Deutsche Tageszeitung - Zu Selbstverletzungen genötigt: Prozess gegen mutmaßlichen Onlinesadisten begonnen

Zu Selbstverletzungen genötigt: Prozess gegen mutmaßlichen Onlinesadisten begonnen


Zu Selbstverletzungen genötigt: Prozess gegen mutmaßlichen Onlinesadisten begonnen
Zu Selbstverletzungen genötigt: Prozess gegen mutmaßlichen Onlinesadisten begonnen / Foto: © AFP/Archiv

Ein inzwischen 18-Jähriger muss sich seit Dienstag vor dem Landgericht Hamburg wegen des Vorwurfs verantworten, Mädchen im Internet zu sexuellen und selbstverletzenden Handlungen vor der Kamera genötigt zu haben. Der Prozess begann unter Ausschluss der Öffentlichkeit, wie ein Gerichtssprecher mitteilte. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm unter anderem schweren sexuellen Missbrauch von Kindern vor.

Textgröße ändern:

Laut Anklage soll der Beschuldigte zwischen Mai 2023 und März 2024 sieben Mädchen im Alter zwischen zwölf und 15 Jahren "emotional manipuliert und sie durch zuvor erlangte persönliche Informationen und kompromittierende Aufnahmen zu immer gravierenderen Verhaltensweisen gezwungen" haben. Unter anderem hätten sich Opfer Namen in die Haut geritzt. Laut Gericht sind mehr als 50 Taten angeklagt.

Nach früheren Angaben der Staatsanwaltschaft orientierte sich der Angeklagte am Vorbild des globalen Onlinesadistennetzwerks 764, zu dem auch ein als "White Tiger" bekannt gewordener Beschuldigter gehört, der sich seit Januar vor dem Landgericht Hamburg unter anderem wegen Mordes verantworten muss. Verbindungen zu diesem bestehen den Ermittlungen zufolge jedoch nicht.

Die Behörde wirft dem zur Tatzeit noch jugendlichen Angeklagten neben schweren sexuellen Missbrauch von Kindern auch sexuelle Nötigung und gefährliche Körperverletzungen in mittelbarer Täterschaft vor. Dazu kommen mutmaßliche gewaltsame Attacken auf Männer aus "vermutlich homophoben Motiven". So soll der Beschuldigte zwischen Sommer 2024 und Frühjahr 2025 in Hamburg über Datingportale für Homosexuelle insgesamt elf Treffen vereinbart haben, bei denen er die Geschädigten dann überraschend angriff und körperlich verletzte.

Die mutmaßlichen Taten beging der Angeklagte laut Staatsanwaltschaft teilweise allein und teilweise mit Mittätern in von ihm gegründeten Social-Media-Gruppen. Insgesamt wurden für den Prozess zunächst 16 Termine bis Mitte September anberaumt.

(V.Sørensen--DTZ)

Empfohlen

Céline Dion überrascht mit Auftritt bei Pariser Fashion Week

Vor gut zwei Wochen feierte Céline Dion ihr Comeback, nun überraschte der kanadische Superstar mit einem Auftritt bei der Pariser Fashion Week. Unter dem Jubel der Zuschauer betrat die Sängerin am Montag mit einem strahlenden Lächeln den Laufsteg unter dem Eiffelturm und bezauberte das Publikum mit ihrem Hit "I'm Alive".

Halbzeitbilanz von Oktoberfest: 3,8 Millionen Besucher und 936 Polizeieinsätze

Rund 3,8 Millionen Menschen haben das Oktoberfest in München bisher besucht. Das schätzte die Festleitung nach Angaben vom Sonntag zur Halbzeit des Volksfests in der bayerischen Landeshauptstadt. Damit lag die Zahl etwas höher als im Vorjahr, als nach der Hälfte der Wiesn etwa 3,5 Millionen Besucher registriert worden waren. Zugleich sank der Festbierkonsum laut Zwischenbilanz der Veranstalter im Vorjahresvergleich jedoch leicht.

Langjähriger ZDF-Rechtsexperte Bernhard Töpper gestorben

Der langjährige ZDF-Rechtsexperte Bernhard Töpper ist tot. Er starb am Donnerstag im Alter von 81 Jahren, wie der Sender am Freitag in Mainz mitteilte. Töpper wurde vor allem durch die Sendung "Wie würden Sie entscheiden?" bekannt, die er von 1990 bis 2000 moderierte.

Hollywood-Star Susan Sarandon in New York bei israelkritischem Protest festgenommen

Hollywoodstar Susan Sarandon ist in New York festgenommen worden, als sie gemeinsam mit anderen Demonstranten gegen den Auftritt des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu bei der UN-Vollversammlung protestierte. Aufnahmen der Nachrichtenagentur AFP zeigen, wie Polizisten der unter anderem aus dem Film "Thelma und Louise" bekannten Schauspielerin am Donnerstag Handschellen anlegten. Einem Medienbericht zufolge wurde auch die Schauspielerin Hannah Einbinder von der Kundgebung abgeführt, die von der israelkritischen Organisation "Jewish Voice for Peace" organisiert worden war.

Textgröße ändern: