Deutsche Tageszeitung - Social-Media-Verbot für Kinder: Indonesien verwarnt Google und Meta abermals

Social-Media-Verbot für Kinder: Indonesien verwarnt Google und Meta abermals


Social-Media-Verbot für Kinder: Indonesien verwarnt Google und Meta abermals
Social-Media-Verbot für Kinder: Indonesien verwarnt Google und Meta abermals / Foto: © AFP

Wenige Tage nach Inkrafttreten eines Social-Media-Verbots für Kinder in Indonesien haben die dortigen Behörden die US-Tech-Giganten Google und Meta schon zum zweiten Mal wegen Nichteinhaltung des Gesetzes vorgeladen. Das Kommunikations- und Digitalministerium in dem südostasiatischen Land warnte die Mutterkonzerne von Plattformen wie Youtube und Facebook am Donnerstag vor "Sanktionen", sollten die beiden Unternehmen sich weiter nicht an das Gesetz halten.

Textgröße ändern:

Dem Ministerium erklärte, Google und Meta hätten um einen Aufschub gebeten und sich nicht an die zu Beginn der Woche verschickten ersten Vorladungen gehalten. "Vorladungen können bis zu drei Mal verschickt werden, bevor Sanktionen verhängt werden", heißt es in der Erklärung der Behörde. Das Einhalten des Kinderschutzes sei nicht nur eine verwaltungstechnische Verpflichtung, sondern "eine Verantwortung, die direkte Auswirkung auf die Sicherheit von Kindern im digitalen Raum" habe.

In Indonesien war am Wochenende ein Social-Media-Verbot für Kinder unter 16 Jahren in Kraft getreten. Kommunikationsministerin Meutya Hafid warf Google und Meta am Montag in einer Videobotschaft auf Instagram vor, "von Anfang an" gegen das Jugendschutzgesetz gewesen zu sein. Tiktok und Roblox bezeichnete die Ministerin als Onlinedienste, die das Gesetz noch nicht vollständig umsetzten, aber Fortschritte machten.

In Indonesien leben gut 284 Millionen Menschen, darunter etwa 70 Millionen Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren. Onlinedienste werden in dem südostasiatischen Land intensiv genutzt, Ministerin Hafid sprach von einer "Scrolling-Zeit von sieben bis acht Stunden täglich".

In Deutschland arbeitet derzeit eine von Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) eingesetzte Expertenkommission an konkreten Handlungsempfehlungen zum "Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt". Die Ergebnisse sollen im Sommer vorliegen.

(L.Møller--DTZ)

Empfohlen

Tilly zu Moskauer Urteil: Das ist "zusätzliche Motivation"

Der Düsseldorfer Wagenbauer Jacques Tilly hat gelassen auf seine Verurteilung in Abwesenheit durch ein russisches Gericht reagiert. "Solange das Grundgesetz hier in Deutschland gültig ist und ich nicht in Länder reise, wo es wirklich gefährlich werden kann, solange trifft mich das Urteil eigentlich nicht", sagte Tilly am Donnerstag dem Sender Phoenix. Das Urteil von achteinhalb Jahren Haft sei im Gegenteil auch "eine kleine zusätzliche Motivation".

Nachtflug nach L.A.: John Travolta stellt Regie-Debüt in Cannes vor

Der Filmstar und Hobby-Pilot John Travolta stellt seinen ersten Film als Regisseur beim diesjährigen Filmfestival in Cannes vor. Der Film erzähle die Geschichte eines Achtjährigen, der zum ersten Mal in einem Flugzeug reise, teilten die Organisatoren des Festivals am Donnerstag in Paris mit. Er basiere auf einem Buch, das Travolta 1997 veröffentlicht habe. Travolta hatte die Geschichte für seinen ältesten Sohn Jett geschrieben, der seit seiner Kindheit an Krampfanfällen litt und 2009 starb.

US-Richter stoppt Trumps Ballsaal am Weißen Haus

Ein US-Bundesrichter hat einen Baustopp für den von US-Präsident Donald Trump geplanten Ballsaal am Weißen Haus angeordnet. Für das Projekt fehle dem Präsidenten die Zustimmung des Kongresses, urteilte der Richter Richard Leon am Dienstag in Washington. Trump sei "nicht der Eigentümer" des Weißen Hauses, schrieb Leon zur Begründung. Der Richter gab damit einer Klage der Nationalen Stiftung für Denkmalpflege statt.

Frankreichs Senat verabschiedet Social-Media-Verbot für Jugendliche

Frankreich ist einem Verbot von Social-Media-Diensten für Kinder unter 15 Jahren ein Stück näher gekommen: Der Senat verabschiedete am Dienstagabend einen Gesetzesvorschlag, der ein Mindestalter von 15 Jahren für die Nutzung bestimmter Online-Netzwerken festschreibt. Erklärtes Ziel ist es, die psychische Gesundheit der Kinder und Jugendlichen zu schützen. Der Text muss allerdings noch durch den Vermittlungsausschuss, wo Abgeordnete beider Kammern einen Kompromiss suchen.

Textgröße ändern: