Deutsche Tageszeitung - Sondermaschine mit Kreuzfahrt-Evakuierten in Niederlanden gelandet

Sondermaschine mit Kreuzfahrt-Evakuierten in Niederlanden gelandet


Sondermaschine mit Kreuzfahrt-Evakuierten in Niederlanden gelandet
Sondermaschine mit Kreuzfahrt-Evakuierten in Niederlanden gelandet / Foto: © ANP/AFP

Eine Sondermaschine mit 26 Passagieren und Besatzungsmitgliedern des vom Hantavirus betroffenen Kreuzfahrtschiffs "Hondius" ist in den Niederlanden gelandet. Die Maschine traf am Sonntagabend am Flughafen von Eindhoven ein, wie ein AFP-Reporter vor Ort berichtete. An Bord der Maschine sind neben acht Niederländern nach Angaben des spanischen Katastrophenschutzes auch Deutsche, Belgier sowie Insassen aus Griechenland, Guatemala und Argentinien.

Textgröße ändern:

Nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums sollten vier Deutsche in den Niederlanden von Vertretern des Ständigen Arbeitskreises der Kompetenz- und Behandlungszentren für Krankheiten durch hochpathogene Erreger (Stakob) in Empfang genommen und anschließend nach Deutschland gebracht werden.

Das niederländische Außenministerium erklärte, die niederländischen Insassen der Maschine würden in ihre Heimatorte gebracht und dort unter häusliche Quarantäne gestellt. Die Passagiere aus anderen Ländern sollten in eine "Quarantäneeinrichtung" gebracht werden. Alle Betroffenen müssen demnach rund sechs Wochen in Quarantäne bleiben.

In den vergangenen Wochen waren drei Passagiere des Kreuzfahrtschiffs am Hantavirus gestorben, darunter eine Deutsche. Unter den rund 150 Insassen des Kreuzfahrtschiffs wurden nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO bislang drei weitere Infektionen mit der von Mensch zu Mensch übertragbaren Anden-Variante des Hantavirus nachgewiesen, zudem gibt es zwei Verdachtsfälle.

Die Passagiere und ein Teil der Besatzungsmitglieder konnten das Schiff am Sonntag auf Teneriffa nach und nach verlassen und wurden in ihre Heimatländer ausgeflogen. Die Evakuierung soll am Montag abgeschlossen werden. Anschließend soll die "Hondius" mit einer Rumpfmannschaft zum niederländischen Hafen Rotterdam weiterfahren.

Gegen das Hantavirus, das schwere Atemwegserkrankungen und Nierenprobleme verursachen kann, gibt es keine Impfung. Mit Medikamenten lassen sich nur die Symptome bekämpfen, nicht jedoch die Ursache.

(L.Barsayjeva--DTZ)

Empfohlen

Koalition debattiert weiter über Pflegereform - Kosten steigen derweil weiter

Die Koalition debattiert weiter über Details einer Strukturreform der Pflegeversicherung - die Kosten steigen derweil weiter. Die Durchschnittslöhne in der Pflege legten in diesem Jahr abermals zu: um 3,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf nun 24,50 Euro pro Stunde. Dies geht aus Berechnungen des Spitzenverbands der Gesetzlichen Krankenkassen (GKV) hervor, die am Donnerstag veröffentlicht wurden. Der Verband mahnte eine rasche Umsetzung von Reformen an, um einen weiteren Anstieg der von den Versicherten zu zahlenden Eigenanteile zu bremsen.

Eineinhalb Millionen Betroffene: Leopoldina fordert bessere Therapien bei Long-Covid

Auch mehrere Jahre nach dem Ende der Coronapandemie gibt es Experten zufolge erhebliche Versorgungslücken bei der Behandlung von Spätfolgen wie Long-Covid. Betroffene würden nach wie vor falsch diagnostiziert und fänden keine ausreichenden Therapiemöglichkeiten bei Ärzten und in Hochschulambulanzen, erklärte die Wissenschaftsakademie Leopoldina in einer am Donnerstag veröffentlichten Stellungsnahme zu postinfektiösen Erkrankungen.

Linnemann weist Pflege-Forderungen der SPD zurück: Kostendeckel wäre "gefährlich"

Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann (CDU) hat die Forderung des Koalitionspartners SPD nach einer Deckelung der Eigenanteile bei der Pflege kategorisch zurückgewiesen. "Ein Deckel ist ja hochgradig gefährlich", sagte Linnemann am Mittwochabend im "heute journal" des ZDF. "Das muss man einfach so sagen." Ein solcher Deckel würde dazu führen, "dass die Kosten weiter ausarten", warnte der Minister.

Bundeskabinett beschließt Pflegereform - aber weiter Kritik

Bis zuletzt hatten Union und SPD um die Pflegereform gerungen, nun wurde sie im Bundeskabinett verabschiedet. Sie blieb dabei größtenteils so, wie sie Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann (CDU) geplant hatte. Dieser sprach am Mittwoch von einem "ersten wichtigen Schritt" zur Stabilisierung des Pflegesystems. Die Hauptforderungen der SPD blieben hingegen unberücksichtigt - um sie soll sich eine neue Kommission kümmern.

Textgröße ändern: