Deutsche Tageszeitung - Pariser Pont Neuf wird zur Höhle: Installation des Künstlers JR

Pariser Pont Neuf wird zur Höhle: Installation des Künstlers JR


Pariser Pont Neuf wird zur Höhle: Installation des Künstlers JR
Pariser Pont Neuf wird zur Höhle: Installation des Künstlers JR / Foto: © AFP/Archiv

Vor gut 40 Jahren verhüllte das Künstlerpaar Christo und Jeanne-Claude die Pariser Pont Neuf - nun soll die älteste Brücke über die Seine durch eine monumentale Installation in eine begehbare Höhle verwandelt werden. Es werde "eine Reise ins Innere von Paris, in ein anderes Universum", sagte der französische Künstler JR der Zeitung "Le Parisien" zum Beginn der Aufbauarbeiten am Montag. Die Installation, die die gesamte Brücke umfassen und bis zu 18 Meter hoch sein soll, wird vom 6. bis 28. Juni rund um die Uhr gratis zugänglich sein.

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"Paris ist eine Stadt, die gut geeignet ist für monumentale Werke", sagte JR, der für seine großflächigen Fotoinstallationen bekannt ist, etwa in den Slums von Rio de Janeiro oder auf der Glaspyramide im Hof des Louvre-Museums.

Seine aufblasbare Installation an der Pariser Brücke ist eine Hommage an Christo und Jeanne-Claude, die sich mit der Verhüllung der Pont Neuf 1985 einen Namen als Verpackungskünstler machten. Zehn Jahre später packten die beiden auch den Berliner Reichstag ein - was aller vorherigen Widerstände zum Trotz in ein wochenlanges Festival mündete.

So wie Christo und Jeanne-Claude finanziert JR sein Werk ebenfalls ohne öffentliche Mittel. Zu den Sponsoren zählen das Social-Media-Unternehmen Snap Inc. und die Pariser Flughäfen.

Er habe sich für eine Höhle entschieden, weil dies der erste Rückzugsort der Menschen gewesen sei. "Die Idee ist es, darin Orientierung zu verlieren und sich mit Urmythen zu konfrontieren", sagte er. "Letztlich kommen wir alle aus der Höhle, und dort entstanden auch die ersten Malereien der Menschheit", erklärte er.

Der Daft-Punk-Musiker Thomas Bangalter hat für das Werk eine eigene Soundkulisse komponiert. Ein Unternehmen in der Bretagne hat teils in Handarbeit die bedruckten Planen gefertigt, die mit Reißverschlüssen aneinandergefügt und teils mit Luft gefüllt werden. Am Aufbau sind etwa 800 Menschen beteiligt.

(P.Vasilyevsky--DTZ)

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