Deutsche Tageszeitung - Louvre-Streik: Weltbekanntes Pariser Museum vorerst geschlossen

Louvre-Streik: Weltbekanntes Pariser Museum vorerst geschlossen


Louvre-Streik: Weltbekanntes Pariser Museum vorerst geschlossen
Louvre-Streik: Weltbekanntes Pariser Museum vorerst geschlossen / Foto: © AFP

Wegen eines Streiks der Mitarbeiter ist das Pariser Louvre-Museum am Montagmorgen zunächst geschlossen geblieben. Etwa 400 Beschäftigte stimmten am Vormittag nach Gewerkschaftsangaben für den Streik, um gegen die ihrer Ansicht nach sich verschlechternden Arbeitsbedingungen zu protestieren. Die Museumsleitung bemühte sich nach eigenen Angaben um den Einsatz von Mitarbeitern, die sich nicht am Streik beteiligten, um das Museum später dennoch zu öffnen.

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Ein spektakulärer Kronjuwelen-Diebstahl im Oktober hatte zahlreiche Missstände im Louvre ans Licht gebracht. Das Museum steht unter anderem wegen verzögerter Renovierungsarbeiten, ständiger Überfüllung durch die knapp neun Millionen Besucher jährlich und Einsparungen beim Personal in der Kritik.

"Ich bin enttäuscht, wir sind extra nach Paris gekommen, weil wir die Mona Lisa sehen wollten", sagte der 37 Jahre alte Minsoo Kim, der mit seiner Frau aus Seoul in den Flitterwochen nach Paris gereist ist. Die 28 Jahre alte Natalia Brown aus London zeigte Verständnis für die Anliegen der Beschäftigten. "Aber es ist ein schlechter Moment für uns", fügte sie hinzu.

Anfang Dezember war ein größerer Wasserschaden bekannt geworden, bei dem 300 bis 400 Dokumente aus der Bibliothek der Ägyptologie beschädigt worden waren. Der Vorfall hatte die Debatte um die Sicherheit in dem berühmten Pariser Museum erneut befeuert.

"Der Schutz der Sammlungen sowie die Sicherheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und der Besucher sind nicht ausreichend gewährleistet", betonte die Gewerkschaft CFDT-Culture. Sie forderte ein Eingreifen von Kulturministerin Rachida Dati.

Die Gewerkschaft CGT zeigte sich überzeugt, dass der Streikaufruf breit befolgt werde. "Üblicherweise streiken die Mitarbeiter vom Empfang und die Sicherheitskräfte. Dieses Mal wollen sich auch Wissenschaftler, Dokumentaristen, Leiter von Sammlungen und sogar Kuratoren und Kollegen aus den Werkstätten sich beteiligen", sagte Christian Galani von der CGT. Bereits im Juni war das Museum wegen eines Streiks kurzfristig geschlossen geblieben.

Unterdessen befinden sich die vier mutmaßlichen Louvre-Diebe alle in Untersuchungshaft, aber die gestohlenen Kronjuwelen im Sachwert von 800.000 Euro bleiben verschwunden. Die Täter waren Mitte Oktober am hellichten Tag über einen Lastenaufzug durch ein Fenster in das Museum eingestiegen und hatten wertvollen Schmuck gestohlen.

Museumsdirektorin Laurence des Cars kündigte anschließend die Einrichtung einer mobilen Polizeiwache im Louvre an. Zudem sollen bis Ende des Jahres 100 neue Überwachungskameras im Museum angebracht werden.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hatte Anfang des Jahres ein Umbauprogramm angekündigt, bei dem der Louvre einen neuen monumentalen Eingang und einen eigenen Ausstellungsraum für die "Mona Lisa" von Leonardo da Vinci - eines der berühmtesten Gemälde der Welt - bekommen soll.

(P.Vasilyevsky--DTZ)

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