Deutsche Tageszeitung - Namen französischer Wissenschaftlerinnen sollen Eiffelturm zieren

Namen französischer Wissenschaftlerinnen sollen Eiffelturm zieren


Namen französischer Wissenschaftlerinnen sollen Eiffelturm zieren
Namen französischer Wissenschaftlerinnen sollen Eiffelturm zieren / Foto: © AFP/Archiv

Die Namen der Physikerin Marie Curie, der Biologin Rosalind Franklin und 70 weiterer Wissenschaftlerinnen sollen künftig in Goldbuchstaben von der ersten Etage des Pariser Eiffelturms prangen. Die sozialistische Bürgermeisterin Anne Hidalgo gab am Montag in Paris die Liste der Namen bekannt, die noch von wissenschaftlichen Institutionen geprüft werden soll. "Es ist an der Zeit, dass dieses symbolträchtige Monument das Anliegen der Gleichstellung von Frauen und Männern aufgreift und den Frauen den Platz einräumt, der ihnen auf diesem Denkmal zusteht", betonte Hidalgo.

Textgröße ändern:

Der Architekt des Eiffelturms hatte das 1889 errichtete Monument mit 72 Namen französischer Wissenschaftler schmücken lassen, unter ihnen der Chemiker Antoine Lavoisier und Chaptal und der Erfinder der Fotografie, Louis Daguerre - unter jedoch ihnen keine einzige Frau.

Hidalgo will mit ihrer Aktion dem sogenannten Matilda-Effekt entgegenwirken, mit dem die systematische Verdrängung und Leugnung des Beitrags von Frauen in der Wissenschaft beschrieben wird. Er ist nach der US-Frauenrechtlerin Matilda Gage benannt, die dieses Phänomen Ende des 19. Jahrhunderts zum ersten Mal beschrieben hatte.

Zu den Wissenschaftlerinnen, deren Namen am Eiffelturm angebracht werden sollen, zählen auch Frauen, die der Öffentlichkeit kaum bekannt sind - etwa die Hebamme Angélique du Coudray, die im 18. Jahrhundert eine formelle Ausbildung für ihren Berufsstand auf den Weg brachte und die Geburtshilfe revolutionierte.

Die 72 Frauennamen sollen wie die Namen der Männer in 60 Zentimeter hohen Goldbuchstaben an der Fassade angebracht werden. Die von Gustave Eiffel ausgesuchten Männernamen waren mehrere Jahrzehnte von einer Farbschicht verdeckt und erst 1989 wieder sichtbar geworden.

In Frankreich stehen im März Kommunalwahlen an, bei denen Hidalgo nach zwei Mandaten nicht wieder antreten will. Um ihre Nachfolge bewirbt sich neben anderen die konservative Kulturministerin Rachida Dati, die in einem Korruptionsverfahren angeklagt ist.

(G.Khurtin--DTZ)

Empfohlen

Staatsanwaltschaft Itzehoe ermittelt in Fall Fernandes - Keine Angabe zu Ulmen

Im Fall der von der Schauspielerin Collien Fernandes erhobenen Vorwürfe der digitalen sexualisierten Gewalt hat die Staatsanwaltschaft Itzehoe ihre zuletzt ruhenden Ermittlungen wieder aufgenommen. Nach Prüfung der Medienveröffentlichungen in der Sache seien die Ermittlungen wieder aufgenommen worden, sagte der Sprecher der Ermittlungsbehörde, Peter Müller-Rakow, am Freitag auf Anfrage. Damit wird außer im spanischen Mallorca nun auch in Deutschland wieder ermittelt.

Paul McCartney kündigt neues Album an - Erster Song veröffentlicht

Ex-Beatle Paul McCartney hat nach mehr als fünf Jahren Pause einen neuen Song veröffentlicht und ein neues Album angekündigt. Das Album "The Boys of Dungeon Lane" beschäftige sich mit McCartneys Jugend in Liverpool vor dem Aufstieg zum Ruhm und werde die Hörer "dorthin mitnehmen, wo alles begann", hieß es am Donnerstag auf der Website des Musikers. Erscheinen soll es am 29. Mai.

Veruntreutes Vermögen von Filmstar Ursula Andress: Beschlagnahmung in Italien

In Italien haben Ermittler Immobilien, Grundstücke und andere Vermögenswerte im Gesamtwert von 20 Millionen Euro beschlagnahmt, die mit veruntreuten Geldern von Filmstar Ursula Andress gekauft worden sein sollen. Wie die italienische Finanzpolizei am Donnerstag mitteilte, hatte die 90-jährige Schweizerin in ihrer Heimat Anzeige erstattet, nachdem sie eine "fortschreitende und erhebliche Verringerung" ihres Vermögens bemerkt hatte. Andress verdächtigt ihren eigenen Vermögensverwalter.

Filmemacher und Schriftsteller Alexander Kluge mit 94 Jahren gestorben

Der Filmemacher, Fernsehproduzent und Schriftsteller Alexander Kluge ist tot. Er starb wenige Wochen nach seinem 94. Geburtstag am Mittwoch in München, wie der Suhrkamp-Verlag am Donnerstag mitteilte. Kluge zählte zu den führenden deutschen Intellektuellen, sein Werk wurde vielfach ausgezeichnet.

Textgröße ändern: