Deutsche Tageszeitung - Prozess gegen bei Protesten in der Türkei festgenommene Fotografen vertagt

Prozess gegen bei Protesten in der Türkei festgenommene Fotografen vertagt


Prozess gegen bei Protesten in der Türkei festgenommene Fotografen vertagt
Prozess gegen bei Protesten in der Türkei festgenommene Fotografen vertagt / Foto: © AFP

In Istanbul ist ein Prozess gegen vier türkische Fotografen, unter ihnen ein Mitarbeiter der Nachrichtenagentur AFP, am Freitag vertagt worden. Ein Gericht in Istanbul verschob den Prozess am Freitag auf den 27. November. Die Fotografen waren im März während der Protestwelle der Opposition gegen die konservativ-islamische Regierung von Präsident Recep Tayyip Erdogan festgenommen worden. Die Proteste waren durch die Festnahme des Istanbuler Bürgermeisters Ekrem Imamoglu von der oppositionellen CHP ausgelöst worden.

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Der AFP-Fotograf Yasin Akgül, der unabhängige Fotograf Bülent Kilic, Ali Onur Tosun vom Sender Now Haber sowie die freiberufliche Journalistin Zeynep Kuray, waren nach einigen Tagen im Gefängnis wieder freigekommen. Akgül sagte vor Gericht: "Ich bin seit 15 Jahren Journalist, aber nie wurde ich bei mir zuhause festgenommen, im Morgengrauen, vor den Augen meiner Kinder."

Zu seiner Arbeit bei den damaligen Protesten sagte er: "Ich bin vor den Demonstranten gelaufen, neben den Polizisten, um bessere Fotos machen zu können." Sein Anwalt Kemal Kumkumoglu sagte: "Mein Klient ist Journalist. Obwohl er über eine öffentliche Demonstration berichtete, wird ihm vorgeworfen, daran teilgenommen zu haben." Er hob hervor: "Die Journalisten haben nur ihren Job gemacht."

Tausende Demonstranten und mehr als ein Dutzend Journalisten sowie Anwälte waren während der Protestwelle festgenommen worden. Den Fotografen wird vorgeworfen, gegen das Demonstrations- und Versammlungsgesetz verstoßen zu haben. Bei einer Verurteilung drohen ihnen bis zu drei Jahre Haft.

Als einziger der angeklagten Fotografen arbeitet Akgül für ein internationales Medium. Die AFP erwarte die "vollständige Freisprechung" Akgüls, der "lediglich seine Arbeit getan hat", hatte AFP-Informationsdirektor Phil Chetwynd am Donnerstag erklärt.

Die Demonstrationen nach der Festnahme Imamoglus waren die größten Proteste in der Türkei seit den sogenannten Gezi-Protesten im Jahr 2013. Imamoglu ist der wichtigste innenpolitische Rivale von Präsident Erdogan.

(V.Sørensen--DTZ)

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