Deutsche Tageszeitung - RKI erfasst 17 Vibrionen-Fälle und zwei Todesfälle in Deutschland

RKI erfasst 17 Vibrionen-Fälle und zwei Todesfälle in Deutschland


RKI erfasst 17 Vibrionen-Fälle und zwei Todesfälle in Deutschland
RKI erfasst 17 Vibrionen-Fälle und zwei Todesfälle in Deutschland

Warme Gewässer begünstigen die Vermehrung von Vibrionen. Das Robert Koch-Institut hat in diesem Jahr bislang 17 passende Infektionsfälle erfasst; zwei ältere Menschen starben.

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Hohe Wassertemperaturen haben in diesem Sommer die Bedingungen für Vibrionen verbessert. Die Bakterien kommen natürlicherweise vor allem in salzhaltigen Gewässern vor und können sich bei Wärme rasch vermehren. In Deutschland betrifft dies insbesondere Nord- und Ostsee, in geringerem Umfang aber auch leicht salzhaltige Seen und Flüsse.

Vibrionen können auf mehreren Wegen in den menschlichen Körper gelangen. Wer belastetes Wasser schluckt oder rohen beziehungsweise nicht ausreichend gegarten Fisch und andere Meerestiere verzehrt, kann eine schwere Durchfallerkrankung entwickeln.

Besonders gefährlich sind Infektionen über offene oder auch sehr kleine Hautverletzungen. Gelangen die Bakterien in eine Wunde, können sie schwere und im Extremfall lebensbedrohliche Entzündungen verursachen. Erste Hinweise sind Rötungen, Schwellungen oder Blasenbildung an der betroffenen Stelle.

Treten zusätzlich Fieber oder Schüttelfrost auf, sollte rasch ärztliche Hilfe gesucht werden. Ohne rechtzeitige Behandlung kann sich eine Blutvergiftung entwickeln. Wird die Infektion früh erkannt, ist sie in der Regel mit Antibiotika behandelbar.

Nach Angaben des Robert Koch-Instituts wurden in diesem Jahr bislang 17 Fälle registriert, die den Merkmalen einer Vibrionen-Infektion entsprachen. Zwei ältere Betroffene starben. Ein erhöhtes Risiko tragen Menschen mit geschwächtem Immunsystem, ältere Personen, Kinder und Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen.

Die vergleichsweise hohe Fallzahl wird mit den warmen Monaten in Verbindung gebracht. Schon das Frühjahr war mild, im Sommer lagen die Temperaturen an vielen Orten über 30 Grad und vereinzelt über 40 Grad. Entsprechend erwärmten sich auch Küsten- und Binnengewässer.

Fachleute erwarten, dass wärmere Sommer im Zuge des Klimawandels die Vermehrung der Bakterien künftig weiter begünstigen können. Risikopersonen sollten deshalb besonders auf aktuelle Badehinweise achten, offene Wunden vor Wasserkontakt schützen und bei auffälligen Beschwerden nach einem Bad nicht abwarten.

(V.Sørensen--DTZ)

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