Deutsche Tageszeitung - Rechtsstreit zwischen georgischer Schachspielerin und Netflix beigelegt

Rechtsstreit zwischen georgischer Schachspielerin und Netflix beigelegt


Rechtsstreit zwischen georgischer Schachspielerin und Netflix beigelegt
Rechtsstreit zwischen georgischer Schachspielerin und Netflix beigelegt / Foto: © GETTY IMAGES NORTH AMERICA/AFP/Archiv

Die georgische Schachspielerin Nona Gaprindaschwili hat ihren Rechtsstreit mit dem Streamingdienst Netflix wegen ihrer Darstellung in der erfolgreichen Serie "Das Damengambit" beigelegt. "Ich freue mich, dass die Angelegenheit gelöst wurde", sagte ihr Anwalt Alexander Rufus-Isaacs am Mittwoch der Nachrichtenagentur AFP in New York, ohne nähere Einzelheiten zu nennen. In einer Gerichtsakte vom Vortag hieß es, das Verfahren sei mit Zustimmung aller Parteien eingestellt worden, auch die Zeitschrift "The Hollywood Reporter" berichtete auf ihrer Webseite, beiden Seiten hätten eine Einigung erzielt.

Textgröße ändern:

Gaprindaschwili hatte Netflix im Herbst 2021 auf fünf Millionen Dollar (4,24 Millionen Euro) Schadenersatz verklagt. Die Darstellung ihrer Person sei "sexistisch und herabsetzend", hieß es in der Klageschrift, die die inzwischen 81-Jährige bei dem Gericht im US-Bundesstaat Kalifornien einreichte. Die Behauptung einer Figur in der Serie, dass die Georgierin niemals in Schach-Turnieren gegen Männer angetreten sei, sei "erwiesenermaßen falsch".

Die 81-Jährige hatte 1968, dem Jahr, in dem auch die Serie spielt, gegen dutzende männliche Konkurrenten gespielt. Zu allem Überfluss sei Gaprindaschwili im "Damengambit" als Russin statt als Georgierin beschrieben worden.

Die Anwälte von Netflix hatten versucht, die Klage mit der Begründung abzuweisen, dass es sich bei der Serie um ein fiktionales Werk handle und sie daher durch die Meinungsfreiheit geschützt sei. Ein Gericht in Los Angeles befand jedoch, dass dieser Umstand Netflix nicht von der Haftung befreie.

"Das Damengambit" ist die erfolgreichste Mini-Serie von Netflix überhaupt. Nach Angaben des Streamingdienstes schauten allein in den ersten 28 Tagen 62 Millionen Haushalte die Geschichte des fiktiven Schachgenies Beth Harmon. Die Serie mit Anya Taylor-Joy in der Hauptrolle trieb weltweit den Verkauf von Schachbrettern in die Höhe.

(P.Vasilyevsky--DTZ)

Empfohlen

Staatsanwaltschaft Itzehoe ermittelt in Fall Fernandes - Keine Angabe zu Ulmen

Im Fall der von der Schauspielerin Collien Fernandes erhobenen Vorwürfe der digitalen sexualisierten Gewalt hat die Staatsanwaltschaft Itzehoe ihre zuletzt ruhenden Ermittlungen wieder aufgenommen. Nach Prüfung der Medienveröffentlichungen in der Sache seien die Ermittlungen wieder aufgenommen worden, sagte der Sprecher der Ermittlungsbehörde, Peter Müller-Rakow, am Freitag auf Anfrage. Damit wird außer im spanischen Mallorca nun auch in Deutschland wieder ermittelt.

Paul McCartney kündigt neues Album an - Erster Song veröffentlicht

Ex-Beatle Paul McCartney hat nach mehr als fünf Jahren Pause einen neuen Song veröffentlicht und ein neues Album angekündigt. Das Album "The Boys of Dungeon Lane" beschäftige sich mit McCartneys Jugend in Liverpool vor dem Aufstieg zum Ruhm und werde die Hörer "dorthin mitnehmen, wo alles begann", hieß es am Donnerstag auf der Website des Musikers. Erscheinen soll es am 29. Mai.

Veruntreutes Vermögen von Filmstar Ursula Andress: Beschlagnahmung in Italien

In Italien haben Ermittler Immobilien, Grundstücke und andere Vermögenswerte im Gesamtwert von 20 Millionen Euro beschlagnahmt, die mit veruntreuten Geldern von Filmstar Ursula Andress gekauft worden sein sollen. Wie die italienische Finanzpolizei am Donnerstag mitteilte, hatte die 90-jährige Schweizerin in ihrer Heimat Anzeige erstattet, nachdem sie eine "fortschreitende und erhebliche Verringerung" ihres Vermögens bemerkt hatte. Andress verdächtigt ihren eigenen Vermögensverwalter.

Filmemacher und Schriftsteller Alexander Kluge mit 94 Jahren gestorben

Der Filmemacher, Fernsehproduzent und Schriftsteller Alexander Kluge ist tot. Er starb wenige Wochen nach seinem 94. Geburtstag am Mittwoch in München, wie der Suhrkamp-Verlag am Donnerstag mitteilte. Kluge zählte zu den führenden deutschen Intellektuellen, sein Werk wurde vielfach ausgezeichnet.

Textgröße ändern: