Deutsche Tageszeitung - Verdächtige in Fall von ehemals führendem Raubkopienportal movie2k.to angeklagt

Verdächtige in Fall von ehemals führendem Raubkopienportal movie2k.to angeklagt


Verdächtige in Fall von ehemals führendem Raubkopienportal movie2k.to angeklagt
Verdächtige in Fall von ehemals führendem Raubkopienportal movie2k.to angeklagt / Foto: © GETTY IMAGES NORTH AMERICA/AFP/Archiv

Die Generalstaatsanwaltschaft Dresden hat zwei Verdächtige im Fall des bereits 2013 abgeschalteten ehemals führenden deutschen Raubkopienportals movie2k.to angeklagt. Es handle es sich dabei um einen 40-jährigen mutmaßlichen Hauptbetreiber der Internetplattform sowie einen 37-jährigen mutmaßlichen Komplizen, teilte die Behörde am Mittwoch in der sächsischen Landeshauptstadt mit. Über das Streamingportal waren früher jahrelang Kopien von Kinofilmen und Fernsehserien illegal verbreitet worden.

Textgröße ändern:

Dem mutmaßlichen Hauptbetreiber werden nach Angaben der Staatsanwaltschaft die unerlaubten Verwertung urheberrechtlich geschützter Werke in rund tateinheitlichen 220.000 Fällen sowie gewerbsmäßige Geldwäsche zur Last gelegt. Im Fall seines mutmaßlichen Komplizen geht es um den Vorwurf gewerbsmäßiger Geldwäsche und Steuerhinterziehung. Die Anklage wurde zum Landgericht Leipzig erhoben, das über die Prozesseröffnung entscheiden muss.

Zwei mutmaßliche Betreiber der Plattform hatten die Behörden bereits 2019 in Bayern und Rheinland-Pfalz festgenommen, der nun angeklagte weitere mutmaßliche Hauptverantwortliche war damals untergetaucht und hatte sich einer Festnahme entzogen. Er wurde erst 2023 im Ausland gefasst und nach Deutschland ausgeliefert. Die Generalstaatsanwaltschaft in Dresden leitete die Ermittlungen im Fall des Raubkopienportals von Anfang an federführend.

Die Verdächtigen nahmen durch den Betrieb der Plattform in den Jahren 2008 bis 2013 nach Angaben der sächsischen Ermittler Millionenbeträge ein. 2020 beschlagnahmten diese in Bitcoin angelegte Erlöse im damaligen Gegenwert von 25 Millionen Euro. Einer der Beschuldigten gab sie freiwillig zurück.

Erst im Januar teilte die Generalstaatsanwaltschaft außerdem mit, dass im Zusammenhang mit den Ermittlungen gegen die beiden nun angeklagten Männer fast 50.000 Bitcoins beschlagnahmt wurden. Es handelte sich demnach um die größte in Deutschland bisher durch Behörden gesicherte Bitcoin-Menge. Einer der Beschuldigten habe sie freiwillig auf ein spezielles digitales Wallet des Bundeskriminalamts transferiert, hieß es von der Anklagebehörde damals.

Die bereits früher gefassten Betreiber und weitere Verdächtige in dem Fall wurden teils bereits rechtskräftig verurteilt. Nach Angaben der Dresdner Generalstaatsanwaltschaft vom Mittwoch verurteilte das Amtsgericht Leipzig einen Hauptverantwortlichen sowie einen Helfer vor etwas mehr als einem Jahr zu Bewährungsstrafen. In dem Prozess ging es demnach außerdem um die Einziehung von 38,7 Millionen Euro, die durch Notverkäufe von rund 2700 Bitcoins und Bitcoin-Cash erlangt wurden. Eine Entscheidung steht noch aus.

Auch der zweite bereits 2019 gefasste mutmaßliche Hauptbetreiber sowie ein weiterer mutmaßlichen Komplize, ein Berliner Immobilienmakler, wurden nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft schon angeklagt. Das Amtsgericht in Leipzig habe die Anklage gegen die Männer wegen Geldwäsche aber noch nicht zur Hauptverhandlung zugelassen, berichtete die Behörde am Mittwoch weiter.

(S.A.Dudajev--DTZ)

Empfohlen

Céline Dion überrascht mit Auftritt bei Pariser Fashion Week

Vor gut zwei Wochen feierte Céline Dion ihr Comeback, nun überraschte der kanadische Superstar mit einem Auftritt bei der Pariser Fashion Week. Unter dem Jubel der Zuschauer betrat die Sängerin am Montag mit einem strahlenden Lächeln den Laufsteg unter dem Eiffelturm und bezauberte das Publikum mit ihrem Hit "I'm Alive".

Halbzeitbilanz von Oktoberfest: 3,8 Millionen Besucher und 936 Polizeieinsätze

Rund 3,8 Millionen Menschen haben das Oktoberfest in München bisher besucht. Das schätzte die Festleitung nach Angaben vom Sonntag zur Halbzeit des Volksfests in der bayerischen Landeshauptstadt. Damit lag die Zahl etwas höher als im Vorjahr, als nach der Hälfte der Wiesn etwa 3,5 Millionen Besucher registriert worden waren. Zugleich sank der Festbierkonsum laut Zwischenbilanz der Veranstalter im Vorjahresvergleich jedoch leicht.

Langjähriger ZDF-Rechtsexperte Bernhard Töpper gestorben

Der langjährige ZDF-Rechtsexperte Bernhard Töpper ist tot. Er starb am Donnerstag im Alter von 81 Jahren, wie der Sender am Freitag in Mainz mitteilte. Töpper wurde vor allem durch die Sendung "Wie würden Sie entscheiden?" bekannt, die er von 1990 bis 2000 moderierte.

Hollywood-Star Susan Sarandon in New York bei israelkritischem Protest festgenommen

Hollywoodstar Susan Sarandon ist in New York festgenommen worden, als sie gemeinsam mit anderen Demonstranten gegen den Auftritt des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu bei der UN-Vollversammlung protestierte. Aufnahmen der Nachrichtenagentur AFP zeigen, wie Polizisten der unter anderem aus dem Film "Thelma und Louise" bekannten Schauspielerin am Donnerstag Handschellen anlegten. Einem Medienbericht zufolge wurde auch die Schauspielerin Hannah Einbinder von der Kundgebung abgeführt, die von der israelkritischen Organisation "Jewish Voice for Peace" organisiert worden war.

Textgröße ändern: