Deutsche Tageszeitung - Bitkom: 91 Prozent der Deutschen stießen bereits auf Fake News

Bitkom: 91 Prozent der Deutschen stießen bereits auf Fake News


Bitkom: 91 Prozent der Deutschen stießen bereits auf Fake News
Bitkom: 91 Prozent der Deutschen stießen bereits auf Fake News / Foto: © AFP/Archiv

Fast alle Menschen in Deutschland haben einer Umfrage zufolge bereits Erfahrungen mit Desinformation gemacht. 91 Prozent der Befragten gaben an, schon einmal auf sogenannte Fake News gestoßen zu sein, also auf absichtlich verbreitete falsche oder irreführende Informationen, wie der Digitalverband Bitkom am Donnerstag in Berlin mitteilte. 63 Prozent empfinden es demnach grundsätzlich als schwierig, Nachrichten auf ihre Verlässlichkeit zu prüfen.

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Neun Prozent der Befragten begegnen Fake News nach eigener Einschätzung "sehr häufig", 30 Prozent "eher häufig". 36 Prozent stoßen "eher selten" auf Fake News und 16 Prozent "sehr selten". Nur vier Prozent gaben an, noch nie damit in Kontakt gekommen zu sein.

Besonders häufig begegnet Desinformation den Menschen in sozialen Medien. Dabei betrifft Desinformation den Angaben zufolge meist die aktuelle Nachrichtenlage. 74 Prozent nennen die USA und US-Politik als Themenfeld, in dem ihnen Fake News auffielen. Dahinter folgen Kriege und internationale Konflikte mit 63 Prozent sowie Wirtschaft und Preise mit 58 Prozent.

Darüber hinaus nannten aber auch 51 Prozent Prominente und Unterhaltung als Themenfeld, in dem ihnen Desinformation begegnete. 41 Prozent gaben zudem die Themen Migration und Geflüchtete, 40 Prozent Kriminalität und Gewalt an.

Neben reiner Desinformation rücken zunehmend auch manipulierte digitale Inhalte wie etwa sogenannte Deepfakes in den Fokus. 75 Prozent der Befragten hörten bereits davon, im Jahr 2024 waren es noch 56 Prozent gewesen. 61 Prozent begegneten Deepfakes nach eigenen Angaben schon direkt, wobei sich 20 Prozent ganz sicher sind und 41 Prozent es zumindest vermuten.

Dabei werden Deepfakes am häufigsten als Video (87 Prozent) oder als Bild (73 Prozent) wahrgenommen - deutlich seltener als Audio (25 Prozent). Insgesamt halten 89 Prozent der Befragten Deepfakes für gefährlich. Gleichzeitig trauen sich nur 34 Prozent zu, sie zuverlässig zu erkennen.

Viele Befragte wünschen sich zudem strengere Konsequenzen. 87 Prozent derjenigen, denen Fake News bereits begegneten, sprechen sich dafür aus, die wissentliche Verbreitung von Desinformation zu bestrafen. 84 Prozent fordern entsprechende Strafen auch für Menschen, die solche Inhalte gezielt erstellen.

Groß ist zugleich der Wunsch nach Aufklärung. 85 Prozent plädieren dafür, dass Kinder in der Schule den Umgang mit Desinformation und Fake News lernen.

"Desinformationen verzerren den öffentlichen Diskurs, beschädigen unsere Demokratie und verunsichern viele Menschen zutiefst", erklärte Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder. "Mit KI-generierten Deepfakes kommt eine neue Qualität der Täuschung hinzu: Inhalte wirken immer authentischer, obwohl sie es nicht sind." Alle Menschen müssten in der Lage sein, "Inhalte zu checken, Quellen zu prüfen und Falschinformationen zu erkennen", betonte Rohleder.

Für die Erhebung wurde 1006 Menschen in Deutschland ab 16 Jahren befragt. Die Umfrage ist laut Bitkom repräsentativ.

(N.Loginovsky--DTZ)

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