Deutsche Tageszeitung - Elton John wirft Boulevardmedien vor Gericht "abscheuliche" Methoden vor

Elton John wirft Boulevardmedien vor Gericht "abscheuliche" Methoden vor


Elton John wirft Boulevardmedien vor Gericht "abscheuliche" Methoden vor
Elton John wirft Boulevardmedien vor Gericht "abscheuliche" Methoden vor / Foto: © AFP/Archiv

In dem von mehreren Prominenten angestrengten Prozess gegen britische Boulevardmedien und ihre zweifelhaften Methoden hat am Freitag Popstar Elton John schwere Vorwürfe erhoben: Das Vorgehen der Zeitungen des angeklagten ANL-Verlages sei eine "abscheuliche" Verletzung der Privatsphäre gewesen, erklärte der Sänger in London. Die Boulevardblätter hätten "selbst die grundlegendsten Regeln menschlichen Anstands überschritten".

Textgröße ändern:

Der beklagte ANL-Verlag gibt die Zeitungen "Daily Mail" und "Mail on Sunday" heraus, denen immer wieder illegale Methoden zur Informationsbeschaffung vorgeworfen werden. Zu den Klägern in dem Prozess gehören neben Elton John und seinem Mann David Furnish auch Prinz Harry sowie die Schauspielerinnen Elizabeth Hurley und Sadie Frost.

Elton John erklärte am Freitag in einer schriftlichen Zeugenaussage, die zeitgleich mit dem Beginn seiner Aussage vor Gericht verbreitet wurde: "Ich empfinde die bewusste Verletzung meiner Gesundheitsdaten und der medizinischen Details im Zusammenhang mit der Geburt unseres Sohnes Zachary durch die 'Mail' als abscheulich." Der Sänger sagte per Videoschalte aus.

In dem Prozess waren bereits Prinz Harry und Elizabeth Hurley vor Gericht erschienen. Der Sohn von König Charles III. warf dabei den britischen Boulevardmedien vor, das Leben seiner Frau Meghan "zur Qual" gemacht zu haben. Das Vorgehen der verklagten Zeitungen sei "schrecklich" gewesen.

Hurley wiederum brach vor Gericht in Tränen aus und warf ANL ein "monströses" Vorgehen vor. Am Fenster ihres Esszimmers seien heimlich Mikrofone angebracht worden, "ich wurde abgehört", berichtete Hurley. Sie habe das als "zutiefst verletzend" empfunden.

Die Klägerinnen und Kläger werfen dem Verlag ANL illegale Informationsbeschaffung vor. Die Boulevardblätter sollen unter anderem Privatdetektive angeheuert haben, um Autos und Wohnungen zu verwanzen sowie illegal private Telefongespräche abzuhören. Zudem hätten die Detektive falsche Identitäten angegeben, um an medizinische Unterlagen zu gelangen. Die Taten sollen zwischen 1993 und 2018 begangen worden sein. ANL weist alle Vorwürfe zurück.

(M.Travkina--DTZ)

Empfohlen

Umfrage: Mehrheit für Social-Media-Verbot für unter 16-Jährige

Eine Mehrheit der Bundesbürger spricht sich für ein Verbot sozialer Medien für Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren aus. In einer am Mittwoch veröffentlichten Forsa-Umfrage für die Sender RTL und ntv gaben 57 Prozent der Teilnehmer an, dass der Zugang zu Plattformen wie Tiktok oder Instagram für unter 16-Jährige verboten werden sollte. 42 Prozent waren dagegen und halten eine Nutzung für diese Altersgruppe weiterhin für vertretbar.

Polizei findet bei Drogenrazzia in Pariser Vorort Picasso-Gemälde

Spektakulärer Zufallsfund bei einer Razzia in einem Vorort von Paris: Bei der Durchsuchung eines Hauses in Champigny-sur-Marne entdeckte die Polizei ein Gemälde des spanischen Jahrhundertmalers Pablo Picasso. "Dieser Fund erfolgte im Zusammenhang mit einer Ermittlung wegen des Handels mit Rauschmitteln", teilte die Staatsanwaltschaft von Créteil am Samstag mit. Nach dem überraschenden Fund seien Ermittlungen wegen Diebstahls und Hehlerei eingeleitet worden.

Urteil: Große Festzelte auf Oktoberfest dürfen vorläufig vergeben werden

Zwei der großen Festzelte auf dem diesjährigen Oktoberfest in München dürfen vergeben werden. Laut einer Entscheidung darf die Zuteilung des Paulaner-Festzelts und der Schottenhamel-Festhalle an die vorgesehenen Brauereien und Wirte erfolgen, wie das Bayerische Oberste Landesgericht am Donnerstag mitteilte. Das Gericht entschied jedoch noch nicht, ob die Zulassungsverträge für die gastronomischen Großbetriebe grundsätzlich europaweit ausgeschrieben werden müssen.

Mann in Polen nach Tötung von kreml-kritischem Künstler Skrepezki festgenommen

Die Polizei in Polen hat nach Angaben von Ministerpräsident Donald Tusk einen Mann festgenommen, der verdächtigt wird, an der Tötung des russischen Künstlers Semjon Skrepezki in der Stadt Biala Podlaska am Montag beteiligt gewesen zu sein. Der Verdächtige habe einen "georgischen Pass benutzt", teilte Tusk am Donnerstag im Onlinedienst X mit. Die Sicherheitskräfte arbeiteten daran, den Drahtzieher zu finden, fügte er hinzu.

Textgröße ändern: