Milliarde Euro) und Krankenhausbehandlungen (618 Millionen Euro). Die Zuzahlungen für Hilfsmittel hatten mit 317 Millionen Euro den kleinsten Anteil.

Gürpinar wollte zudem wissen, wie viele gesetzlich Versicherte mit ihrem Einkommen oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze liegen. Der Antwort zufolge traf dies 2025 auf rund 5,8 Millionen Versicherte zu. Aktuell müssen Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) nur auf Einkünfte bis 5812,50 Euro im Monat beziehungsweise 69.750 Euro im Jahr bezahlt werden.

Der Linken-Gesundheitspolitiker fragte auch danach, wie viele Menschen von der gesetzlichen in die private Krankenversicherung (PKV) wechselten. 2024 waren dies 183.500. Dem stand ein Wechsel von 105.200 Menschen von der PKV in die GKV gegenüber.

Eine von der Bundesregierung eingesetzte Expertenkommission stellte kürzlich eine Reihe von Maßnahmen vor, mit denen die defizitäre GKV entlastet werden kann. Empfohlen wurde auch eine höhere Zuzahlung für Medikamente: Sie soll demnach von derzeit fünf Euro auf 7,50 Euro steigen, der maximale Zuzahlungsdeckel von derzeit zehn Euro auf 15 Euro.

Gürpinar kritisiert dies scharf. "Schon heute belasten Kosten aus eigener Tasche, etwa für notwendige Medikamente, viele Menschen", sagte er AFP. "Besonders betroffen sind die, die wenig haben oder häufig und lange krank sind." Eine weitere Erhöhung der Zuzahlungen würde deren Lebensrealität völlig ignorieren.

(T.W.Lukyanenko--DTZ)

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