Deutsche Tageszeitung - Guillermo del Toro: "Ich wollte, dass Pinocchio ungehorsam ist"

Guillermo del Toro: "Ich wollte, dass Pinocchio ungehorsam ist"


Guillermo del Toro: "Ich wollte, dass Pinocchio ungehorsam ist"
Guillermo del Toro: "Ich wollte, dass Pinocchio ungehorsam ist" / Foto: © AFP/Archiv

Der mexikanische Filmemacher Guillermo del Toro hatte schon vor 15 Jahren die Idee, einen düsteren Animationsfilm über "Pinocchio" im faschistischen Italien der 1930er Jahre spielen zu lassen. Er habe die Geschichte in eine Zeit versetzen wollen, "in der es eine gute Sache war, sich wie eine Marionette zu benehmen", sagte del Toro der Nachrichtenagentur AFP in einem Interview.

Textgröße ändern:

"Ich wollte, dass Pinocchio ungehorsam ist", verriet del Toro. "Ich wollte, dass Pinocchio, der die einzige Marionette ist, sich nicht wie eine Marionette verhält. Ich fand das thematisch perfekt."

Die Geschichte des Holzschnitzers Geppetto und seiner Holzfigur Pinocchio hatte der italienische Schriftsteller Carlo Collodis 1883 als Buch veröffentlicht, weltbekannt wurde sie durch einen Disney-Film. In "Guillermo del Toros Pinocchio", der im Dezember auf Netflix erscheint, spielt die Geschichte in Italien unter Mussolini.

Damit kehrt del Toro inhaltlich und stilistisch zu seinen Filmen "Pans Labyrinth" und "The Devil's Backbone" zurück, die beide in Spanien unter Diktator Franco spielten. Der Faschismus beunruhige ihn, "weil es etwas ist, zu dem die Menschheit zurückzukommen scheint", sagte del Toro AFP. "Ich habe es immer gesehen. Ich weiß nicht, ob es die Farbe meiner Brille ist, aber ich sehe es immer", sagte der Oscar-Preisträger. "Der Faschismus sei "im Hintergrund immer lebendig - oder im Vordergrund".

(V.Sørensen--DTZ)

Empfohlen

"Herr der Ringe"-Regisseur Jackson arbeitet an Drehbuch für "Tim und Struppi"

"Herr der Ringe"-Regisseur Peter Jackson widmet sich einem weiteren Klassiker: Statt der Fantasy-Trilogie sollen dann "Tim und Struppi" im Mittelpunkt stehen. Er arbeite an einem Drehbuch für einen Film über den jungen Reporter, den der belgische Comiczeichner Hergé vor fast einem Jahrhundert geschaffen hatte, sagte der neuseeländische Regisseur am Mittwoch in Cannes. Es solle eine Art Fortsetzung von Steven Spielbergs Animationsfilm "Die Abenteuer von Tim und Struppi" aus dem Jahr 2011 sein.

Erstes ESC-Halbfinale mit Favorit Finnland sorgt für gute Einschaltquoten

Nicht nur für Topfavorit Finnland ist das erste Halbfinale des Eurovision Song Contest (ESC) in Wien ein Erfolg - auch der übertragende Spartensender One kann am Mittwoch jubeln. Trotz des Streits um die Teilnahme Israels verfolgten in Deutschland deutlich mehr Menschen als im vergangenen Jahr die Show am Dienstagabend im Fernsehen. Neben Finnland sicherten sich auch die ebenfalls hoch gehandelten Beiträge aus Griechenland und Israel einen Platz für das Finale am Samstag.

Cannes-Festival beginnt mit Ehrenpalme für "Herr der Ringe"-Regisseur Jackson

Mit einem ersten Schaulaufen auf dem roten Teppich für die Eröffnungsgala hat am Dienstag das internationale Filmfestival von Cannes begonnen. Die chinesische Schauspielerin Gong Li und US-Schauspielerin Jane Fonda erklärten das elftägige Festival für eröffnet. Die diesjährige Ausgabe ist von zahlreichen internationalen Stars sowie einer starken deutschen Präsenz geprägt.

SPD-Politiker: Zugang zu Integrationskursen wird wieder etwas erleichtert

Zwischen Fachpolitikern der SPD-Fraktion und dem Bundesinnenministerium gibt es laut SPD eine zumindest teilweise Verständigung über den Zugang von Migrantinnen und Migranten zu Integrationskursen. "Ich bin froh, dass wir uns auf eine Kompromisslösung verständigt haben und der generelle Zulassungsstopp in dieser Form vom Tisch ist", erklärte der SPD-Innenpolitiker Sebastian Fiedler am Dienstag in Berlin. Das Bundesinnenministerium äußerte sich dazu zunächst nicht.

Textgröße ändern: