Deutsche Tageszeitung - Fall des Regisseurs Panahi wird am Mittwoch in Teheran vor Gericht verhandelt

Fall des Regisseurs Panahi wird am Mittwoch in Teheran vor Gericht verhandelt


Fall des Regisseurs Panahi wird am Mittwoch in Teheran vor Gericht verhandelt
Fall des Regisseurs Panahi wird am Mittwoch in Teheran vor Gericht verhandelt / Foto: © AFP/Archiv

Der Fall des preisgekrönten iranischen Filmemachers Jafar Panahi wird iranischen Medienberichten zufolge am Mittwoch in Teheran vor Gericht verhandelt. Der bereits im vergangenen Jahr in Abwesenheit zu einem Jahr Haft verurteilte Panahi werde vor einem Revolutionsgericht der iranischen Hauptstadt angehört, berichtete die staatliche iranische Nachrichtenagentur Isna am Montag. Der Filmemacher, dem "Propaganda-Aktivitäten" vorgeworfen werden, war am 30. März trotz drohender Haft in den Iran zurückgekehrt.

Textgröße ändern:

Die Anhörung am Mittwoch finde statt, nachdem Panahis Anwälte Berufung gegen das Urteil in Abwesenheit eingelegt hatten, berichtete Isna. Sie werde unter der Leitung des für seine harten Urteile gegen Dissidenten berüchtigten iranischen Richters Iman Afschari stattfinden. Afschari wurde von der Europäischen Union mit Sanktionen belegt.

Der 65-jährige Panahi hatte im vergangenen Jahr beim Filmfestival von Cannes die Goldene Palme für seinen Film "Ein einfacher Unfall" gewonnen und war für den Oscar nominiert. In Abwesenheit war er im Dezember 2025 zu einem Jahr Gefängnis verurteilt worden. Er wurde zudem mit einem zweijährigen Reiseverbot belegt.

Panahi saß im Iran bereits im Gefängnis, 2010 knapp drei Monate und 2022 und 2023 etwa sieben Monate lang. Die iranischen Behörden hatten Panahi zudem jahrelang mit einem Berufs- und Ausreiseverbot belegt.

Beim Filmfestival in Cannes im Mai 2025 war es Panahi zum ersten Mal seit 15 Jahren gelungen, persönlich in der französischen Küstenstadt zu erscheinen. Trotz seiner Verurteilung in Abwesenheit war der preisgekrönte Regisseur nach einer Tour zur Bewerbung seines Filmes im März in den Iran zurückgekehrt.

(A.Nikiforov--DTZ)

Empfohlen

Vor Wahl in Sachsen-Anhalt: Kulturinstitutionen starten Kampagne für Vielfalt

Knapp vier Wochen vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt hat ein Bündnis von Kulturinstitutionen des Landes eine Kampagne für Vielfalt und gesellschaftlichen Zusammenhalt gestartet. Die Aktion #stolzaufVielfalt solle deutlich machen, "dass die unterschiedlichen Menschen, Erfahrungen und Perspektiven in unserem Land keine Gegensätze sind, sondern eine gemeinsame Stärke, unsere Kultur", erklärten mehr als ein Dutzend Organisationen am Dienstag in Dessau.

Versehentlich Tod des Königs gemeldet: Britischer Sender verstieß gegen Regeln

Ein britischer Lokal-Radiosender hat im Mai versehentlich eine Falschmeldung über den angeblichen Tod von König Charles III. gesendet und anschließend gegen Regeln des britischen Rundfunkrats verstoßen. Es handle sich um eine "sehr schwerwiegende Ungenauigkeit", zudem sei nach der Falschmeldung sehr viel Zeit bis zu einer Korrektur verstrichen, rügte der Rundfunkrat am Montag.

Bund will NS- und SED-Gedenkstätten stärker fördern

Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (parteilos) will den Gedenkstätten zur Aufarbeitung des Nationalsozialismus und der SED-Diktatur im kommenden Jahr zusätzlich zehn Millionen Euro zur Verfügung stellen. Davon entfallen fünf Millionen Euro auf Projektförderungen und weitere fünf Millionen Euro auf die institutionelle Stärkung der vom Bund geförderten Gedenkstätten, wie die Regierung am Montag in Berlin mitteilte. Berücksichtigt sind auch Kosten für zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen.

Französische Sängerin Vanessa Paradis gibt Trennung von Regisseur Benchetrit bekannt

Die französische Sängerin und Schauspielerin Vanessa Paradis und der Regisseur und Schriftsteller Samuel Benchetrit haben sich nach fast zehn Jahren Beziehung getrennt. Die beiden hätten "einvernehmlich ihre Trennung bekannt gegeben", würden sich aber weiterhin "mit Respekt und Zuneigung begegnen", teilte Paradis' Agent am Donnerstag in einer Erklärung mit. Paradis und Benchetrit hatten am 30. Juni 2018 geheiratet.

Textgröße ändern: