Deutsche Tageszeitung - Herztod: Mehr als 200.000 Menschen starben 2024 an Herzkrankheiten

Herztod: Mehr als 200.000 Menschen starben 2024 an Herzkrankheiten


Herztod: Mehr als 200.000 Menschen starben 2024 an Herzkrankheiten
Herztod: Mehr als 200.000 Menschen starben 2024 an Herzkrankheiten / Foto: © AFP/Archiv

Fast 205.000 Menschen sind im Jahr 2024 an den Folgen von Herzinfarkten oder anderen Herzleiden gestorben. Damit sank die Zahl der Todesfälle durch Herzkrankheiten erneut, wie aus dem am Mittwoch in Berlin vorgelegten Deutschen Herzbericht hervorgeht. Im Jahr 2023 wurden mehr als 211.000 herzbedingte Sterbefälle registriert.

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Die meisten Todesfälle verursachen Durchblutungsstörungen durch verengte Herzkranzgefäße, der Fachbegriff dafür ist koronare Herzkrankheit. Daran starben 2024 insgesamt 113.473 Menschen, davon 41.258 an einem akuten Herzinfarkt. In beiden Fällen sanken die Sterbezahlen im Vergleich zum Vorjahr, dem Bericht zufolge auch aufgrund von Fortschritten bei Diagnostik, durch bessere Medikamente und Verbesserungen in der Rettungskette.

Herzrhythmusstörungen führten 2024 demnach zu 29.759 Sterbefällen und die Herzschwäche, die sogenannte Herzinsuffizienz, zu 37.663 Todesfällen. Wegen Herzklappenerkrankungen starben 23.195 Menschen.

Für Frauen, die mit einem Infarkt in ein Krankenhaus kamen, war die Prognose nach wie vor deutlich schlechter. Während die Sterblichkeit bei Patientinnen in Kliniken im Jahr 2024 bei 14,4 Prozent lag, erreichte sie bei Männern 10,1 Prozent. Möglicherweise werde ein Herzinfarkt "bei Frauen erst später erkannt als bei Männern", erklärte der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Herzstiftung, Thomas Voigtländer.

Insgesamt bewegt sich die Herzinfarktsterblichkeit dem Report zufolge nicht nur auf dem Land, sondern auch in Ballungsräumen weiterhin auf hohem Niveau. Die höchsten Sterberaten wies 2024 Mecklenburg-Vorpommern mit 63,4 Herzinfarkttoten pro 100.000 Einwohner auf, gefolgt von Berlin mit 60,4 Herzinfarkttoten pro 100.000 Einwohner sowie Sachsen-Anhalt (55,8) und Bremen (55,1).

Die niedrigste Herzinfarktsterblichkeit hatte Hamburg mit 26,2 Toten je 100.000 Einwohner. Als Ursache für die teils gravierenden regionalen Unterschiede nennt der Bericht neben der Bevölkerungsstruktur und sozioökonomischen Faktoren auch einen hohen Raucheranteil oder die Häufigkeit von Begleiterkrankungen wie Bluthochdruck, Diabetes und Adipositas. Warum Berlin trotz guter Versorgung mit Kardiologen die zweithöchste Herzinfarktsterberate hat, ist demnach unklar.

Vor dem Hintergrund der älter werdenden Bevölkerung stiegen auch die vollstationären Krankenhausaufnahmen wegen Herzkrankheiten leicht an. 2024 wurden deswegen mehr als 1,6 Millionen Fälle in Kliniken behandelt. Die Herzstiftung forderte, mehr Gewicht auf die Prävention zu legen.

(A.Nikiforov--DTZ)

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