Deutsche Tageszeitung - Weiterer Toter durch Bornavirus in Bayern - Erreger von Feldspitzmäusen übertragen

Weiterer Toter durch Bornavirus in Bayern - Erreger von Feldspitzmäusen übertragen


Weiterer Toter durch Bornavirus in Bayern - Erreger von Feldspitzmäusen übertragen
Weiterer Toter durch Bornavirus in Bayern - Erreger von Feldspitzmäusen übertragen / Foto: © AFP/Archiv

In Bayern ist erneut ein Mensch am durch Feldspitzmäuse übertragenen Bornavirus gestorben. Er erlag im Universitätsklinikum Augsburg den Folgen der Infektion, wie die Stadtverwaltung von Augsburg am Donnerstag mitteilte. Die Ansteckung war demnach bereits im April im Stadtgebiet bestätigt worden.

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Durch Feldspitzmäuse übertragene Bornaviren des Typs BoDV-1 verursachen bei Menschen schwere Gehirnentzündungen aus, Infektionen sind jedoch sehr selten. Der Erreger löst nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) eine seit langem bekannte Tierseuche aus, erst 2018 wurde er allerdings erstmals als Ursache einer schweren Gehirnentzündung bei Menschen identifiziert. Seit 2020 besteht eine gesetzliche Meldepflicht.

Nach Angaben des für Seuchenbekämpfung zuständigen Bundesamts wird von rund fünf bis zehn akuten BoDV-1-Erkrankungen pro Jahr in Deutschland ausgegangen. Der Erreger kommt demnach in Feldspitzmauspopulationen in mehreren Bundesländern vor, darunter in Bayern, Thüringen, Brandenburg, Niedersachsen, Baden-Württemberg und Sachsen-Anhalt. Die Mäuse scheiden das Virus den Fachleuten zufolge über Kot, Urin und Speichel aus.

Eine Infektion von Menschen findet demnach wohl zufällig durch Kontakt mit Ausscheidungen der Mäuse statt, eine direkte Begegnung mit einem infizierten Tier ist nicht nötig. Übertragungen von Mensch zu Mensch sind laut RKI nach derzeitigem Stand "sehr unwahrscheinlich" und auf Sonderfälle wie Übertragungen durch Organtransplantationen begrenzt. Auch Hinweise auf Übertragungen etwa durch Nutztiere gibt es nicht.

Bereits vor rund einer Woche im bayerischen Landkreis Unterallgäu ein Mensch an den Folgen einer BoDV-1-Infektion gestorben. Laut Landratsamt stammte er aus dem Raum Bad Wörishofen, das Gesundheitsamt bemühte sich um eine Klärung des Infektionswegs. Nähere Angaben zu den Betroffenen machten die Behörden in diesem wie im aktuellen Augsburger Fall nicht.

Laut RKI lässt sich eine Bornavirus-Infektion medizinisch bislang nicht gezielt behandeln, alle bisherigen Fälle verliefen bis auf wenige Ausnahmen innerhalb weniger Wochen tödlich. Neben dem durch Feldmäuse übertragenen Bornavirustyp BoDV-1 gibt es noch das sogenannte Bunthörnchen-Bornavirus VSBV-1, mit denen sich Menschen ebenfalls anstecken können. Es verursacht ähnliche Krankheitssymptome.

(U.Kabuchyn--DTZ)

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