Deutsche Tageszeitung - Krankenkassenbeiträge: Union hofft am Freitag auf Zustimmung der Länder zu Reform

Krankenkassenbeiträge: Union hofft am Freitag auf Zustimmung der Länder zu Reform


Krankenkassenbeiträge: Union hofft am Freitag auf Zustimmung der Länder zu Reform
Krankenkassenbeiträge: Union hofft am Freitag auf Zustimmung der Länder zu Reform / Foto: © POOL/AFP

Die Union im Bundestag hat an die Länder appelliert, am Freitag der Reform zur Stabilisierung der Beiträge für die gesetzliche Krankenversicherung zuzustimmen. Der Bund sei den Ländern bei der Krankenhausfinanzierung bereits entgegengekommen, sagte Unions-Parlamentsgeschäftsführer Steffen Bilger am Dienstag in Berlin. Es bräuchten nun alle Beteiligten schnell Klarheit, weil die Umsetzung der Reform im Gesundheitswesen bis Anfang 2027 noch Zeit in Anspruch nehmen werde.

Textgröße ändern:

Die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) steckt tief in den roten Zahlen: Im kommenden Jahr wird ohne Reformen ein Defizit von über 15 Milliarden Euro erwartet. 2030 könne die Lücke auf rund 40 Milliarden Euro ansteigen. Der Gesetzentwurf der Bundesregierung "zur Stabilisierung der Beitragssätze in der gesetzlichen Krankenversicherung" sieht deshalb massive Einsparungen vor.

Der Bundestag soll am Freitag abschließend über die Reform zur Beitragsstabilisierung abstimmen. Danach soll sich direkt der Bundesrat damit befassen.

Er könne natürlich die "Not der Länder" mit Blick auf die Probleme der Krankenhäuser nachvollziehen, sagte Bilger. Es müsse aber ein bestimmtes Einsparvolumen erreicht werden, damit die Beiträge für die Versicherten stabil gehalten werden könnten. Es gebe auch "nicht unendliche Möglichkeiten", den Länder weiter entgegenzukommen, betonte der CDU-Politiker. "Es ist nicht so, dass der Bund eine Schatulle hätte, wo man jetzt noch weiter Geld nachschießen könnte."

Ein Unsicherheitsfaktor ist noch das Verhalten der Grünen. Sie hatten kritisiert, dass die Koalition kurzfristig am Wochenende mehr als 60 Änderungsvorschläge zu der Reform vorgelegt hatte und die Befassungszeit des Parlaments damit vor der Abstimmung denkbar knapp sei.

Er habe "das Gerücht vernommen, dass es da irgendwelche Überlegungen bei den Grünen geben könnte, jetzt noch die Beschlussfassung zur Gesundheitsreform vielleicht durch rechtliche Schritte zu verhindern", sagte Bilger. Er habe aber "keine Anhaltspunkte dafür, dass da wirklich konkret etwas geplant wird". Dass es Änderungen im laufenden Gesetzgebungsverfahren gebe, sei auch normal. "Deswegen gehe ich davon aus, dass wir am Freitag dann die Gesundheitsreform im Bundestag auch so abschließen können."

(Y.Ignatiev--DTZ)

Empfohlen

Medien: Finanzministerium für Ausweitung der Zuckersteuer - Kritik aus Union

Das Bundesfinanzministerium hat Medienberichten zufolge Vorschläge für die innerhalb der Regierungskoalition vereinbarte Steuer auf zuckerhaltige Getränke vorgelegt. Der Aufschlag soll 26 bis 38 Cent pro Liter betragen und sich in der Höhe nach dem Zuckergehalt richten, wie die "Bild"-Zeitung am Dienstag berichtete. Das entspricht im Wesentlichen den Empfehlungen einer Expertenkommission, allerdings soll der Aufschlag für deutlich mehr Getränke gelten.

Unicef: Einer Million Kinder in Afghanistan droht Tod durch Unterernährung

In Afghanistan droht UN-Angaben zufolge einer Million unter akuter Unterernährung leidenden Kindern der Hungertod, wenn ihnen nicht rasch geholfen wird. Insgesamt befinden sich 3,7 Millionen Kinder in einem Zustand akuter Unterernährung, wie das UN-Kinderhilfswerk Unicef am Dienstag mitteilte. Eine Million davon sei "von schwerer akuter Unterernährung betroffen, was ihr Leben gefährdet", sagte der Unicef-Vertreter für Afghanistan, Tajudeen Oyewale, aus Kabul zugeschaltet vor Journalisten in Genf.

Vorsitzende des AOK-Bundesverbands für Erhalt der telefonischen Krankschreibung

Die Vorsitzende des AOK-Bundesverbandes, Carola Reimann, hat sich gegen die von der schwarz-roten Koalition geplante Abschaffung der telefonischen Krankschreibung gestellt. "Gerade bei Infektionswellen ist sie ein gutes Mittel, um Ansteckungen zu vermeiden und medizinisches Personal zu schützen", sagte Reimann den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Montagsausgaben). Eine missbräuchliche Nutzung könne sie nicht feststellen. Während der Corona-Pandemie "haben wir keine Veränderung im Krankschreibungsverhalten der Ärzte gesehen", sagte Reimann.

Gesundheitsminister Linnemann will nicht bei Rentenansprüchen pflegender Angehöriger sparen

Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann (CDU) will geplante Einsparungen bei den Rentenansprüchen für pflegende Angehörige stoppen. "Ich möchte bei pflegenden Angehörigen, bei der Rente, nicht sparen", sagte Linnemann der "Bild am Sonntag". "Ich halte dieses Signal für nicht richtig, übrigens auch für unsere Gesellschaft."

Textgröße ändern: