Feierlaune im Stadion und Ausschreitungen davor: Fußball-WM hat in Mexiko begonnen
Mit einer Eröffnungsfeier voller Stars und einem Sieg von Ko-Gastgeber Mexiko hat die größte Fußball-Weltmeisterschaft der Geschichte begonnen. Bei der Eröffnungsshow vor 80.000 Zuschauern im Aztekenstadion in Mexiko-Stadt führten die kolumbianische Sängerin Shakira und der nigerianische Afrobeat-Musiker Burna Boy am Donnerstag den offiziellen WM-Song "Dai Dai" auf. Vor dem Stadion kam es derweil zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und der Polizei.
Bei der 15-minütigen Eröffnungsshow traten auch der italienische Tenor Andrea Bocelli, die mexikanische Band Maná, der venezolanische Popsänger Danny Ocean und Reggaeton-Star J Balvin auf. Zu Gast war auch die mexikanische Schauspielerin Salma Hayek, welche die protokollarische Zeremonie lancierte.
Im Anschluss begann das erste Spiel des Turniers zwischen Mexiko und Südafrika, welches das einheimische Team mit 2:0 gewann. Die Fußball-Weltmeisterschaft der Männer wird in diesem Jahr von Mexiko, den USA und Kanada ausgerichtet.
Während im Zentrum von Mexiko-Stadt zehntausende Fans begeistert den Sieg ihrer Mannschaft feierten, kam es direkt vor dem Aztekenstadion zu gewaltsamen Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Polizisten. Die Demonstranten forderten Gerechtigkeit für in Mexiko vermisste Menschen - häufig Opfer der ebenso brutalen wie mächtigen Drogenkartelle. Auch die seit Tagen in der Hauptstadt demonstrierenden Lehrer waren bei den Protesten wieder dabei.
Neben der Sicherheitslage in Mexiko hatten im Vorfeld der WM auch die hohen Ticket-Preise die Schlagzeilen beherrscht. Der Präsident des Fußball-Weltverbandes Fifa, Gianni Infantino, wies Kritik einen Tag vor Turnier-Beginn zurück. Die Preise seien "angemessen", sagte er in Mexiko-Stadt.
Tickets für die WM-Spiele kosten in Einzelfällen mehr als 30.000 Dollar (26.000 Euro). Mehrere US-Bundesstaaten untersuchen bereits möglichen Ticket-Wucher. Infantino verwies in seiner Pressekonferenz darauf, dass auch Tickets für 60 Dollar angeboten worden seien. Davon gab es allerdings nur äußerst wenige. Der Durchschnittspreis lag laut dem Fifa-Chef unter 500 Dollar.
Den Fall des somalischen Schiedsrichters Omar Artan, dem die USA die Einreise verwehrten, bezeichnete Infantino als "unglücklich". Offensichtlich mit Blick auf die breite Kritik an dem Fall riet der Schweizer der Öffentlichkeit, "sich zu entspannen". Infantino verwies zugleich darauf, dass die Fifa den Regierungen der Gastgeberländer nichts vorschreiben könne.
Auch um die Einreise der Mannschaft aus der Demokratischen Republik Kongo, wo eine Ebola-Epidemie herrscht, hatte es Streit gegeben. Das Team konnte am Donnerstag aber in den USA landen. Es habe keine Probleme bei der Einreisekontrolle am Flughafen von Houston gegeben, sagte der Spieler Aaron Wan-Bissaka der Nachrichtenagentur AFP. Die USA hatten darauf bestanden, dass die Mannschaft vor der Einreise eine 21-tägige Quarantäne absolviert.
Erstmals nehmen an der Fußball-WM 48 statt 32 Nationen teil, es gibt eine Rekordzahl von 104 Spielen in 16 verschiedenen Stadien. Das Sportereignis soll umgerechnet gut elf Milliarden Euro an Einnahmen generieren. Deutschland spielt in der Gruppe E und bestreitet am Sonntag sein Auftaktspiel gegen WM-Neuling Curaçao. Das WM-Finale findet am 19. Juli nahe der US-Metropole New York im Bundesstaat New Jersey statt.
Die USA spielen in ihrer ersten Partie am Freitag in Los Angeles gegen Paraguay. US-Außenminister Marco Rubio, Verkehrsminister Sean Duffy und Heimatschutzminister Markwayne Mullin wollen sich das Spiel im Stadion ansehen - US-Präsident Donald Trump hat sein Kommen nicht angekündigt. Er hatte am Mittwoch erklärt, er wolle definitiv bei der Weltmeisterschaft dabei sein. Der erklärte Freund des umstrittenen Fifa-Chefs Infantino ließ aber offen, welches Spiel er besuchen will.
(V.Varonivska--DTZ)