Deutsche Tageszeitung - Charité: Ebola-Patient hat "fast normale" Laborwerte

Charité: Ebola-Patient hat "fast normale" Laborwerte


Charité: Ebola-Patient hat "fast normale" Laborwerte
Charité: Ebola-Patient hat "fast normale" Laborwerte / Foto: © AFP

Der mit Ebola infizierte US-Bürger, der seit vergangener Woche auf der Sonderisolierstation der Berliner Charité behandelt wird, ist auf dem Weg der Besserung. Er habe eine kombinierte antivirale Therapie bekommen, sagte der Direktor der Klinik für Infektiologie, Leif Erik Sander, am Mittwoch in Berlin. Diese habe offenbar gut angeschlagen, so dass die Viruskonzentration rasch abgefallen die Laborwerte des Patienten wieder "fast normal" seien.

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Wann er genau entlassen werde, sagte Sander nicht. Die Regelungen besagten, dass ein Patient mindestens 72 Stunden symptomfrei sein und zwei negative Tests innerhalb von 48 Stunden aufweisen müsse, so Sander. Man werde aber sehr vorsichtig sein und den Patienten eher länger auf der Sonderisolierstation behalten.

Der Mann, der als Arzt für eine christliche Hilfsorganisation in der Demokratischen Republik Kongo arbeitete und sich dort mit dem gefährlichen Virus infizierte, wurde vergangene Woche auf Bitten der USA in der Charité aufgenommen. Einen Tag später folgten seine Frau und die vier Kinder, die sich zuvor ebenfalls im Kongo aufhielten.

Frau und Kinder seien weiterhin symptomfrei und die Tests negativ, so Sander. Weil es sich bei zwei der Kinder um Kleinkinder handelte und bei diesen die Sterblichkeit durch das Virus sehr hoch sei, sei allen Familienmitgliedern eine Postexpositions-Prophylaxe verabreicht worden - also ein Mittel, das vorsorglich eine Infektion verhindern soll. Die Frau und die Kinder des Infizierten gelten laut Sander als Hochrisikokontakte. Sie müssen wegen der Inkubationszeit von maximal 21 Tagen weiterhin in Quarantäne bleiben.

Der Fall zeige, dass Patienten auf der Sonderisolierstation der Charité "herausragend betreut" würden, sagte Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU), die sich am Mittwoch an der Charité über den Zustand des Patienten informiert hatte. Die Zusammenarbeit aller Akteure habe "sehr gut geklappt". Weitere Anfragen für die Aufnahme von Ebola-Patienten in Deutschland gebe es bislang nicht.

Die DR Kongo ist das Epizentrum der Ebola-Epidemie. Die Zahl der Ebola-Verdachtsfälle stieg dort laut der WHO inzwischen auf über 900. Nach Angaben der WHO wurde in dem Land bei zehn Todesfällen das Ebola-Virus als Ursache bestätigt, zudem starb ein an mit dem Virus infizierter Mann in Uganda. Bei rund 220 weiteren Todesfällen in der DR Kongo besteht außerdem der Verdacht, dass das Virus verantwortlich ist. Das Virus ist durch Körperflüssigkeiten übertragbar.

(P.Vasilyevsky--DTZ)

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